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Attentäter John Wilkes Booth (1838 bis 1865) in der Loge des Ford’s Theatre.

Washington, D.C., 14. April 1865 im Ford’s Theatre: John Wilkes Booth (1838 bis 1865) trifft Abraham Lincoln aus nächster Nähe tödlich in den Hinterkopf. - Foto © picture alliance / akg-images

Die History-Serie von HÖRZU: Teil 5

Noch mehr Geheimnisse der Geschichte

Teil fünf der großen History-Serie von HÖRZU. Mächtige Herrscher und dunkle Intrigen: eine Spurensuche zwischen Mythos und Wirklichkeit.


TV-Tipp

Karl der Große
Samstag, 20.04., 20:15 Uhr, Arte
Dreiteilige Doku. Teil 1: Kampf um den Thron.
Teil 2 und 3 direkt im Anschluss.


Wo liegt das Grab Karls des Großen?

Achen Dom Karl der Große

"Karlsbüste" im Dom in Aachen. - Foto © picture-alliance/ dpa/dpaweb

Aachen, 28. Januar 814: In der Marienkirche, dem heutigen Dom, wird der mächtigste Herrscher des Mittelalters zur letzten Ruhe gebettet. Karl der Große starb als König des Fränkischen Reiches und Römischer Kaiser. "Sein Leichnam wurde nach traditioneller Sitte gewaschen und aufgebahrt, dann in die Kirche gebracht und unter großem Klagen des ganzen Volkes bestattet", schildert sein Biograf Einhard im 31. Kapitel der "Vita Karoli Magni" das Ereignis, das noch am Todestag stattfand.

Warum diese ungewöhnliche Eile? Bis heute suchen Forscher vergeblich die Stelle, an der sich die ursprüngliche Kaisergruft befand. Fest steht nur eines: Irgendwo im Dom muss sie liegen. Das berichtet zumindest Einhard: "Es gab zunächst Zweifel, wo er beerdigt werden sollte, da er zu Lebzeiten keine Anweisungen erteilt hatte. Doch schließlich waren sich alle einig, dass er nirgends ehrenvoller begraben werden konnte als in der Kirche, die er selbst in seiner Stadt auf eigene Kosten erbauen ließ."

Ein goldener Bogen, so der Chronist, schmückte das Grab. Wo immer der auch gestanden haben mag – heute fehlt von ihm jede Spur. Wenn es um den Frankenkönig aus dem Geschlecht der Karolinger geht, sind Historiker weitgehend auf Einhards Werk angewiesen. Auch eine spektakuläre neue TV-Doku (siehe TV-Tipp) folgt dieser Überlieferung.

Der Gelehrte Einhard verklärt seinen Weggefährten allerdings zur Lichtgestalt und zum übermenschlichen Regenten. Das Reich, das Karl schuf, reichte von den Pyrenäen bis an den Balkan, von Italien bis an die Nordsee. Wie kann dann sein Grab in Vergessenheit geraten? Schon 200 Jahre nach Karls Tod muss Kaiser Otto III. (980 –1002) danach suchen lassen. Er will dem mächtigen Vorgänger huldigen. Der Legende nach führt erst eine Vision an den richtigen Ort. Zeitzeugen berichten, sie hätten den Leichnam des Frankenkönigs sitzend vorgefunden – mit goldener Krone, Zepter und Schwert. Die Gruft wird wieder verschlossen. Und muss rund 150 Jahre später erneut gesucht werden.

Diesmal ist es Kaiser Barbarossa (um 1122 bis 1190), der die sterblichen Überreste Karls birgt und in einen goldenen Schrein umbetten will. Heute sind die Gebeine Karls des Großen an unterschiedlichen Plätzen zu finden: Im Karlsschrein, 1215 von Aachener Goldschmieden fertiggestellt, liegen die meisten Skelettknochen. Die Schädeldecke ruht in einer Büste aus dem 14. Jahrhundert, ein Schienbein in einer silbernen Reliquienlade. Untersuchungen der Fragmente bestätigten die Beschreibung, die Einhard zu Papier brachte: Karl war über 1,80 Meter groß, schlank, athletisch und topfit.

Die Analysen deuten auf ein Sterbealter zwischen 60 und 70 Jahren hin. Laut Einhard starb Karl der Große im Alter von 70. Immer wieder suchten Archäologen im Aachener Dom nach Spuren der eigentlichen Grabstätte. Ein riesiger Marmorsarkophag, der vermutlich aus der Zeit um 200 n. Chr. stammt, wird zwar mit dem Frankenkönig in Verbindung gebracht, eignete sich aber nicht für eine Bodenbestattung. In der Vorhalle, an den Seitenwänden – überall wurde bereits gegraben. Die Gruft bleibt verschollen. Der Aachener Dom, durch Karl den Großen zu der "Wiege Europas" geworden, bewahrt sein Geheimnis.

Wer tötete Abraham Lincoln?

Präsident Abraham Lincoln

US-Präsident Abraham Lincoln wird von hinten erschossen. - Foto © picture-alliance / newscom / Pi

Washington, D.C., 14. April 1865: Im Ford’s Theatre lacht US-Präsident Abraham Lincoln über die Komödie "Our American Cousin", als plötzlich ein Mann die Loge betritt. John Wilkes Booth, arbeitsloser Schauspieler, drückt ab – und trifft Lincoln aus nächster Nähe tödlich in den Hinterkopf. Das Motiv scheint klar: Booth gilt als ein fanatischer Anhänger der Südstaaten, die im Sezessionskrieg zu unterliegen drohen. Er fürchtet um deren Einfluss und Reichtum. Nordstaatler Lincoln muss weg!
Doch ist das die ganze Wahrheit?

