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Wolken am Himmel

Wegen der häufigen Wetterumschwünge ist der Frühling für Meteorologen eine besondere Herausforderung . - Foto © picture-alliance/ dpa

Wetter im Frühling

Sonnenschein: Die Prognose für die nächsten Monate

Kaum ein Thema wird so häufig, so heftig, so gern und so gefühlsgeladen diskutiert wie das Wetter. "Ist das nicht herrlich heute!?" – "Endlich mal wieder Sonne! Ich kann wirklich keinen Schnee mehr sehen." – "Mensch, war das stürmisch letzte Nacht! Ich habe kein Auge zugetan."

Endlich Frühling: Ab März zeigt uns die Sonne immer öfter ihr strahlendes Gesicht

Das Wetter betrifft einfach jeden. Und weil es ständig wechselt, bietet es immer hochaktuellen Gesprächsstoff. Gerade jetzt im Frühjahr ist es wieder Thema Nummer eins. Nach Eis, Schnee und Minusgraden in den Wintermonaten werden die ersten wärmenden Sonnenstrahlen sehnlichst erwartet. Sie locken die Natur aus ihrem Winterquartier: strong>Osterglocken sprießen leuchtend gelb aus der Erde, die Vögel zwitschern wieder laut in den Bäumen, auch wir fühlen uns wunderbar beflügelt, strotzen vor Tatendrang. Endlich wieder raus ins Freie! Frische Luft, grüne Wiesen!

Für Meteorologen ist der Frühling eine besondere Herausforderung: Wegen der häufigen Wetterumschwünge ist die Fehlerquote jetzt vergleichsweise hoch. Auf eines aber kann man sich verlassen: Die Sonne zeigt uns ab März immer öfter ihr strahlendes Gesicht. Sie ist der entscheidende Antrieb fürs Wetter. Ihr verdanken wir es auch, dass nun lockerflockige Wölkchen über den Himmel ziehen. "Es gibt wieder Thermik, eine Form von Aufwind. Sogenannte Warmluftblasen steigen auf und kühlen sich dabei ab, der in ihnen enthaltene unsichtbare Wasserdampf kondensiert und wird als Quellwolke sichtbar“, sagt Donald Bäcker vom Wetterdienst Meteomedia. Wir nennen sie auch Blumenkohl- oder Schäfchenwolke. Und wir lieben sie!

Die Wettervorhersagen sind in den vergangenen Jahren immer zuverlässiger geworden

Doch das Wetter beeinflusst nicht nur das Aufblühen der Natur, sondern auch unser Leben. Genau deshalb möchten wir so viel darüber wissen: Kann die Winterjacke endlich in den Schrank, weil es schon warm genug ist für den leichten Trenchcoat? Wird es Schauer geben, oder kann man endlich statt mit Bus und Bahn mit dem Rad zur Arbeit fahren? Wird am Wochenende das erste Picknick im Park möglich sein? Oder zumindest der Lieblingseisbecher draußen auf der Caféterrasse? Antwort auf diese Fragen gibt uns täglich der Wetterbericht. Mehrere Millionen Deutsche schalten allein im Vorabendprogramm die Vorhersagen ein (siehe auch TV-Tipp rechts).

Diese sind in den vergangenen Jahren immer zuverlässiger geworden. Meteorologen liegen heute bei Prognosen für die folgenden drei Tage in neun von zehn Fällen richtig. Experte Donald Bäcker, der regelmäßig das Wetter im ARD-"Morgenmagazin" präsentiert, erklärt, wie so ein Blick in die Wetterzukunft entsteht: "Wie bei einem Patienten wird zunächst eine Diagnose erstellt. Man beobachtet also, wie das Wetter im Moment ist. Dann folgt die Prognose: Von wo nach wo bewegt sich die Luft? Wohin zieht das Hoch- oder das Tiefdruckgebiet?"

Für eine verlässliche Vorhersage müssen Meteorologen die Vorgänge in der Atmosphäre, also der Gashülle unseres Planeten, sehr genau im Auge behalten. Dabei kommt es auf die Temperatur, den Luftdruck, die Windgeschwindigkeit und die Feuchtigkeit an. Erfasst werden all diese Daten von Wetterstationen und -radargeräten sowie Satellitenbildern. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) betreibt etwa 180 Wetterstationen plus weitere 2000 ehrenamtlich geführte Stationen in ganz Deutschland.

Wettervorhersagen mit Hilfe von Satelliten

Ein bedeutendes Werkzeug der Prognose sind Wettersatelliten. Sie beäugen die Erde aus einer Entfernung von mehr als 35.000 Kilometern und versorgen die Wetterdienste mehrmals in der Stunde mit neuen Aufnahmen. Ebenfalls wichtig sind Radarmessungen – besonders für kurzfristige Unwetterwarnungen. Das Prinzip: Wassertropfen reflektieren die elektromagnetischen Wellen der Messgeräte. So können Regengebiete aufgespürt werden. Jetzt im April und später im Sommer ist der Radar sehr wichtig, denn er entdeckt früh Gewitterzellen mit starkem Regen oder auch Hagel.

Anhand aller Mess- und Beobachtungsdaten kann das Wetter nun mit einer komplizierten Formel errechnet werden. Jeder Wetterdienst vertraut dabei auf seine eigene. Einen Nachteil aber haben alle: Sie gehen nie ganz auf. Um sich an die richtige Lösung so dicht wie möglich heranzupirschen, müssen Wettercomputer ganze Arbeit leisten. Je besser diese Superrechner sind – sie gelten übrigens als die leistungsfähigsten der Welt –, desto genauer fallen ihre Prognosen aus. Das Ergebnis wird schließlich in Karten übertragen.

Autor: Jasmin Henning