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Benediktinerpater Anselm Grün

Benediktinerpater Anselm Grün / Foto: © dpa

Neues Buch mit Tipps

Pater Anselm Grün: "Einfach nur Glück"

Wenn man ihn zum ersten Mal sieht, hat man sofort dieses Gefühl: Da stimmt alles. Mit weißem Bart und langer Kutte sitzt er in einer Maueröffnung. Der Körper ruht in sich. Die Hände sind zu einem Herz geformt. Er verschenkt einen offenen Blick aus gutmütigen braunen Augen, als wollte er sagen: Seht her, ich trage das Glück in mir. Wenn Pater Anselm Grün von der Benediktinerabtei Münsterschwarzach redet, lachen seine Augen. In seinem neuen Buch "Einfach nur Glück" gibt der Bestsellerautor Antwort auf eine Frage, die uns besonders bewegt: Was ist Glück?

Sein Buch will Wohlwollen, Demut und Bescheidenheit lehren und so Reichtum schenken. Kernthese: Wer im Einklang mit sich selbst ist, wird glücklich. Nur, welcher Weg führt dorthin?

Das Gute in allem sehen

Grün beschreibt drei positive Haltungen als Weg zum Glück: Glaube, Hoffnung und Liebe. Damit holt er die christlichen Tugenden lustvoll in unser Leben. "Sie sind in dem Menschen angelegt. Er soll sie pflegen und entfalten", sagt er. Das Wort Tugend kommt schließlich von "taugen" und bezeichnet die Bedingung, dass das Leben gelingt. Glück beginnt im Kopf – mit dem Glauben.

Für Anselm Grün bedeutet das, bewusst das Gute in Menschen und Dingen zu sehen. Manchmal fällt es einem schwer. Nur: "Wenn ich beispielsweise meine Krankheit als Strafe Gottes deute, tue ich mir damit keinen Gefallen", so der Pater. "Ohne Glauben verkrampfen wir uns. Wir halten alles fest, unseren Besitz, unseren Erfolg, unsere Gesundheit. Im Glauben können wir all das loslassen."

Doch wo ist der Gott, an den wir glauben? In uns selbst – wenn wir ganz wir selbst sind. Ein weiterer Weg zum Glück ist die Hoffnung. Was erwarte ich? Was ersehne ich mir? "Die Hoffnung verjüngt den Menschen", sagt Grün. Wer aufhört zu hoffen, bleibt innerlich stehen. Es gilt, sich ständig zu entwickeln und zu entfalten. "Ganz gleich, ob unsere Anstrengungen glücken oder nicht, die Hoffnung auf die Auferstehung kann uns niemand rauben. Und sie lässt uns gelassen und zuversichtlich für diese Welt arbeiten."

Das sagt einer, der tatsächlich lebt, was er sagt. Als höchste Tugend versteht der Mönch die Liebe. Viele Menschen definieren sich durch sie: Ich werde geliebt, also bin ich. Doch sind sie damit auch wirklich glücklich? Grün versteht unter der Liebe mehr als Gefühl. "Es bedeutet ein neues Verhalten. Um einen anderen lieben zu können, muss ich das Gute in ihm erkennen. Dann kann ich den anderen auch gut behandeln, etwa mit Rücksichtnahme und Achtsamkeit."

Die Liebe wirft dem anderen nicht vor, dass er so oder so ist. Wer mit seiner Seele auf Schatzsuche gehen will, sollte sein Herz für die anderen öffnen – und sich auf Werte besinnen, wie Grün sie predigt. Seid Menschen, die friedlich tauschen, was sie brauchen! Helft, wenn ihr Leid seht! Verzichtet darauf, über andere schlecht zu reden! Zieht den Nachbarn aus dem Sumpf, bevor er versunken ist! Menschlichkeit im Sinn von Nächstenliebe macht glücklich.

Doch Nächstenliebe heißt nicht, nie an sich selbst denken zu dürfen. Auch Selbstliebe gehört zum Glück. Damit meint Grün, wohlwollend auf sich zu schauen und sich wirklich zu mögen. Wer gern lebt, liebt seinen Körper. Als Übung empfiehlt der Pater, sich im Spiegel anzuschauen und das eigene Gesicht jeden Morgen freundlich zu begrüßen.

Das Prinzip Einfachheit

"Wenn wir von Liebe erfüllt sind, haben destruktive Stimmungen in uns keine Chance. Zugleich können wir für andere ein schützendes Dach bieten, unter dem sie sich geborgen fühlen", so Grün. Was bleibt nach all diesen Gedanken? Das Gefühl von Güte und Glück. Die Erkenntnis: Ein Geheimnis des Lebens ist die Einfachheit. Nicht haben zu wollen, sondern Spaß am Sein zu haben.

Pater Anselm Grün: Einfach nur Glück

Anselm Grün: ''Einfach nur Glück'', Pattloch Verlag, 240 Seiten, 16.99 Euro

Autor: Anja Matthies