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Schnee ist nicht gleich Schnee. Es gibt 6000 unterschiedliche Flocken-Typen.

Foto © www.piqs.de / Fotograf: renelutz, CC (Some rights are reserved.)

Verblüffende Fakten über Eis und Schnee

Wunder des Winters

Schneeflocken, Eisblumen, Frostrekorde: HÖRZU erklärt geheimnisvolle Phänomene der weißen Jahreszeit.

Wo liegt der kälteste Ort der Welt?

Antwort: Klar, da denkt jeder gleich an Sibirien. Doch die Antwort ist nur zum Teil richtig: In Jakutsk im Nordosten Sibiriens fällt die Temperatur zum Jahresbeginn zwar regelmäßig auf minus 45 Grad. Doch damit ist der russische Ort mit 240.000 Einwohnern lediglich die kälteste Stadt der Welt. Jener Punkt der Erde, der den ständigen Rekord der Minusgrade hält, liegt auf einem Bergkamm des Südpols auf 4053 Metern Höhe. Er heißt "Ridge A" und erreicht im antarktischen Winter durschnittliche Temperaturen von minus 70 Grad. Die Luft enthält dort so wenig Feuchtigkeit, dass weder Wolken noch Dunst den Blick ins Weltall trüben. "Ridge A" wurde durch Auswertung der Daten von Satelliten, Bodenstationen und Klimamodellen auf der Suche nach dem idealen Standort für eine Sternwarte entdeckt. Menschen waren bislang noch nicht auf diesem extrem kalten Bergkamm.

Weshalb klappern beim Frieren unsere Zähne?

Antwort: Wird es kalt, fällt es dem Körper schwerer, seine Normaltemperatur von circa 37 Grad Celsius zu halten. Sie aber ist notwendig, damit Stoffwechselvorgänge und Organe optimal funktionieren. Fällt die Außentemperatur auf etwa acht Grad, versucht unsere Haut, Wärmeverluste zu vermeiden: Sie stellt, quasi als Dämmpolster, automatisch die Körperhaare auf - wir bekommen eine Gänsehaut. Zudem spannen sich die Muskeln an. Dadurch steigt die Herzfrequenz, sodass die Muskeln ihren Anteil an der Wärmeerzeugung von rund 20 auf bis zu 90 Prozent steigern können. Genügt das nicht, ziehen sich die Muskeln noch weiter zusammen - wir beginnen am ganzen Körper zu zittern. Dabei bewegt sich auch der Wangenbereich schnell und rhythmisch, die Kiefer machen diese Bewegung mit, die Zähne fangen an zu klappern. Dieser Selbstschutzmechanismus läuft übrigens automatisch ab, wie ein Reflex.

Warum wird es leise, wenn es schneit?

Antwort: Frischer Schnee besteht zu rund 90 Prozent aus Luft, denn die Eiskristalle der Flocken liegen ungeordnet aufeinander, und zwischen ihnen bilden sich viele Hohlräume. Schnee ist also nichts anderes als eine Art dicker, eisiger Schaumstoff. Treffen Schallwellen auf den Schnee, werden sie in viele Richtungen abgelenkt. Sie dringen aber auch in die Schneedecke ein und gelangen nicht mehr hinaus: "Ein Teil der Schallenergie verschwindet in der Schneedecke", bestätigt TV-Wissenschaftsjournalist Ranga Yogeshwar. Dadurch wird es so wunderbar still, wenn es schneit.

Sind alle Schneeflocken gleich?

Antwort: Nein. Forscher haben mittlerweile mehr als 6000 verschiedene Typen registriert. Die Durchschnittsflocke ist fünf Millimeter groß und wiegt vier Tausendstel Gramm. Schneeflocken entstehen in den Wolken aus feinsten Tröpfchen kühlen Wassers. Grundsätzlich gilt: je höher die Lufttemperatur, desto größer die Flocken, denn über winzige Wassertröpfchen können sich dann mehrere von ihnen zu größeren Gebilden verkleben. So entstand wohl auch der 38 Zentimeter große weiße Gigant, der 1887 in Montana/USA gesichtet wurde und bis heute als größte Schneeflocke der Welt gilt. Unabhängig von ihrer Größe fallen alle Schneeflocken mit 4 km/h recht gemächlich zur Erde nieder. Regen ist fünfmal so schnell.

Wie wird Kunstschnee gemacht?

Antwort: Vor 41 Jahren erfand der bayrische Tüftler Fritz Jakob die Schneekanone und machte das Skilaufen damit unabhängig von den Launen des Wetters. Zutaten für den künstlich erzeugten Schnee sind - wie in der Natur - Luft und Wasser. Das Prinzip: Feinste Wassertröpfchen werden aus vielen Düsen mit hohem Druck in die kalte Umgebungsluft versprüht. Sie gefrieren dort zu Eiskristallen und kommen als künstlicher Schnee schnell wieder herunter. An den Pistenrändern sind zwei Varianten in Betrieb: Bei fest installierten Hochdruck-Kanonen erzeugen große Kompressoren Druckluft, um das Wasser zu zerstäuben. Bei mobilen Niederdruck- oder Propeller-Kanonen wird Wasser mit einem Gebläse ohne Druck versprüht.

Wieso gibt es immer weniger Eisblumen an unseren Fenstern?

Antwort: Sie sind wunderschön - und waren früher ständige Begleiter durch den Winter: Eisblumen entstehen an dünnen Fensterscheiben, wenn die Außentemperatur unter null Grad sinkt. Feuchte und wärmere Raumluft kühlt dann an der Innenscheibe ab, der Wasserdampf gefriert allmählich. Da die heutigen doppelglasigen Iso-Fenster vor Kälte viel besser schützen, werden sie auch nicht mehr so kalt - so können auch immer weniger Eisblumen aufblühen.

Autor: Uwe Clausen