Fest steht: Booth war kein Einzeltäter. Ebenfalls am 14. April 1865 versucht Lewis Powell, den US-Außenminister William H. Seward zu erstechen. George Atzerodt soll Vizepräsident Andrew Johnson im Washingtoner "Kirkwood Hotel" töten, verliert aber offenbar vorher die Nerven. Auch das Ende der Verschwörung ist historisch belegt. John Wilkes Booth stirbt bei einem Schusswechsel auf der Flucht. Vier Angeklagte werden drei Monate nach der Tat gehängt, drei weitere zu lebenslanger Haft verurteilt.

John Wilkes Booth

Mörder: John Wilkes Booth (1838 bis 1865) gab den tödlichen Schuss ab. - Foto © picture alliance / akg-images

Trotzdem bleiben die Gerüchte: Gab es damals Drahtzieher im Hintergrund? Sogar Vizepräsident Andrew Johnson gerät dabei ins Visier. Am Tag des Attentats schrieb ihm der Mörder einen fast freundschaftlichen Brief: "Ich möchte Sie nicht stören. Sind Sie zu Hause? J. Wilkes Booth". Steckte dahinter der perfide Plan, den Verdacht auf Johnson zu lenken? Oder war er wirklich in das Komplott verwickelt? Auch Kriegsminister Edwin McMasters Stanton gehört zum Kreis der Verdächtigen. Ihm war Abraham Lincoln, der eine spätere Aussöhnung mit dem Süden anstrebte, zu liberal. 18 verräterische Seiten soll Stanton aus dem Tagebuch von John Wilkes Booth entfernt haben. Behauptet zumindest 1867 der amerikanische Spion Lafayette C. Baker. Genug Stoff für Verschwörungstheorien.

Waren die Tempelritter Ketzer?

Tempelritter

Templer (links): Der Orden galt als Elitetruppe des Papstes. - Foto © picture alliance / akg-images

Fast 200 Jahre lang häuft der Templerorden Macht und Reichtum an – bis 1307 der französische König Philipp IV. die Verhaftung aller Mitglieder fordert. Sein Vorwurf: Ketzerei! Beten die Templer wirklich den Teufel an? Spucken sie auf das Kreuz? Betreiben sie Ketzerei und Unzucht? Historische Quellen enthüllen: Der Orden, um 1119 als "Arme Ritterschaft Christi und des salomonischen Tempels zu Jerusalem" gegründet, war den Mächtigen ein Dorn im Auge. Ursprünglich sollten die Mönche mit dem Schwert nur die heiligen Stätten in Palästina schützen, doch zur Blütezeit besaßen sie 10.000 Burgen, Herrenhäuser und Ländereien.

Eine der größten Verleumdungskampagnen der Geschichte nimmt ihren Lauf: Am 13. Oktober 1307 wird das Pariser Hauptquartier des Ordens gestürmt. Die Razzia eskaliert zum "Blutigen Freitag". Wer nicht gesteht, wird gefoltert. Auf Druck des Königs löst der Papst den Orden auf, 1314 stirbt der letzte Großmeister Jacques de Molay auf dem Scheiterhaufen. Erst 2007 veröffentlicht das Vatikanische Geheimarchiv einen Band, der die damaligen Prozessakten enthält: Darin spricht Papst Clemens V. die Templer von allen Vorwürfen frei. Er hat es damals jedoch nicht gewagt, sein Urteil zu veröffentlichen.

Dienten die Nazca-Linien als Zeichen für die Götter?

Nazca-Linien Peru

Die Scharrbilder von Nazca zeigen unterschiedliche Motive. - Foto © picture alliance / Bildagentur-o

Peru, 1924: Während eines der ersten Linienflüge über Südamerikas Pampa machen Piloten eine unglaubliche Entdeckung. Gigantische Zeichnungen durchziehen dort die Landschaft: Dreiecke, Spiralen, Linien, Abbilder von Pflanzen, Tieren, Menschen. Durch ihre Ausmaße sind die Figuren nur aus der Luft erkennbar. Untersuchungen ergeben: Vor rund 2000 Jahren kratzten unbekannte "Künstler" die obere rote Schicht aus eisenhaltigem Sand und Kieseln ab, bis der hellere Boden erschien. So bildeten sich Muster. Handelt es sich um astronomische Kalender? Zeigen sie unterirdische Wasserläufe an? Bestsellerautor Erich von Däniken hält die Scharrbilder sogar für die Landeplätze Außerirdischer.

Bis heute sind Wissenschaftler damit beschäftigt, diese Geoglyphen zu vermessen. Die Teams setzen ferngesteuerte Minihubschrauber, GPS und Satellitenbilder ein. Sie datieren die frühesten Zeichnungen auf die sogenannte Paracas-Zeit von 800 bis 200 vor Christus, zur Blüte gelangten sie von 0 bis 450 n. Chr., ab dem Jahr 600 brach die Schöpfertätigkeit ab. Schuld könnte ein Klimawandel sein, der die Landschaft veröden ließ.

Ausgrabungen brachten die These vom Landeplatz ins Wanken: In Steinbauten, die als Teil der Geoglyphen angesehen werden, fanden sich Opfergaben, die im Zusammenhang mit Wasser- und Fruchtbarkeitskulten stehen. So könnte sich die Szene abgespielt haben: In Prozessionen zogen Indios über die rituellen Bilder. Sie tanzten und flehten so die Götter um Regen an. Ist das Rätsel damit gelöst? Es bleibt die Frage, wie die gigantischen Figuren so exakt eingeritzt werden konnten.

Autor: HÖRZU