HÖRZU Android Logo
HÖRZU
TV-Programm
kostenlose App
Get it on Google Play
HÖRZU iOS Logo
HÖRZU
TV-Programm
kostenlose App
Get it on Google Play
HÖRZU Logo
Unterhaltung Filter
Kategorie einstellen
Woher weiß der Baum, dass die Äpfel reif sind?

Warum fällt der Apfel vom Baum? Dieses Rätsel löst der TV-Moderator Ranga Yogheswar in seinem neuen Buch. - Foto © picture alliance / Bildagentur-o

Fragen & Antworten

Rätsel des Alltags

Das Lachen der Erkenntnis: "Es taucht immer dann auf, wenn wir ein Rätsel lösen", sagt Ranga Yogheswar. In seinem neuen Buch "Ach so! Warum der Apfel vom Baum fällt" löst der TV-Moderator viele Rätsel. Weil er auch persönliche Erfahrungen einfließen lässt, ist es nicht nur ein informatives, sondern auch ein amüsantes Buch geworden, bei dem man oft lachen kann. Die besten Antworten, leicht gekürzt hier:

Schläft man bei Vollmond schlechter?

Antwort: Vollmondnächte – wunderbar. Aber erstaunlich viele Menschen sind davon überzeugt, dass sie dann schlechter schlafen. Beeinflusst der Vollmond tatsächlich unsere Nachtruhe? Es könnte ja an seiner Helligkeit liegen. Doch wenn man nachmisst, stellt man fest, dass der Mond gar nicht so hell strahlt: Gerade einmal 0,2 Lux beträgt seine Beleuchtungsstärke in einer Vollmondnacht. Eine Straßenlaterne ist mit 10 Lux hingegen deutlich heller. Doch auch bei geschlossenen Gardinen glauben viele Menschen an einen Einfluss des Erdtrabanten. Schlafforscher haben deshalb eine ganze Serie von Studien durchgeführt. Die gesammelten Daten von insgesamt 112 Versuchspersonen in 957 Nächten, davon 76 mit Vollmond, wurden analysiert. Dabei zeigte sich, dass der Vollmond nachweislich keinen Einfluss auf unseren Schlaf hat. Dennoch sind laut Umfrage etwa 40 Prozent aller Menschen vom Gegenteil überzeugt. Wie kommt es zu diesem scheinbaren Widerspruch? Wenn wir schlecht schlafen und per Zufall Vollmond herrscht, bringen wir unbewusst den Mond damit in Verbindung. Obwohl das zwar wissenschaftlich falsch ist, bilden wir uns dennoch einen Zusammenhang ein und glauben am Ende sogar fest an das Vorurteil. Doch jetzt wissen Sie: Es stimmt nicht! Der Vollmond ist ganz und gar unschuldig.

Warum tränen die Augen beim Zwiebelschneiden?

Antwort: Da schälen manche mit Taucherbrille, andere unter der laufenden Dunstabzugshaube, und wiederum andere behalten während des Schälens einen Schluck Wasser im Mund. Die Tipps und Tricks der Zwiebelschäler sind vielfältig. Ungeschnitten ist jede Zwiebel harmlos, doch sobald man sie anschneidet, scheint sie sich mit einem beißenden Duft zu wehren. Was wir hier erleben, ist ein höchst effektiver Schutzmechanismus der Natur. Pflanzen setzen sich mit ausgeklügelten Strategien gegen Parasiten und Pilze zur Wehr, ihre Waffen reichen von Bitterstoffen und Düften bis hin zum Gift. In den Zwiebelzellen befinden sich zwei Inhaltsstoffe, die normalerweise nicht miteinander in Berührung kommen: zum einen die geruchlose schwefelhaltige Aminosäure Alliin, die sich in den äußeren Zellschichten befindet; zum anderen das Enzym Alliinase, das sich im Zellinneren versteckt. Beim Schneiden der Zwiebel kommen die beiden Substanzen in Kontakt und reagieren miteinander. Das Enzym wirkt wie eine chemische Schere, spaltet das Alliin-Molekül in das hocharomatische Allicin. Diese Substanz reagiert mit der Luft und dem Wasser, wodurch das reizende Gas Propanthialsulfoxid entsteht. Aus dieser Schwefelverbindung entwickelt sich im wässrigen Tränenfilm die ätzende Schwefelsäure, und prompt fangen die Augen an zu tränen.

Warum werden die Haare grau?

Antwort: Von der französischen Königin Marie Antoinette wird berichtet, ihre Haare seien in der Nacht vor ihrer Hinrichtung schlagartig ergraut. Die Geschichte hält sich zwar hartnäckig, doch sie ist falsch: Selbst bei größtem Stress verlieren Haare nicht über Nacht ihre Farbe. Auch ohne Gang zum Schafott werden unsere Haare mit der Zeit grau. Doch auch das stimmt nicht ganz, wenn man genau hinsieht. Die einzelnen Haare sind nämlich nicht grau, sondern weiß. Durch die Mischung zwischen Weiß und der jeweiligen Haarfarbe entsteht erst der Eindruck einer grauen Färbung. Unsere Haarfarbe wird durch den Farbstoff Melanin bestimmt. Spezielle Pigmentzellen geben diesen Farbstoff an die Haarwurzelzellen weiter. Mit der Zeit stellt der Körper die Produktion des Farbstoffs jedoch ein, dann wird Luft eingelagert. Hierdurch glänzen die Haare älterer Menschen besonders intensiv. Das Ergrauen ist Veranlagungssache, bis heute konnte nicht genau geklärt werden, was den Prozess auslöst. Sowohl die Anzahl der weißen Haare als auch die Geschwindigkeit des Ergrauens scheint genetische Ursachen zu haben.

Warum fällt der Apfel vom Baum?

Antwort: Reife Äpfel fallen vom Baum. Warum geschieht das? Auf dem Boden finden sich nicht nur dicke, reife Äpfel, sondern auch kleinere faule oder vom Wurm zerfressene Exemplare. Intakte Äpfel, die noch nicht reif sind, halten hingegen fest an ihrem Stiel, sodass man sie nur schwer vom Ast pflücken kann. Reife oder beschädigte Äpfel hängen hingegen lose und fallen leicht ab. Offensichtlich scheint sich der Baum der reifen oder ungesunden Früchte zu entledigen. Doch woher weiß der Baum, welche das sind? Pflanzen nutzen Hormone, um sich über den Zustand ihrer Früchte zu informieren. Apfelbäume und auch viele andere Früchte verwenden hierfür das Gas Ethylen. Reife, aber auch angegriffene Äpfel dünsten dieses Gas aus, senden damit eine chemische Botschaft an die anderen Früchte und den Baum. Das Gas verändert außerdem die Biochemie der benachbarten Blätter. Diese beginnen, eine Art Altershormon zu produzieren: die Abscisinsäure. Sie bewirkt, dass sich zwischen Zweig und Stiel eine Trennschicht ausbildet. Diese verkorkten Zellen lassen keine Nährstoffe mehr durch. Der Apfel verhungert also am Ast. Irgendwann reißt die verkorkte Bruchstelle – und der Apfel fällt vom Baum.

Autor: HÖRZU