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In der Schule der Kommissare: Die Polizeiakademie Niedersachsen.

Die Polizeiakademie Niedersachsen bildet den Nachwuchs in Nienburg, Oldenburg und Hann. Münden aus. - Foto © picture alliance / dpa

HÖRZU beim Einstellungstest

Wie wird man Polizistin?

Um als Beamter für Recht und Ordnung sorgen zu dürfen, muss man einiges leisten. HÖRZU-Redakteurin Anne-Kathrin Hasse machte die Polizeiprüfung.

Der Regen peitscht mir ins Gesicht. Durchnässt und mit bleischweren Beinen ziehe ich im Laufschritt meine Bahnen durchs Stadion. Zehneinhalb Runden liegen bereits hinter mir. "Noch zwei", ruft mir Polizeikommissar Sven Schremmer vom Platzrand aus zu. Seine Worte klingen dumpf in meinen Ohren, so sehr wummert mir der Kopf. Doch die Zeit sitzt mir im Nacken: Um die Aufnahmeprüfung der Polizeiakademie Niedersachsen in Hannoversch Münden zu bestehen, muss ich fünf Kilometer in maximal 33 Minuten laufen. Ob ich schnell genug bin? Am Ende blickt Kommissar Schremmer auf seine Stoppuhr: "Vier Minuten unter der vorgegebenen Zeit." Geschafft – doch das war nur der erste Teil.


Was die Polizei-Uniform verrät

An den Symbolen auf den Schulterklappen der Uniform kann man ablesen, welche Laufbahn der Beamte absolviert und welchen Dienstgrad er gerade einnimmt: Silberne Sterne stehen für den gehobenen Dienst, goldene Sterne für den höheren Dienst. Beispiel: Ein Polizeioberkommissar aus Niedersachsen trägt zwei silberne Sterne, ein Polizeihauptkommissar drei Sterne. Einen Polizeidirektor erkennt man an den drei goldenen Sternen.


Jährlich bewerben sich etwa 6000 junge Menschen (unter 31) an der Polizeiakademie um einen Studienplatz – nur etwa ein Zehntel von ihnen wird genommen. Im Einstellungstest werden die Besten für die dreijährige Ausbildung ausgewählt. Zum zweiten Mal dabei: Andreas Schlegel aus Oldenburg, der um seinen Traumjob kämpft: "Ich brauche Action im Berufsalltag", sagt der 27-Jährige. "Und als Polizist hätte ich die nötige Abwechslung."

Vorbereitung ist das A und O

Klar denkt man an wilde Verfolgungsjagden, Hausdurchsuchungen oder Ermittler, die Verdächtige observieren. So zumindest kennen wir die Polizeiarbeit aus dem Fernsehen. Aber decken sich diese Bilder auch mit der Realität? "Krimis wie der 'Tatort' sind super recherchiert, meistens aber viel zu dick aufgetragen", sagt Christina Friedrich, Dezernatsleiterin für Nachwuchsgewinnung an der Polizeiakademie. "Echte Polizisten würden sich zum Beispiel nicht unnötig in Lebensgefahr begeben." Vielmehr ist bei den Cops ein kühler Kopf gefragt.

Auch den müssen die Bewerber deshalb beim Auswahlverfahren unter Beweis stellen. In einem computergestützten Wissenstest gilt es unter anderem, Zahlenreihen logisch zu vervollständigen oder Symbole schlüssig anzuordnen – und das in Höchstgeschwindigkeit. "Die meisten scheitern an diesem Test", sagt Christina Friedrich, "weil sie ihn auf die leichte Schulter nehmen." So wie ich.

Nach viereinhalb Stunden Knobelei attestiert mir Kommissar Schremmer, dass das Ergebnis nicht ausreichen würde. Da machen auch der bestandene sprachliche Teil und der Langstreckenlauf nichts wett. Hätte ich meine Chancen mit Vorbereitung verbessern können? Davon ist Christina Friedrich überzeugt. Sie rät Bewerbern zu Übungslektüre (Tipp der Redaktion: "Die Bewerbung zur Ausbildung bei Polizei, Feuerwehr, Zoll und Bundeswehr", Kurt Guth, Marcus Mery, Ausbildungspark, 29,90 €).

Auch Bewerber Andreas Schlegel hat diesmal nichts dem Zufall überlassen und ist tatsächlich eine Runde weiter. „Ich bin so froh. Das war ein sehr anspruchsvoller Tag, der Test hatte es richtig in sich“, sagt er. Bald soll er in seiner Wunschbehörde vorsprechen und sich dem medizinischen Checkup unterziehen. Vielleicht sehe ich ihn irgendwann wieder, in Uniform. Hoffentlich nicht, wenn er mich beim Falschparken erwischt.

Autor: Anne-Kathrin Hasse