HÖRZU Android Logo
HÖRZU
TV-Programm
kostenlose App
Get it on Google Play
HÖRZU iOS Logo
HÖRZU
TV-Programm
kostenlose App
Get it on Google Play
HÖRZU Logo
Unterhaltung Filter
Kategorie einstellen
Das Markgräfliche Opernhaus in Bayreuth.

Barocke Pracht, die überwältigt: Das Markgräfliche Opernhaus in Bayreuth. - Foto © picture alliance / dpa

Plus Ausflugstipps

Weltwunder in Deutschland

Prächtige Kirchen, idyllische Parks, einzigartige Natur: Unsere Heimat ist reich an Welterbestätten der Unesco. HÖRZU stellt sie vor und verrät, welche gerade jetzt einen Besuch wert sind.

Manchmal dürfen wir wirklich stolz sein. Etwa dann, wenn wir vor beispiellosen Schätzen unserer Heimat stehen: vor dem festlich erleuchteten Bode-Museum in Berlin. Oder vor den paradiesischen Weiten des Gartenreichs Dessau-Wörlitz. 37 dieser Schätze haben sogar ein offizielles Siegel: Sie wurden von der Unesco zum Welterbe erklärt (siehe Liste hier). So stehen sie gleichrangig neben den Pyramiden von Ägypten oder der Akropolis in Athen.

Weltweit gibt es heute 962 Kultur- und Naturerbestätten in 157 Ländern. Nach Italien, Spanien, China und Frankreich belegt Deutschland Platz fünf mit herausragenden Meisterwerken oder Naturschönheiten. Weitere stehen auf der Vorschlagsliste: von der Hamburger Speicherstadt bis zum Heidelberger Schloss. Kleine und große Weltwunder vor der Haustür, die Sie unbedingt einmal besuchen sollten.


Museumsinsel Berlin

Bode Museum Berlin

1904 wurde das Berliner Bode-Museum eröffnet. - Foto © picture-alliance / Wolfram Stein

Mehr Geschichte geht kaum. Dieses einzigartige Ensemble mit seinen fünf tempelartigen Bauten birgt Schätze aus 6000 Jahren. Mit dem 1830 nach Plänen von Karl Friedrich Schinkel erbauten Alten Museum fing alles an. Nach und nach entstand so zwischen Spree und Kupfergraben das Herzstück der Berliner Kunstlandschaft – etwa mit Nationalgalerie und Pergamonmuseum. Im Zweiten Weltkrieg fielen 70 Prozent der historischen Bauten den Bomben zum Opfer. Das Neue Museum blieb sogar 60 Jahre lang als Ruine erhalten und konnte erst im Oktober 2009 wiedereröffnet werden – mit Prunkstücken wie der Büste der Nofretete.
Tipp: Im Neuen Museum können Besucher noch bis 4. August die aufwendige Ausstellung "100 Jahre Fund der Nofretete" bewundern.
Weitere Infos unter www.smb.museum


Gartenreich von Dessau-Wörlitz

Gartenreich von Dessau-Wörlitz

Das Gartenreich kann man auch auf Kanälen erkunden. - Foto © picture alliance / dpa

Harmonie für Auge und Seele. Wer durch den 142 Quadratkilometer großen Landschaftsgarten in Sachsen-Anhalt wandert, staunt über englische Parks, barocke Schlösser und Tempel im römischen Stil. Schöpfer dieses Gesamtkunstwerks war Fürst Leopold III. Friedrich Franz von Anhalt-Dessau (1740 – 1817). Der eifrige Reformer träumte davon, Landschaft, Architektur und bildende Kunst ausgewogen zu verbinden. Die Anlage in den urwüchsigen Elbeauen diente nie höfischen Zwecken, sondern sollte von Anfang an jedermann erfreuen. Bis heute laden die Wiesen, Wälder, Deiche, Seen und Flüsse fast unverändert zu Wanderungen, Radtouren und Fährfahrten ein.
Tipp: Ab 4. Mai finden im Rahmen des "Gartenreichsommers" wieder zahlreiche Konzerte statt.
Weitere Infos unter www.gartenreich.com


Dom zu Speyer

Dom zu Speyer

Die Osttürme des Doms zu Speyer ragen 71,2 Meter hoch. - Foto © picture alliance / Arco Images G

