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Lebensmitteltransport

Bis die Lebensmittel im Supermarkt ausgeliefert werden, haben sie oft Tausende Kilometer hinter sich. - Foto: © dpa - Bildarchiv

Im TV: "Terra Xpress: Das verborgene Netz der Supermärkte"

Wenn Lebensmittel reisen

Frisch und knackig sieht sie aus, die Ware im Supermarkt. Kaum zu glauben, dass Obst und Gemüse teilweise eine Weltreise hinter sich haben. Die Herkunftsorte unserer Lebensmittel sind längst über den Globus verteilt. Immer aufwendiger wird die Logistik, damit jederzeit frische Ware angeboten werden kann.


TV-Tipp

So., 8.09., ZDF, 18.30 Uhr
"Terra Xpress: Das verborgene Netz der Supermärkte" - Wissensmagazin mit Dirk Steffens


Allein 2012 importierte Deutschland 23.623 Tonnen Tafeltrauben aus Chile, 29.722 Tonnen Äpfel aus Neuseeland, 22.432 Tonnen Orangen aus Südafrika, 114.967 Tonnen Ananas aus Costa Rica. Erdbeeren kamen gar aus Peru, Ägypten, China und El Salvador.

Entfernungen spielen dabei keine Rolle mehr. 26 Tage brauchen Bananen von der 10.000 Kilometer entfernten Plantage in Mittelamerika bis zu unserem Einkaufswagen. Dabei schlummern sie fast zwei Wochen im Bauch von Kühlschiffen. Hier haben wir ihre „Weltreise“ nachgezeichnet – und die von Tomaten und der begehrten Fischart Pangasius.

- Wo unsere Tomaten reifen

• 354.306 Tonnen Tomaten kommen aus den Niederlande

• 163.468 Tonnen Tomaten kommen aus Spanien

• 58.639 Tonnen Tomaten kommen aus Belgien

Hauptanbaugebiet für spanische Tomaten ist die Region Almería im Süden des Landes. Dort reift das Gemüse in Gewächshäusern oder unter Kunststoffplanen heran. Geerntet werden in der Regel nur bereits rote Tomaten direkt auf Bestellung.

Noch am Tag der Ernte werden die Tomaten sortiert und für den Versand verpackt. Höchstens zwei Tage darf die Fahrt im Kühl-Lkw bis nach Deutschland dauern.

Im zentralen Umschlagplatz mit Kühlhallen wird die Frischware zwischengelagert und kontrolliert. Insgesamt sollen zwischen Ernte und Verkauf im Supermarkt nur vier Tage vergehen.

- Woher unser Pangasius kommt

• 54.551 Tonnen Pangasius kommen aus Vietnam

Die Zucht erfolgt in Aquakulturen vor allem im Mekong-Delta. Die Tiere wachsen in eigens ausgehobenen Teichen heran oder in Käfigen und Netzen in natürlichen Gewässern.

An Fließbändern wird der mit Eis gekühlte Fisch zerlegt, gewaschen und filetiert. Die anschließende Frostung der Filets erfolgt bei minus 39 bis minus 43 Grad Celsius.

In Kühlcontainern gehen die gefrosteten, glasierten Filets auf die Reise. Rund 22,5 Prozent des Exports landen in Europa, etwa in Hamburg. Geplant ist nun eine zentrale Anlieferung in Belgien.

Hier erfolgt eine weitere Qualitätskontrolle, bevor die Ware ohne Unterbrechung der Kühlkette verteilt wird. 94 Prozent des Tiefkühlfischs landen bei Supermärkten oder Discountern.

- Wo unsere Bananen wachsen

• 496.547 Tonnen Bananen kommen aus Ecuador

• 284.916 Tonnen Bananen kommen aus Kolumbien

• 272.248 Tonnen Bananen kommen aus Costa Rica

Fast ein Jahr brauchen Bananenpflanzen, um vier bis sechs Meter hoch zu werden und eine Blüte zu entwickeln. Jede Staude trägt bis zu 200 Bananen. Die Exportfrüchte werden grün geerntet und per "Lift" abtransportiert.

Über Spezialseilbahnen kommen die unreifen Bananen sicher zur Packstation. Hier werden sie von der Staude getrennt, aufgeteilt, gesäubert, in Kartons verpackt.

Zwölf Tage sind die Bananen im Kühlschiff unterwegs nach Europa. Damit sie auf der Überfahrt nicht frühzeitig reifen oder unterkühlen, lagern sie bei konstant 13,3 bis 14,4 Grad Celsius. Hauptumschlagplatz für Deutschland ist der Hamburger Hafen. In der Hansestadt haben auch die großen Fruchtkonzerne und Importeure ihren Sitz.

In der Reifehalle werden die immer noch grünen Bananen mit Ethylengas sanft "geweckt". Nach sechs bis sieben Tagen haben sie dann den nötigen Reifegrad für den Supermarkt erreicht.

Autor: Kai Riedemann