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Meteoriten-Einschlag in Russland Anfang 2013 hat

Der Meteoriten-Einschlag in Russland Anfang 2013 hat bewiesen: Jederzeit kann
die Erde von einem außerirdischen Geschoss getroffen werden. Foto: © n-tv

Im Bann des Kometen

TV-Doku: "Meteoriten: Tödliche Geschosse"

Europas größtes Weltraumprojekt geht in die zentrale Phase: Die Sonde "Rosetta" sucht auf einem Schweifstern nach Bausteinen des Lebens.


TV-Tipp

Di, 22.7.: "Meteoriten: Tödliche Geschosse" - Doku über die Gefahr aus den Tiefen des Weltraums; n-tv, 22.10 Uhr


Darmstadt am 20. Januar 2014: Im Kontrollzentrum der Europäischen Weltraumorganisation ESA steigt die Spannung. Seit 31 Monaten fliegt die Raumsonde "Rosetta" bereits im Stromsparmodus durchs All. Winterschlaf für das Hightechwunder. Wird das automatische Aufweckmanöver klappen? Punkt 19.18 Uhr funkt "Rosetta" endlich wieder ein Signal zur Erde. Bei den ESA-Experten bricht Jubel aus. Die entscheidende Phase der Mission Kometenjäger kann beginnen!

Ziel der Sonde ist 67P/Tschurjumow-Gerasimenko – ein Komet, der seine Bahn um die Sonne zieht. Erste Bilder mit dem Weltraumteleskop "Hubble" zeigen einen ovalen Himmelskörper, drei mal fünf Kilometer groß. Als Überbleibsel aus der Entstehung des Sonnensystems könnte er Aufschluss geben auch über die Geburt unserer Erde.

Wichtige Zeugen der Urzeit

Das ehrgeizigste Projekt in der Geschichte der europäischen Raumfahrt gilt als Meilenstein – und als großes Wagnis. Noch nie zuvor schwenkte eine Sonde auf die Umlaufbahn um einen Kometen ein, noch nie wurde eine Landeeinheit auf der Oberfläche abgesetzt. "Die 'Rosetta'-Mission ist ein wissenschaftlicher Höhepunkt", schwärmt Dr. Stephan Ulamec vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). "Man geht davon aus, dass Kometen einst die Bausteine für die Entwicklung des Lebens auf die Erde brachten. Ihr Material stammt aus der Zeit vor 4,6 Milliarden Jahren, als sich der planetare Urnebel bildete." Wie sieht die Oberfläche des Kometen wirklich aus? Ist sie hart oder weich? Welche organischen Verbindungen lassen sich aufspüren? Wie viel Wasser gibt es dort in Form von Eis?

Auf dem Weg zum fernen Ziel hat "Rosetta" bereits eine Odyssee hinter sich. Direkter Anflug? Unmöglich. Seit dem Start am 2. März 2004 flog die Sonde deshalb mehrmals an Erde und Mars vorbei. In komplizierten Manövern holte sie so Schwung, um zum richtigen Zeitpunkt mit der richtigen Geschwindigkeit am richtigen Ort zu sein.

"Rosetta" steuert ihr Ziel an

Nach dem geglückten Erwachen aus dem Winterschlaf und kleinen Kurskorrekturen hat "Rosetta" jetzt ihr Ziel im Visier. Stephan Ulamec: "Am 6. August soll die Sonde in eine Umlaufbahn um den Kometen einschwenken. Aus zunächst 100 Kilometern Entfernung wird die Oberfläche fotografiert und vermessen, damit wir einen geeigneten Landeplatz finden." Alles muss passen: Anflugwinkel, flaches Gelände für die Landung, genug Licht für die Solargeneratoren. "Am 11. November wird dann die Landeeinheit ,Philae‘ abgesetzt", erklärt Ulamec, "Philae"-Projektleiter beim DLR in Köln. "Rosetta" trägt das 100 Kilo schwere Forschungsmodul noch huckepack durchs All.

Während das "Mutterschiff" weiter um den Kometen kreist, sinkt "Philae" in einer parabelförmigen Flugbahn auf seine Oberfläche hinab, schießt bei der ersten Berührung eine Harpune ab, die sich in den Grund bohrt und das Modul festzurrt. "Dann beginnt der spannendste Teil", sagt Ulamec. "Welche organischen Moleküle können wir auf dem Kometen finden?" Damit wird der Flug durchs All endgültig zur Reise in die Urzeit.

Autor: Kai Riedemann