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Warmer Sand hilft gegen Rheuma und Rückenleiden.

Warmer Sand hilft gegen Rheuma und Rückenleiden. - Foto © dpa Picture-Alliance GmbH

Fragen & Antworten

Sand: der feine Alleskönner

1. Woher kommen die Sandkörner eigentlich?
Antwort: Aus der Vergangenheit unseres Planeten! Jedes Korn hat eine lange Reise hinter sich, oft Millionen Jahre. Denn es entstand durch Erosion: Gebirge sind durch Regen, Sonne, Frost, Wind und Organismen ständig chemischen, physikalischen und biologischen Angriffen ausgesetzt. Im Lauf der Erdgeschichte lösen sich Felsen ab und verwandeln sich in Gesteinsbrocken, Geröll, schließlich in Sand. Wind und Wasser tragen diesen an Orte, an denen die Erdkruste großräumig absinkt: in Meeresbecken. Dort werden sie durch den Druck des Wassers auf dem Grund zu Sandstein, der durch Hebungen der Erdkruste irgendwann aufgefaltet und anschließend abermals zerbröselt wird. Ein neuer Erosionszyklus beginnt. Bei einer Zyklusdauer von etwa 200 Millionen Jahren können die Körner durchaus zehn Zyklen hinter sich haben – fast die halbe Erdgeschichte! Viel jünger ist übrigens Sand aus Überresten abgestorbener Lebewesen, etwa Muscheln.

2. Warum ist Sand für uns so wichtig?
Antwort: Jeder Bundesbürger verbraucht zwölf Kilo Sand und Kies pro Tag. Ein wichtiger Rohstoff! Denn täglich nutzen wir Produkte, die es ohne Sand gar nicht gäbe – vor allem ohne den in der Industrie geschätzten Quarzsand. Das reicht von Glas und Porzellan über Zahnpasta und Arzneimittel bis hin zu Handys, CDs, DVDs und Mikrochips.

3. Seit wann wird mithilfe von Sand gebaut?
Antwort: Während Sand heute als Baustoff im Tief-, Verkehrswege-und Erdbau sowie bei der Herstellung von Zement eine zentrale Rolle spielt, diente er in früheren Zeiten eher als Hilfsmittel bei der Planung. Im alten Ägypten wurden zum Beispiel Sandmodelle eingesetzt, um beim Errichten der Pyramiden Winkel und Kanten möglichst exakt berechnen zu können.

4. Wie kann Sand heilende Kräfte entwickeln?
Antwort: Seit Jahrtausenden nutzen Menschen die kleinen Körnchen, um Krankheiten zu kurieren oder deren Symptome zu lindern. Massai-Krieger buddelten sich etwa nach der Jagd in warmen Sand ein, um Muskeln und Gelenke zu entspannen. Heute nennt man das auch "Psammotherapie" (griech. psammos = Sand). Sie wird unter anderem bei Rückenleiden, Rheuma und Verspannungen eingesetzt. Dabei versinkt der Körper für 30 Minuten in einem zuvor auf bis zu 50 Grad erhitzten Sandbett, nur noch der Kopf lugt heraus. Was in Wellnesshotels und Kliniken aufwendig inszeniert wird, funktioniert auch am Strand – vorausgesetzt, es gibt Sonne und Sand im Überfluss: Auf der italienischen Insel Ischia werden die Kurgäste im warmen Lavasand eingegraben. Auch Kurorte in Japan und auf den Malediven setzen auf Psammotherapie in freier Natur. Neueste Erkenntnisse weisen sogar eine positive Wirkung des Sandbads auf Atmung und Durchblutung nach.

Foto Flashbühne © dpa Picture-Alliance GmbH

Autor: HÖRZU