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Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel ist ein echter Siegertyp.

Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel ist ein echter Siegertyp. / Foto: © dpa

Das zeichnet Gewinner-Typen aus

Wege zum Erfolg

Es waren einmal zwei Schauspielerinnen – eine Blondine und eine Schwarzhaarige. Im Jahr 1978 drehten sie gemeinsam die Serie "Zwei himmlische Töchter". Damals war die Blondine auf dem Karrieregipfel: Dank ihrer Rolle als "Klimbim"-Tochter galt sie als verführerischster Star der Nation, war jung und wunderschön. Männer begehrten sie, Frauen blickten zu ihr auf. Für die Schwarzhaarige hingegen war das Engagement die erste große Karrierechance. Kaum jemand kannte sie damals. In der TV-Branche war sie ein Niemand.

Heute, 33 Jahre später, hat sich alles ins Gegenteil verkehrt: Die ehemals berühmte Blondine hat seit ihrer Rolle in "Zwei himmlische Töchter" unglückliche Liebschaften und immer mehr Schulden angehäuft. Sie ist völlig verarmt und lebt von Hartz IV. Die schwarzhaarige Schauspielerin hingegen baute ihre Karriere aus. Sie gilt heute als eine der leistungsstärksten, bestbezahlten und erfolgreichsten Darstellerinnen Deutschlands. Der Name der Pechmarie: Ingrid Steeger (64), genannt die "Ulknudel". Der Name der Goldmarie: Iris Berben (61), genannt "La Berben".

Was lehrt uns die Geschichte dieser beiden Stars? Zerbrach Ingrid Steeger nur am Schicksal? War Iris Berben einfach vom Glück verfolgt? Waren die Lebenswege der beiden programmiert? "Nein", sagt Heiko Ernst, Psychologe und Chefredakteur der Fachzeitschrift "Psychologie heute". Exklusiv für HÖRZU hat er versucht, das Geheimnis der Sieger zu lüften und herauszufinden, was Gewinner besser machen.

Am Beispiel von Berben und Steeger erklärt er: "Auf den ersten Blick scheint es, als habe Ingrid Steeger alles falsch und Iris Berben alles richtig gemacht. Zwar dürfte es im Leben beider Schauspielerinnen Zufälle gegeben haben, die Steeger auf den Pfad des Pechs und Berben auf den Weg des Glücks geführt haben, aber wir sollten diese Zufälle nicht überbewerten. Denn noch wichtiger als sie sind die Chancen, die uns zurück auf den Glückspfad leiten.

Wer im Leben oft Pech hatte, bekommt irgendwann doch noch die Gelegenheit, das Glück am Schopf zu packen. Er muss es nur erkennen! Im Klartext heißt das: Ein vermeintlicher Verlierer darf nicht in der Geisteshaltung verharren, er habe auf ewig das Pech gepachtet. Er sollte lieber die nächste Gelegenheit als solche erkennen und auch ergreifen – und sei es die tausendste. Falsch wäre es aufzugeben, sich von der Welt verraten zu fühlen, nur zu jammern und sich zu verkriechen. Diese Fehler würden Siegern auf Dauer kaum unterlaufen."

Glück im Unglück

Doch bieten sich tatsächlich jedem Menschen solche Erfolgschancen? "Ja", behauptet Heiko Ernst – selbst einer Kassiererin im Supermarkt, deren Mann arbeitslos und krank sei und die allein fünf Familienmitglieder ernähren müsse: "Vielleicht ist sie in Wahrheit eine Siegerin, weil sie nicht alles hinwirft, sondern durchhält. Ein englisches Sprichwort sagt, man solle auch mit schlechten Karten ein möglichst gutes Spiel absolvieren. Übersetzt heißt das: Sobald sich die Kassiererin bewusst macht, dass sie das Glück hat, gesund zu sein und einer geregelten Arbeit nachgehen zu können, nimmt sie eine optimistische Grundhaltung ein. Diese befähigt sie, auch andere Chancen zu erkennen – so schwer der Weg erst einmal sein mag. Doch der gedankliche Kniff, das Glück hinter dem vermeintlichen Unglück zu sehen, ist ein Beleg für Kreativität – und das ist ein Faktor, der sich immer günstig auf Erfolg auswirkt."

Bestes Beispiel für diese These ist für Heiko Ernst die Schriftstellerin Joanne K. Rowling, Autorin der Bestsellerromane über den Zauberlehrling Harry Potter. Sie verkörpert zudem einen weiteren Erfolgsfaktor: Geduld, also die Gabe, auf bessere Zeiten warten zu können. Rowling (46) litt früher lange Zeit an Depressionen, bekam noch im Jahr 1994 nur 69 Pfund Sozialhilfe pro Woche. Das fertige Manuskript ihres ersten Potter-Romans bot sie unzähligen Verlagen an – doch keiner wollte ihr Buch veröffentlichen. Dennoch gab die Autorin nicht auf. Als sie das Manuskript erneut an einen Verlag schickte, der es bereits abgelehnt hatte, wurde plötzlich ein neuer Mitarbeiter in der Führungsebene auf sie aufmerksam. Der Rest der Geschichte ist bekannt – und Rowling heute eine der reichsten Frauen der Erde, eine weltweit geliebte Erfolgsautorin. Vorbild für alle, die daran glauben, dass man es von ganz unten nach ganz oben schaffen kann – sprichwörtlich vom Tellerwäscher zum Millionär.

Gibt es ein Sieger-Gen?

Schriftstellerin Joanne K. Rowling hat ihren Traum verwirklicht. Kann das jedem von uns gelingen? Der Psychologe Heiko Ernst meint: "Ja – solange unsere Träume einigermaßen realistisch sind. Auf einen Lottogewinn zu hoffen, um mehr Erfolg im Leben zu haben, ist bekanntermaßen irreal. Doch wie Rowling einen möglichen Erfolg mit viel Glauben an sich selbst einzuleiten ist realistisch. Besonders wichtig können dabei unsere Tagträume werden: Diese mit der Realität zu verbinden kann die alles entscheidende Kraft sein, mit der wir den Schalter endlich von Pech auf Glück umlegen."

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Autor: Mike Powelz