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Nachbildungen der Außensärge, derzeit in der Austellung in Nürnberg zu sehen.

Die zwei Außensärge: Nachbildungen, die derzeit in der Austellung in Nürnberg zu sehen sind. - Foto © picture alliance / dpa

Rätselhaftes Ägypten

Totenkult um Tutanchamun

Totenkult um Tutanchamun: Die drei prunkvollen Särge des Tutanchamun zählen zu den wertvollsten archäologischen Funden. Was sie uns über den Pharao verraten.

Er besteht aus purem Gold, ist reich verziert mit Schmucksteinen und sieht aus wie ein erhabener Gott: Der innere Sarg des Kindpharaos Tutanchamun gehört zu den spektakulärsten Fundstücken seines Grabschatzes. In originalgetreuer Nachbildung ist er nun in der Ausstellung "Tutanchamun – Sein Grab und die Schätze" zu sehen. Bis zum 26. Januar macht sie Station in Nürnberg.

Tutanchamun

Die Nachbildung der Mumie des Tutanchamun im Sarkophag ist in der Ausstellung "Tutanchamun - Sein Grab und die Schätze" in Nürnberg (Bayern) zu sehen. - Foto © picture alliance / dpa

1922 entdeckte der Brite Howard Carter im Tal der Könige in Ägypten den Zugang zur Gruft des Pharaos. Damit machte er Tutanchamun zur berühmtesten Persönlichkeit des Alten Ägyptens. Und das, obwohl der junge König, der im zarten Alter von neun Jahren den Thron bestieg, vermutlich bereits mit 18 starb. Über 3300 Jahre lang ruhte sein einbalsamierter Leichnam in drei kunstvoll ineinandergefügten Särgen, die ein massiver Sarkophag aus Quarzit und Granit barg. Deshalb hatten Carter und sein Archäologenteam auch große Mühe, die Mumie des Pharaos freizulegen.

Der Reichtum der Pharaonen

Die drei Särge sehen auf den ersten Blick zwar unterschiedlich aus, haben aber doch einige Gemeinsamkeiten: Alle drei sollen ein Abbild des verstorbenen Königs sein. Sie zeigen ihn mit den Herrschaftsinsignien in den gekreuzten Händen: Krummstab und Geißel. Als Ornament tragen die Särge ein Federkleid aus schützenden Schwingen, auf der Stirn des Pharaos prangen stets Geier und Kobra, zwei göttliche Symbole.

Dr. Zahi Hawass, ehemals Ägyptens Minister für Altertumsgüter, heute renommierter Tutanchamun-Experte, erklärt sie: "Der Geier und die Kobra sind die Schutzgöttinnen Ober- und Unterägyptens und sollen den Leichnam des Königs bewahren." Demselben Zweck dienen auch die drei Prunksärge. Allein der äußere wiegt enorme 1360 Kilo und ist 2,24 Meter lang – eine offenbar zu üppige Ausführung, wie ein Fund Howard Carters belegt: Er entdeckte 1922 bei der Öffnung des Grabs vergoldete Holzspäne auf dem Boden des steinernen Sarkophags. Hawass schließt daraus: "Im Verlauf des Bestattungsrituals müssen die Trauergäste festgestellt haben, dass das Fußteil des Sargs nicht in den Sarkophag passte."

Den Rätseln Tutanchamuns auf der Spur

Der Außensarg, aus Holz geschnitzt und mit Goldblech beschlagen, scheint nachträglich angepasst worden zu sein. Was seiner Pracht keinen Abbruch tat: "Die Augen des Königs bestehen aus Kalzit und Obsidian, die Brauen aus blauer Glaspaste",so Hawass. Mithilfe von Silbergriffen an der Längsseite ließ sich der Sarg öffnen – und zum Vorschein kam dabei ein noch prächtigerer Holzsarg mit Einlagen aus Halbedelsteinen und Glaspaste. Das Federkleid schimmerte hier in verschiedenen Farben: Rot, Hell- und Dunkelblau.

Das klassische Königskopftuch, Symbol für den Kreislauf von Tod und Wiedergeburt, rahmt das Gesicht des Pharaos. "Manche Ägyptologen glauben, die Gesichtszüge auf diesem Sargdeckel stimmen nicht mit denen der anderen Deckel überein", erklärt Hawass. Möglicherweise war er also gar nicht für Tutanchamun, sondern für einen Vorgänger angefertigt worden.

Im mittleren Sarg befand sich der Innensarg, 110,4 Kilo schwer. "Er besteht aus purem Gold und zeugt vom Reichtum der Pharaonen der 18. Dynastie", meint Hawass. Bis zu drei Millimeter dick ist das Goldblech. Die Inschriften rufen die Götter an, den toten König zu bewachen. Was sie anscheinend auch taten: Im Innensarg fanden sich endlich die unversehrte Mumie und die berühmte Goldmaske des Tutanchamun.

Autor: Manuel Opitz