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Auch Düfte können Erinnerungen wecken.

Düfte wecken Erinnerungen. Foto © www.piqs.de /oOSafiraOo, CC (Some rights are reserved.)

So funktioniert es, so kann man es trainieren

Wunderwerk Gedächtnis

Sendungshinweis: "Planet Wissen"
Unser Gedächtnis - Superspeicher mit Tücken. Großer Überblick; Freitag, 05.03.2010, 15.00 Uhr, WDR

Die erste Liebe liegt für die meisten schon viele Jahre zurück, und doch erinnern wir uns genau an ihren Namen, ihr Gesicht, ihr schallendes Lachen – und gewiss auch an den schmerzvollen Satz, der das Ende dieser Liebe besiegelte. Wir erinnern uns an den großen Hund, der uns auf dem Schulweg immer erschreckte, an die furchtbare Tapete der ersten eigenen Wohnung oder an das Strandpicknick im letzten Urlaub.

Jeder von uns behält viel mehr im Kopf als Passwörter und PIN-Nummern. Wir speichern unser ganzes Leben: "Ohne Gedächtnis wären wir nichts", so Hirnforscher und Medizin-Nobelpreisträger Eric Kandel. Dieser gigantische Speicher, der unsere persönliche Geschichte verwahrt, enthält etwa 100 Milliarden Nervenzellen. Und jede einzelne ist wiederum mit bis zu 10.000 anderen verbunden. Jeder Eindruck, den wir aufnehmen, aktiviert eine andere Kombination dieser Nervenzellen, ein anderes Muster im Gehirn. Dieses Muster wird automatisch abgespeichert. "Und sobald wir uns an etwas erinnern, produzieren wir das gleiche Muster im Gehirn wie beim Speichern", erklärt Diplom-Psychologin und Autorin Dr. Barbara Knab ("99 Tatsachen über Ihr Gedächtnis", Trias).

Bei den Kurzzeit-Erinnerungen ist das schlicht ein biochemischer Prozess – aber wenn sich etwas für lange Zeit einprägt, verändert sich das Gehirn auch anatomisch: Es wachsen ganz neue Verbindungen zwischen den Nervenzellen. Man produziert sein Langzeitgedächtnis selbst. "Das Langzeitgedächtnis können wir beeinflussen, indem wir Erinnerungen aus dem Kurzzeitgedächtnis immer wieder hervorholen", so Knab. "Je häufiger wir etwas abrufen, umso eher bleibt es im Gedächtnis." Lernen funktioniert immer über solche Wiederholungen. Faktenwissen, das wir uns auf diese Art einprägen, wird im sogenannten semantischen Gedächtnisgespeichert.

Einfacher ist der Weg ins episodische Gedächtnis, das die Ereignisse des eigenen Lebens speichert. An die können wir uns besonders lange erinnern, wenn wir etwas mit mehreren Sinnen wahrnehmen, wie einen Menschen, den wir sehen, hören und riechen. Auch mit Gefühlen verknüpfte Ereignisse verankern sich leicht: "Je intensiver eine Emotion ist, desto besser merken wir uns das entsprechende Ereignis", sagt die Expertin. Dabei spielt es im Prinzip keine Rolle, ob die Empfindung positiv oder negativ ist – allerdings neigen wir dazu, beispielsweise über peinliche Situationen immer wieder nachzudenken und zu überlegen, wie wir das Fettnäpfchen hätten vermeiden können: "Darum kann man davon ausgehen, dass man sich diese peinlichen Sachen auch länger merkt."

Episodisches Gedächtnis
Persönliche Erlebnisse - Liebesbeziehungen, Urlaube, Begegnungen, Gerüche, Stimmen

Semantisches Gedächtnis
Faktenwissen - Vokabeln, geografische, literarische oder mathematische Kenntnisse

Autor: Melanie Schirmann