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Die "Mona Lisa", das wohl berühmteste Gemälde der Welt.

Die "Mona Lisa" von Leonardo da Vinci, das wohl berühmteste Gemälde der Welt. - Foto © picture-alliance / akg-images

Die History-Serie von HÖRZU: Teil 3

Weitere Geheimnisse der Geschichte

Teil drei der großen History-Serie von HÖRZU. Mysteriöse Reliquien, versunkene Reiche: eine Zeitreise zu den ungelösten Rätseln der Menschheit. Diesmal: Turiner Grabtuch, Bernsteinzimmer, Leonardo da Vinci und Atlantis.


TV-Tipp: ZDF-History
Samstag, 23.03., 15:45 Uhr, Phoenix
Das Jesusgesicht. Doku über das Grabtuch von Turin. Mit Guido Knopp


Ist das Turiner Grabtuch eine Fälschung?

Schwach zeichnen sich die Details auf dem berühmtesten Laken der Welt ab, eigentlich sind es kaum mehr als Schatten: Geißelspuren an Rücken, Beinen und Brust, Einstiche der Dornenhaube, Nägel in Händen und Füßen – Spuren einer Kreuzigung. Doch zeigt das Grabtuch von Turin wirklich das Antlitz Jesu? Wie sind die Abdrücke entstanden? Und wie konnten sie fast 2000 Jahre lang erhalten bleiben?

Turiner Grabtuch
Repro des Turiner Grabtuchs in St-Sulpice. - Foto © picture alliance / akg-images

1. Gesicht
Der schemenhafte Abdruck am Kopf passt eher zu einer Art Dornenhaube als zu einem Dornenkranz, wie er auf vielen Gemälden und Statuen zu sehen ist. Die Stacheln bohrten sich noch vor der eigentlichen Kreuzigung qualvoll in Kopfhaut und Stirn.

2. Brust
Die Bibel berichtet über den bereits toten Jesus: "… einer der Soldaten stieß mit der Lanze in seine Seite, und sogleich floss Blut und Wasser heraus" (Johannes, 19,34). Der Todesstoß war aber auch üblich, damit ein Verurteilter schnell verblutete.

3. Blut
An mehreren Stellen des gemarterten Körpers sind Blutspuren zu erkennen, die auf Kreuzigungswunden hindeuten. Viele andere Verfärbungen des Tuches stammen allerdings von Feuer- und Wasserschäden an den wechselnden Aufbewahrungsorten.

4. Handgelenke
Die Kreuzigungsnägel wurden nicht, wie auf alten Darstellungen, durch die Handflächen getrieben. Das Tuch zeigt die Abdrücke deutlich im Bereich der Handgelenke. Nur so halten sie das Gewicht des Körpers.

5. Geißelspuren
Vor der Kreuzigung folterten römische Soldaten den Verurteilten. Ihre Geißeln, Flagrum taxillatum genannt, bestanden aus Riemen mit Bleikugeln an den Enden. Spuren dieser Marter sind überall auf dem mysteriösen Körperabdruck zu finden.

6. Füße
Die Fußwunden zeigen, wo der Nagel zur Kreuzigung durch Fleisch und Knochen getrieben wurde. Beide Füße lagen offenbar übereinander. Auch auf diesem Teil des Tuchs finden sich deutliche Blutreste, vermutlich aus der Wunde des rechten Fußes.


Kein anderes Einzelobjekt der Geschichte wurde so intensiv untersucht wie das 437 Zentimeter lange, 111 Zentimeter breite Tuch. Sogar eine eigene Wissenschaft, die Sindologie, beschäftigt sich mit dem Phänomen. Prof. Giulio Fanti von der Uni Padua hat die 24 wichtigsten Merkmale des Abbilds aufgelistet und mit den bisherigen Hypothesen zur Entstehung verglichen. Die Charakteristika reichen von der Tiefe der Verfärbung (0,2 Mikrometer) bis zur Tatsache, dass das Bild auf beiden Seiten des Stoffs erscheint.