Es sollte die größte Kirche des Abendlands werden. Um 1025 begannen unter Konrad II. (990 – 1039) die Bauarbeiten am Kaiserdom, geplant auf dem Grundriss eines Kreuzes. Im Jahr 1061 wurde das Gotteshaus geweiht. Mit 134 Metern Länge, 33 Metern Höhe und 13,9 Metern Breite im Mittelschiff erreicht es die Dimensionen gotischer Kathedralen. Damit blühte auch die Stadt Speyer zu ungeahnter Größe auf. Viele mittelalterliche Herrscher wählten den Dom als letzte Ruhestätte.
Tipp: Die Krypta gilt als größte romanische Säulenhalle Europas und beeindruckt mit Kreuzgratgewölben aus gelben und roten Sandsteinquadern. Weitere Infos unter www.dom-speyer.de


Völklinger Hütte

Völklinger Hütte

Die Völklinger Hütte bietet mehr als 5000 Meter Rundgang. - Foto © picture alliance

Kathedrale der Stahlindustrie. Ein Jahrhundert lang setzte das 1881 von Carl Röchling an der Saar gegründete Hüttenwerk technische Maßstäbe. Jeder seiner Hochöfen konnte täglich bis zu 1000 Tonnen Roheisen erzeugen. Gewaltige Gebläsemaschinen sorgten für über 1000 Grad Celsius heiße Pressluft. Heute schlägt die Völklinger Industrieanlage einen anderen Rekord: Sie ist die weltweit einzige vollständig erhaltene Eisenhütte aus der Blütezeit der Stahlindustrie. Seit dem Jahr 2000 können die dinosaurierhaften Maschinen und Hochöfen besichtigt werden.
Tipp: Das gesamte 600.000 Quadratmeter große Areal dient auch als Kultur- und Themenpark mit Konzerten, Ausstellungen und Opern (bis 2. Juni: "Rigoletto").
Weitere Infos unter www.voelklinger-huette.org


Markgräfliches Opernhaus Bayreuth

Markgräfliches Opernhaus Bayreuth

Das Markgräfliche Opernhaus in Bayreuth. - Foto © picture alliance / dpa

Barocke Pracht, die überwältigt. Der Innenraum mit seinen Logenreihen wurde vor gut 260 Jahren komplett aus Holz gefertigt. Im Lichterglanz erstrahlen vergoldete Säulen, Deckengemälde und filigrane Statuen. Markgräfin Wilhelmine (1709 – 1758) ließ das Theater bauen und machte aus der Residenzstadt Bayreuth eine Kulturmetropole. Das spätbarocke Kleinod ist das weltweit einzige im Originalzustand erhaltene Opernhaus aus dieser Zeit.
Tipp: Ab Mai kann das Haus trotz Restaurierungsarbeiten teilweise besichtigt werden.
Weitere Infos unter www.bayreuth-wilhelmine.de


Bauhausstätten in Weimar und Dessau

Kornhaus in Dessau

Klare Linien: Das Kornhaus in Dessau, 1930 von Carl Fieger entworfen. - Foto © picture alliance / dpa

Wegbereiter der Moderne. Wer vor den Kompositionen aus Beton, Stahl und Glas steht, spürt den Geist der berühmten Kunstschule Bauhaus – klare Linien, verschachtelte Kuben, schwerelose Leichtigkeit. Noch heute muten sie zeitgemäß oder gar futuristisch an. Walter Gropius (1883 – 1969) gründete das Staatliche Bauhaus in Weimar im Jahr 1919 und versammelte herausragende Architekten und Künstler seiner Zeit, darunter Maler wie Paul Klee oder Wassily Kandinsky. 1925 zog das Bauhaus nach Dessau um.
Tipp: Die meisten Bauhaus-Stätten sind heute noch in Dessau erhalten. Zu ihnen gehören fünf sogenannte Meisterhäuser, die damals auch als Musterbeispiele für modernes Wohnen galten.
Weitere Infos unter www.meisterhaeuser.de


Altstadt von Goslar und Bergwerk Rammelsberg

Altstadt von Goslar

Idyllisch: Die Altstadt von Goslar. - Foto © picture alliance / Arco Images G

Kleiner Harz, große Rekorde. Einst schlummerten im Rammelsberg gewaltige Vorkommen von Kupfer, Blei und Zink – das größte zusammenhängende Lager der Welt. Schon zu Zeiten der Römer wurde hier Erz abgebaut. Heute dokumentieren die stillgelegten Anlagen am Rand der Stadt Goslar 1000 Jahre Bergbaugeschichte – mit Stollen, Wasserrädern und Abraumhalden aus dem 10. Jahrhundert. Auch Goslar selbst mit seinen Gildehäusern und dem kunstvoll geschnitzten Fachwerk ist von der Bergbautradition geprägt.
Tipp: Seit 2010 gehört das "Oberharzer Wasserregal" zum Welterbe. Das System aus Teichen, Wasserläufen und 310 Kilometer Gräben, das Bergleuten zur Energieerzeugung diente, kann man auf Wanderwegen erkunden.
Weitere Infos unter www.rammelsberg.de


