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Apnoetaucher Herbert Nitsch

Apnoetaucher Herbert Nitsch kann bis zu 9 Minuten die Luft anhalten. - Foto: © ZDF / Herbert Nitsch

Doku über Ausnahmetalente

"Terra X: Supertalent Mensch" im TV

Sie tauchen in Eiswasser oder rechnen mit millionenstelligen Zahlen. Eine Doku geht nun den Fähigkeiten dieser Ausnahmetalente nach.

Seit einigen Jahren sind Superhelden offiziell Hollywoods Lieblinge. Filme mit kostümierten Weltrettern sorgen für volle Kinokassen. Neben Batman und Spider-Man besonders erfolgreich: die X-Men. Über drei Milliarden Dollar hat ihre Reihe bereits eingespielt. Die X-Men sind von Geburt an mit besonderen Kräften wie Telekinese oder Unzerstörbarkeit ausgestattet. Alles pure Fantasie, oder?

Fast. Natürlich sind Kinohelden wie Wolverine oder Magneto reine Hirngespinste. Aber es existieren tatsächlich Menschen mit Kräften, die aus einem Superheldencomic stammen könnten. Wie wäre es etwa mit jemandem, der es stundenlang im Eis aushält? Oder einem Mann, der mit einem einzigen Atemzug über 250 Meter tief tauchen kann? Diese Leistungen und viele andere sind wissenschaftlich verbrieft. Der Doku-Zweiteiler "Supertalent Mensch" aus der Reihe "Terra X" widmet sich einigen dieser seltenen außergewöhnlichen Individuen, die überall auf der Welt leben.


"Terra X: Supertalent Mensch" im TV-Programm

So., 14.12., 19.30 Uhr, ZDF: Teil 1 der Doku über "Superhumans".

So., 21.12., 19.30 Uhr: Teil 2: (s. auch TV-Tipps rechts)


Gute Gene oder hartes Training?

Wie lassen sich ihre Fähigkeiten erklären? Sind sie womöglich erlernbar? "Bei jedem Menschen gibt es eine Wechselwirkung aus Veranlagung und Umwelt", sagt Prof. Markus Hengstschläger, Genetiker von der Medizinischen Universität Wien. "Erst durch intensives und kontinuierliches Training lassen sich absolute körperliche Höchstleistungen erreichen." Eine der unglaublichsten Leistungen überhaupt vollbringt Wim Hof. Der Spitzname des 55-jährigen Niederländers: "Iceman". Bei einem seiner zahlreichen Kälterekorde hielt er es 2011 eine Stunde und 52 Minuten in einem Eisbad aus. Während solcher Extrembedingungen sinkt Hofs Körpertemperatur nicht signifikant ab. Es scheint ihm tatsächlich zu gelingen, direkt Einfluss auf sein autonomes Nervensystem und sein Immunsystem zu nehmen. Dies, so erklärt er selbst, sei möglich durch eine Meditation und jahrelanges Training. Aber auch Gene spielen wohl eine Rolle. "Unempfindlichkeit gegenüber Temperaturen ist letztlich eine Art von Schmerzunempfindlichkeit", erklärt dazu Prof. Hengstschläger. "Es gibt seltene genetische pathologische Anlagen, die dazu führen können, dass Menschen schmerzunempfindlich sind."

Mit einer völlig anderen Fähigkeit beeindruckt Gert Mittring. Der 48-jährige Deutsche gilt als "menschlicher Taschenrechner" – er selbst kann mit diesem Begriff wenig anfangen. "Mir geht es beim Rechnen darum, mit einem kreativen Denkprozess elegant und bei geringstmöglichem Aufwand zur Lösung zu kommen", erklärt er HÖRZU. Im August 2014 wurde Gert Mittring in London bei der alljährlichen Mind Sports Olympiad Weltmeister im Kopfrechnen – zum insgesamt zehnten Mal. Allein glückliche Veranlagung oder doch auch hartes Training? Beides, meint Mittring selbst. "Ich glaube, bei mir ist das Verhältnis etwa 50 zu 50. Würde ich mehrere Monate nicht rechnen und trainieren, würde meine Leistung langsam schlechter werden. In dieser Hinsicht ist mein Gehirn wie ein Muskel."

Gehirnscan beim Kopfrechnen

Für die Doku unterzieht sich Mittring medizinischen Tests. Er löst etwa komplexe Rechenaufgaben, während ihn ein Kernspintomograf untersucht. Ebenfalls auf diese Weise getestet wird Rüdiger Gamm, ein weiteres Rechengenie. Das erstaunliche Ergebnis: Obwohl beide dieselbe Aufgabe lösen, nutzen sie dafür ganz unterschiedliche Hirnregionen. Gert Mittring nutzt vor allem Hirnareale im frontalen Bereich. Er rechnet aktiv mit den Zahlen. Bei Rüdiger Gamm dagegen sind hintere Hirnbereiche im Einsatz. Hier speichern wir Wissen ab. Gamm weiß unglaublich viel auswendig und kombiniert sein gelerntes Wissen mit den neuen Aufgaben. Das heißt: Es gibt kein Rechenzentrum im Gehirn.

Zugegeben: Ein Rechengenie, etwa einen "Math-Man", sucht man unter Hollywoods X-Men vergebens. Aber die Fähigkeiten der echten "Superhumans" sind letztlich genauso geheimnisvoll wie die der Leinwandhelden.


Die Leistungen der "Superhumans"

Schwimmen in Eiswasser

Der Niederländer Wim Hof hält es fast zwei Stunden in einem Eiswürfelbad aus. Weltrekord! Eine spezielle Meditationstechnik, so Hof, erlaube es ihm sogar, nur mit einer Badehose bekleidet im Eismeer zu tauchen.

Kopfrechnen

Gert Mittring gilt als bester Kopfrechner der Welt. Zehnmal hat er die alljährliche Mind Sports Olympiad schon gewonnen. Zur Übung rechnet er im Kopf schon mal mit millionenstelligen Zahlen.

50 Marathons in 50 Tagen

US-Amerikaner Dean Karnazes profitiert von einer besonderen Energieverbrennung, durch die er sich beim Laufen regenerieren kann. So absolvierte er einmal 50 Marathons in 50 Tagen.

Echoortung lässt Blinden "sehen"

Ohne fremde Hilfe navigiert der Blinde Daniel Kish. Sein Trick: Mit dem Mund erzeugt er Klicklaute, deren Schall von umliegenden Objekten reflektiert wird. Kish macht sich auf diese Art ein Bild seiner Umwelt.

Ohne Atemgerät in 253 Meter Tiefe

Selbst unter den besten Apnoetauchern (Tauchen ohne Sauerstoffgerät) gilt Herbert Nitsch als Phänomen. Der Österreicher hat 32 Rekorde aufgestellt, und 2012 tauchte er 253,2 Meter tief. Seine Lungen fassen zehn bis 15 Liter.

Autor: Michael Tokarski