Wurde mit säurebehandelten Reliefs gefälscht? Spielte Kalkstaub oder Zinkpulver eine Rolle? Handelt es sich um mittelalterliche Vorläufer der Fotografie? Fantis Bilanz: "Keine der Hypothesen kann das Abbild vollständig erklären. Und keine der erstellten Reproduktionen weist alle Merkmale auf, die wir am Turiner Grabtuch gefunden haben." Die vorgeschlagenen Methoden zur Fälschung versagen jeweils in mindestens einem Drittel der Punkte.

Auch Kunsthistoriker Thomas de Wesselow ("Das Turiner Grabtuch", C. Bertelsmann, 544 Seiten, 22,99 Euro) erklärt nach Auswertung aller Daten: "Jeder Abschnitt der Körperzeichnung, sogar das aufsehenerregende Antlitz, lässt sich als Verfärbung deuten, die durch einen echten menschlichen Leichnam zustande gekommen ist."

Prof. Fanti vermutet starke elektromagnetische Strahlungen, de Wesselow eher Gase, die den Abdruck erzeugten. In einem Punkt sind sie sich einig: Im Grabtuch lag Jesus.

Wo liegt das Bernsteinzimmer versteckt?

Bernsteinzimmer
Prunk: Das Bernsteinzimmer im Katharinenpalast. - Foto © picture alliance / akg-images

Die schillerndsten Legenden sterben nie. 200 Jahre lang glänzte das Bernsteinzimmer im Katharinenpalast des russischen Zaren bei St. Petersburg – ein einzigartiges Kunstwerk aus geschliffenem Bernstein, veredelt mit Spiegeln und Edelsteinmosaiken. Dann begann in den Wirren des Zweiten Weltkriegs eine Odyssee. 1941 belagerten deutsche Soldaten St. Petersburg, stürmten auch das Schloss. Eine Sondereinheit der Wehrmacht baute die Tafeln ab, brachte sie, in 27 Kisten verpackt, ins ostpreußische Königsberg. Doch 1944 erreichte der Krieg auch diese Stadt. Bomben fielen, legten Häuser in Trümmer. Auch das Bernsteinzimmer?

Bis heute behaupten Jäger des verlorenen Schatzes: Es wurde in einer Geheimaktion in Sicherheit gebracht. "Wie kaum ein anderes Rätsel der Geschichte weckte das verlorene 'achte Weltwunder' die Fantasie der Zeitgenossen", erklärt der ehemalige ZDF-Geschichtsexperte Prof. Guido Knopp, der für eine TV-Doku den Spuren folgte. "Über hundert Theorien gibt es zum Verbleib des Zimmers, an Dutzenden von Stellen wurde gegraben, Stollen wurden aufgesprengt, Seen betaucht."

Kurz vor Kriegsende soll Dr. Alfred Rohde, Leiter der Königsberger Kunstsammlungen, den Schatz an einem sicheren Ort verwahrt haben. Im Dezember 1945 ist er tot, angeblich Typhus. Auch seine Frau stirbt. Das Geheimnis des Bernsteinzimmers nehmen die beiden mit ins Grab. Kein Wunder, dass der verschollene Schatz bis heute Stoff für Verschwörungstheorien liefert.

Abenteurer verfolgten heiße Spuren bis nach Paraguay. Unter dem Decknamen "Puschkin" machte sogar die DDR-Stasi Jagd aufs Bernsteinzimmer. Nur eine der vielen Theorien: Der Schatz liegt noch immer in Königsberg. Zumindest ein Teil könnte den Krieg unter den Ruinen überdauert haben, in jenen zahlreichen Kellern, die nicht mal ansatzweise erforscht sind. Andere selbst ernannte Experten vermuten das Bernsteinzimmer in Deutschland. In einem Wald bei Nobitz könnte der rund 150 Millionen Euro teure Schatz versteckt worden sein. Oder doch Deutschneudorf?

Seit Jahren wird der Boden rund um die kleine Gemeinde im Erzgebirge durchwühlt. In Bergwerksstollen dicht an der deutsch-tschechischen Grenze soll gegen Kriegsende wertvolle Beutekunst eingelagert worden sein. Alles nur Hirngespinste? Wen das Schatzfieber richtig packt, der gibt nicht auf.

War Leonardo da Vinci das größte Genie aller Zeiten?