Altstädte von Stralsund und Wismar

Stralsund Nikolaikirche

Die Nikolaikirche von 1270 in der Mitte Stralsunds. - Foto © picture alliance / Bildagentur-o

Schatzkammern an der Ostsee. Wer durch die Gassen der beiden Hansestädte geht, fühlt sich zurückversetzt in die Zeit der Koggen und reichen Handelshäuser. Im Jahr 1259 trat Wismar dem Städtebund der Hanse bei, 1293 folgte Stralsund. Die historischen Backsteinbauten, in den 1990er-Jahren restauriert, zeugen von der Blütezeit und dem Stolz des damaligen Bürgertums.
Tipp: Die Marienkirche Stralsund, bis 1647 mit 151 Metern höchstes Gebäude der Welt.
Weitere Infos unter www.wismar-stralsund.de


Römische Baudenkmäler in Trier

Porta Nigra Trier

Mächtige Front: Die Porta Nigra diente als Nordtor der Römerstadt. - Foto © picture alliance

Zeitreise zu den Römern. Trier gilt als älteste Stadt Deutschlands. Im Jahr 16 v. Chr. gründete Kaiser Augustus die Siedlung unter dem Namen Augusta Treverorum. An jene Epoche erinnern die Kaiserthermen, das Amphitheater, die Konstantin-Basilika und vor allem die 1800 Jahre alte Porta Nigra, das monumentale Stadttor. Auch der Dom Triers stammt in seinen ältesten Teilen aus dem 4. Jahrhundert, damals war er die größte christliche Kirche der Antike.
Tipp: Bei Erlebnisführungen zeigt ein römischer Zenturio die Porta Nigra.
Weitere Infos unter www.welterbe-trier.de


Klosterinsel Reichenau

Klosterinsel Reichenau

Heiliger Ort: Die Kirche St. Georg aus dem 9. Jahrhundert. - Foto © picture-alliance / DUMONT Bildar

Göttliches Eiland. Auf Reichenau, der größten Insel im Bodensee, gründete Wanderbischof und Abt Pirmin im Jahr 724 ein Benediktinerkloster, das sich schnell zu einem kulturellen und geistigen Zentrum des Abendlands entwickelte. Vor allem die Klosterbibliothek genoss Weltruhm. Die hier erstellten Buchmalereien wurden 2003 sogar ins Weltdokumentenerbe aufgenommen. Neben den Resten des Klosters zeugen weitere Kirchen aus dem 9. bis 11. Jahrhundert von der Bedeutung der kleinen Insel. Die Bauten selbst wirken zeittypisch eher schlicht und lange nicht so prunkvoll wie spätere Kirchen. Sie gelten jedoch als außergewöhnliche Zeugnisse des frühen Mittelalters.
Tipp: Die Abteikirche St. Georg ist berühmt für ihre 1000 Jahre alten Wandmalereien zum Leben Jesu.
Weitere Infos unter www.welterbe-reichenau.de

Wie wird man zum Welterbe?

Seit 1972 kürt die Unesco einmalige Meisterwerke und außergewöhnliche Naturschönheiten.

Bei uns ist das Welterbe Sache der Länder. Sie schlagen Stätten wie die Klosterinsel Reichenau vor. Dann erfolgt der Antrag auf Aufnahme beim Welterbezentrum in Paris. Die 21 Mitglieder des Unesco-Welterbekomitees prüfen, ob alle Bedingungen erfüllt sind, und entscheiden bei einer jährlichen Konferenz. Maßgeblich ist die "herausragende universelle Bedeutung des Kulturguts aus historischen, künstlerischen oder wissenschaftlichen Gründen". Regionen müssen "überragende Naturerscheinungen oder Gebiete von außergewöhnlicher Schönheit und ästhetischer Bedeutung aufweisen". Geld ist mit der Ehre nicht verbunden. Im Gegenteil: Die Länder verpflichten sich, für Schutz und Erhalt zu sorgen. Alle sechs Jahre muss der Zustand dokumentiert werden.

Autor: Kai Riedemann