HÖRZU Android Logo
HÖRZU
TV-Programm
kostenlose App
Get it on Google Play
HÖRZU iOS Logo
HÖRZU
TV-Programm
kostenlose App
Get it on Google Play
HÖRZU Logo
Unterhaltung Filter
Kategorie einstellen
Bundeskanzler Ludwig Erhard

Bundeskanzler Ludwig Erhard (Mitte) wurde als Vater des Wirtschaftswunders bekannt. Sein Leitspruch lautet: "Wohlstand für alle!" / Foto: © picture-alliance / akg-images / Foto Startseite: © picture-alliance / KPA/TopFoto

Die wichtigsten Zitate des 20. Jahrhunderts

Worte, die Geschichte schrieben

"Nach uns die Sintflut!", "Im Westen nichts Neues", "Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben". Es gibt Sätze, die jeder kennt, die man oft und gern zitiert, die aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken sind, weil sie Gefühle, Gedanken oder historische Ereignisse knapp und treffend auf den Punkt bringen, eine weise Einsicht oder eine kühne Vision formulieren.

"Doch der Ursprung dieser geflügelten Worte, derer wir uns häufig bedienen, ist den meisten Menschen völlig unbekannt", sagt der Philosoph und Autor Helge Hesse. Oder hätten Sie gewusst, dass es sich bei den drei eingangs genannten Sprüchen um einen Ausruf der Marquise de Pompadour, einen Roman von Erich Maria Remarque und ein Bonmot von Michail Gorbatschow handelt?

Viele dieser berühmten Sätze stehen für Schlüsselmomente des 20. Jahrhunderts. "Durch sie begleitet und umgibt uns Geschichte permanent", so Hesse. Mit zehn Zitaten nehmen Sie mit auf eine ganz besondere Reise durch unsere Zeit.

"Wohlstand für alle!" (Ludwig Erhard, 1957, deutscher Politiker)

So lautete das Credo der sozialen Marktwirtschaft. Ausgesprochen und aufgeschrieben vom damaligen Wirtschaftsminister und späteren Kanzler Erhard. Jeder sollte nach dem Krieg teilhaben am Aufschwung, am deutschen Wirtschaftswunder.

"Ich habe einen Traum!" (Martin Luther King, 1963, amerikanischer Bürgerrechtler)

King träumte davon, dass alle Menschen in der Zukunft nach ihrem Charakter beurteilt werden und nicht nach ihrer Hautfarbe. Er forderte die Gleichberechtigung der schwarzen Bevölkerung in den USA. 1968 wurde er von einem Attentäter erschossen.

"In Zukunft wird jeder einmal für 15 Minuten berühmt sein." (Andy Warhol, 1968, Künstler)

Mit der massenhaften Vervielfältigung seiner Werke spiegelte der Pop-Art-Künstler das Wesen der Konsumgesellschaft – und die Banalisierung der Kunst selbst: Präsentation ist wichtiger als Inhalt. Warhol formulierte die Vision einer Welt, die von Medien beherrscht wird und von einer Sensation zur nächsten hastet. Sein Satz ist heute aktueller denn je.

"Es gibt kein richtiges Leben im falschen." (Theodor W. Adorno, 1947, Philosoph)

Adorno formulierte seine These unter dem Eindruck der Gräueltaten, die die Deutschen im Dritten Reich begingen, insbesondere gegenüber dem jüdischen Volk. Er spielte dabei auf den aberwitzigen Versuch seiner Landsleute an, die Vergangenheit einfach zu verdrängen. Und das im Land der Dichter und Denker. Seine Überzeugung: Menschen können noch so aufgeklärt und gebildet sein, sobald sie unter Barbaren sind, können sie niemals ein anständiges Leben führen.

"Wir amüsieren uns zu Tode." (Neil Postman, 1985, US-Medienwissenschaftler)

Das Medium Fernsehen gefährdet nach Meinung Postmans die Fähigkeit zur Urteilsbildung. Seine These: Die bewegten Bilder sind nichts als Unterhaltung, machen die Menschen passiv und führen dazu, dass sie die Hintergründe von Politik und Kultur nicht mehr verstehen. Postman prägte auch den Begriff "Infotainment".

Autor: Antje Raupach