Leonardo da Vinci
Genialer Geist: Leonardo da Vinci (1452 – 1519). - Foto © picture-alliance / Mary Evans Pi

Visionen waren seine Welt. Was bereits gedacht worden war, genügte Leonardo da Vinci nicht. Dieses Universalgenie der Renaissance entwarf Städte mit ausgeklügelter Kanalisation, skizzierte Flugmaschinen, Roboter, U-Boote, Vorläufer eines Autos. Seine Werke kennt jeder, zum Beispiel die "Mona Lisa" (siehe Foto oben), das wohl berühmteste Gemälde der Welt. Leonardos Leben aber liegt weitgehend im Dunkeln der Geschichte. In seinen Briefen und Aufzeichnungen hat er nichts Privates oder gar Emotionales preisgegeben.

Wie hat das Genie gedacht und gefühlt? Woher kamen seine Ideen? Während Esoteriker sogar "höhere Eingebungen" vermuten, setzt die seriöse Forschung auf Leonardos ruhelosen Geist. Neugier und Experimentierfreude kannten keine Grenzen. "Leonardo hat fast alle zu seiner Zeit bekannten Wissensgebiete erforscht", erklärt Da-Vinci-Experte Prof. Frank Zöllner. "Er war ein Universalgelehrter. Das fasziniert uns, weil unsere Gesellschaft an Fragmentierung und Vereinzelung leidet." Vermutlich war er der wissbegierigste Mensch, der je gelebt hat.

Um noch die letzten Rätsel zu lösen, bauten Forscher vieles nach. Ergebnis: Für die damalige Zeit waren die Ansätze revolutionär. Leonardos Taucheranzug bestand den Praxistest ebenso wie sein stoffbespannter Gleiter. Damit der abhob, mussten die Pläne allerdings leicht verändert werden.

Gab es das geheimnisvolle Reich Atlantis wirklich?

Leonardo da Vinci
Der griechische Philosoph Platon (427 bis 348/347 v. Chr.). - Foto © picture-alliance / akg-images

Ein Mythos für die Ewigkeit! Hinter den Säulen des Herakles, so berichtet der griechische Philosoph Platon um das Jahr 360 v. Chr., lag einst das Inselreich Atlantis. Er beschreibt die Hochkultur in allen Details: die Menschen, die Stadt, die Gärten, die Technik – und den Untergang. Bereits 9000 Jahre vor der Zeitenwende verschlang eine gewaltige Flutwelle die ganze Insel. Fakten oder doch nur Fiktion?

Seit Platons Bericht streiten sich die Gelehrten darüber. Und Abenteurer suchen weltweit nach dem versunkenen Paradies. Anhaltspunkte für die Lokalisierung geben allerdings nur die Dialoge "Timaios" und "Kritias" des griechischen Philosophen. Helgoland, Kanarische Inseln, Nordafrika – überall wurde die legendäre Insel schon vermutet. Spuren? Fehlanzeige.

Im Jahr 2005 trafen sich erstmals Atlantis-Experten zu einem internationalen Kongress. Dabei erarbeiteten sie insgesamt 24 Kriterien, die ein Ort erfüllen muss, um als ernsthafter Kandidat für die Suche zu gelten. Bislang treffen die Merkmale auf keine Region der Erde und kein historisches Ereignis zu. Einige Experten vermuten, dass Helike als Vorbild für Platons Atlantis-Bericht gedient haben könnte. Im Jahr 373 v. Chr. traf ein Erdbeben die griechische Handelsstadt am Golf von Korinth. Häuser stürzten zusammen, eine Flut zerstörte die blühende Siedlung.

Oder lieferte das bronzezeitliche Troja den wahren Kern der Legende? Ging Atlantis unter, als um 5600 v. Chr. das heutige Schwarzmeerbecken geflutet wurde? Sogar vor den Bahamas machten sich Taucher auf die Suche nach Überresten des Inselreichs. Vielleicht hat es Atlantis auch nie gegeben. Vor allem Literaturwissenschaftler sehen in dem untergegangenen Staat nur einen weiteren Mythos Platons. Denn der Philosoph liebte es, seine Theorien mit erfundenen Geschichten und Bildern anschaulich zu gestalten.

Autor: HÖRZU