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Handarbeit: Forscher legen Dino-Funde frei.

Handarbeit: Forscher legen Dino-Funde frei. - Foto © dpa Picture-Alliance GmbH

Die Spur der Giganten

Wie die Dinosaurier lebten

Tatort: die zerklüftete Landschaft der Badlands in South Dakota. Bei Routinegrabungen stoßen Forscher auf die Knochen eines jungen Tyrannosaurus Rex – und kommen einem Verbrechen auf die Spur, das vor 70 Millionen Jahren geschah: Der Raubsaurier starb keinen natürlichen Tod! Seine Rippen sind gebrochen, die Beinknochen zertrümmert. Welches Drama hat sich in der Urzeit hier abgespielt?

Die Experten beginnen, Spuren zu sichern, Details auszuwerten, Profile zu erstellen. Im Labor sollen winzigste Knochenfunde ihre Geheimnisse preisgeben. Immer öfter gleicht das Vorgehen der Forscher Ermittlungen an realen Tatorten: "Man kann die Arbeitsweise durchaus vergleichen", sagt Prof. Martin Sander, Paläontologe an der Universität Bonn. "Genau wie in der Forensik gehen wir interdisziplinär vor, nutzen Forschungsbereiche wie Biomechanik, Medizin oder Tier ernährung." Kriminalistische Fleißarbeit, damit wir alles über Lebewesen erfahren, die nie ein Mensch zu Gesicht bekommen hat.

Auch beim Fall des getöteten Tyrannosaurus sichern die Experten zunächst alle Spuren am Tatort. Pflanzenfossilien belegen, dass damals Koniferen, Pinien und Magnolienbäume in der Nähe wuchsen. Schauplatz könnte das Ufer eines Flusses gewesen sein. Doch die Ermittler entdecken im Umfeld der Leiche noch etwas Wichtigeres: Zähne des Angreifers! Form und Größe werden mit anderen Zähnen in der Datenbank abgeglichen – und entlarven den Täter: Nanotyrannus, einen kleineren, flinkeren Verwandten des T-Rex.

Der Mordfall zeigt: Jeder Fund ist ein neues Teil im Dino-Puzzle. So lieferten Fossilien aus Montana (USA) Indizien für die Lebensweise der Saurier. Die Vielzahl der auf engem Raum entdeckten Knochen beweist, dass T-Rex in Familien oder Rudeln zusammenlebte. Beteiligte sich das Männchen sogar am Brüten? Paläontologen greifen bei ihren Rekonstruktionen oft auf Vergleiche mit heute lebenden Nachfahren zurück. Und dazu gehören die Vögel. Der Fuß eines Huhns ist fast identisch mit dem eines Tyrannosaurus – nur kleiner. Also könnte auch die Brutpflege der Eier legenden Saurier ähnlich gewesen sein.

Bei der Auswertung der Spuren kommen alle Hightech-Methoden zum Einsatz: vom Computertomografen bis zum Teilchenbeschleuniger. Dadurch verändert sich unser Bild vom Aussehen der Dinos in letzter Zeit drastisch. Groß und grau – so stampften sie jahrzehntelang durch die Lehrbücher. "Aber warum sollen Saurier aussehen wie Elefanten?", fragt Prof. Martin Sander. Vögel schillern prachtvoll, Reptilien wie das Chamäleon wechseln die Farbe. Bunte Muster dienen heute als Tarnfärbung oder locken bei der Partnersuche – Prinzipien, die auch schon in der Urzeit gültig waren.

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Autor: Kai Riedemann