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Traumforscherin Dr. Ursula Voss und Xenius Moderatoren Eickelberg, Girard

Psychologin und Traumforscherin Dr. Ursula Voss (li.) erklärt den "X:enius"-Moderatoren Dörthe und Pierre den Unterschied zwischen "normalen" Träumen und Klarträumen. - Foto: ZDF / © Alexander Diekmann/Spiegel TV

Im TV: "X:enius: Kopfkino - Wer führt Regie beim Klartraum?"

Was Träume bedeuten

Das nächtliche Kino im Kopf kann beides: unsere Stimmung spiegeln und sie auch beeinflussen. "X:enius" erklärt den Unterschied zwischen "normalem" Träumen und Klarträumen.

Schlafen und alles vergessen: den Druck bei der Arbeit, den Stress im Alltag, den Streit mit dem Partner? Schön wär's. Doch heute weiß man: Im Schlaf geht das Leben weiter. "Das subjektive Erleben setzt sich fort", sagt Schlafforscher Michael Schredl. "Das Gehirn schaltet ja nicht plötzlich ab." Anders formuliert: Wenn wir wach sind, denken wir, wenn wir schlafen, träumen wir. Laut Schredl sogar die ganze Zeit – und nicht, wie man lange dachte, nur in den aktiven REM-Phasen. "Die Träume im REM-Schlaf sind zwar besonders intensiv und bleiben meist stärker im Gedächtnis", so Schredl, "aber wir haben in allen Schlafphasen Träume." Und die haben ihren Sinn.


Sendehinweis

Fr 9.5., "X:enius: Kopfkino - Wer führt Regie beim Klartraum?", Arte, 20.15 Uhr (s. auch TV-Tipps rechts)


Traumdeutung

Eine verlässliche Traumdeutung gibt es aber nicht. Die Bilder kommen aus unserem Erfahrungsschatz, teilweise aus der kreativen Fantasie. Daher kann dasselbe Bild für zwei Menschen Unterschiedliches bedeuten. Für den einen ist eine Ratte Ungeziefer, für den anderen Freund und Haustier. "Es gibt aber Traumthemen, die über kulturelle Grenzen hinweg häufig und stabil auftreten", so Schredl. Bei diesen typischen Motiven ist relativ klar, was sie bedeuten.

5 typische Traummotive und ihre Deutung

● Fallen

Wir fühlen uns völlig hilflos und ohnmächtig. Wir befinden uns gerade in einer Situation, aus der wir keinen Ausweg sehen.

● Verfolgt werden

Wir weichen einem Konflikt oder einer Angst aus. Da ein Vermeidungsverhalten die Probleme jedoch verschlimmert, sind Verfol­gungsträume oft wichtige Signale, die man ernst nehmen sollte.

● Zu spät kommen

Wir befürchten, dass etwas Katastrophales passiert, wenn wir einen Fehler machen. Dabei müssen wir die Situation nur gedanklich durchspielen, um zu erkennen: Die Welt wird nicht untergehen.

● Gelähmt sein

Wir fühlen uns ohn­mächtig und verzweifelt. Wir sehen zwar die Lösung für unser Problem, sind aber nicht imstande, sie auch in die Tat umzusetzen.

● Fliegen

Wir sind erfüllt von Selbst­vertrauen und dem Bewusstsein, et­was Einzigartiges leisten zu können. Wir fühlen uns frei und unabhängig.


Träume spiegeln die Gefühle

Die Psychologin Brigitte Holzinger ergänzt: "Träumen ist unsere mentale Verdauung. Wir spielen durch, was uns wichtig ist, und verarbeiten es dabei." Oft zeigen Träume Gefühle, die wir sonst nicht wahrnehmen. Denn während der vernünftige Teil des Hirns im Schlaf weitgehend ruht, sind die Areale aktiv, die mit starken Emotionen zusammenhängen. Deshalb erschüttern uns manche Träume so heftig.

"Träume zeigen unsere Emotionen im Vergrößerungsglas", so Schredl. Und sie wirken wie ein Verstärker: "Gestresste träumen überwiegend negativ." Wer aber Albträume hat, schläft schlecht und wird noch gestresster. "Wem es gut geht, der hat schöne Träume", weiß Schredl. Und er wacht auch gut gelaunt auf.

Klarträume

Die nächtlichen Träume und unser Wachzustand sind eng miteinander verzahnt. Das stellen sogenannte luzide Träumer unter Beweis: Hellwach gestalten sie mitten im Schlaf ihre eigene Erlebniswelt. Sie führen Regie in ihren eigenen Träumen. Während andere viel Lebenszeit erinnerungslos verschlafen, nutzen sie ihren Schlaf, um all das zu tun, was ihnen im Wachzustand versagt bleibt.

Das Wissensmagazin "X:enius" erklärt den Unterschied zwischen "normalem" Träumen und Klarträumen und zeigt, wie man es lernen kann und wie sich die Wissenschaft Fähigkeiten der Klarträumer zunutze macht.

Autor: Susanne Schumann