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Wein aus der Provence: Weinkeller im Châteauneuf-du-Pape.

Wein aus der Provence: Weinkeller im Châteauneuf-du-Pape. - Foto © picture-alliance / DUMONT Bildar

Die besten Weine aus Süditalien und Südfrankreich

Mediterrane Weine

Mittelmeer – die meisten von uns denken dabei an Sommer, Sonne und Strand, an duftende Kräuter und, ja, vielleicht auch an den Wein, den sie im Urlaub getrunken haben. Denn der gehört in den Ländern dort fest zum Alltag. Kein Wunder: Der Mittelmeerraum zählt zu den ältesten Weinanbaugebieten Europas, insbesondere die Regionen im Süden Italiens und Frankreichs. "Der Weinanbau dort lässt sich bis zu den alten Griechen zurückverfolgen", sagt Experte und Buchautor Beat Koelliker aus Bern. "Weine von dort haben mit der Zeit einen ganz eigenen Charakter entwickelt, der eng mit dem Klima, der Kultur und der Küche verwoben ist."

Heute bringen einige dieser Gegenden sehr gute Weine hervor. Das war nicht immer so. Alte Rebsorten des Südens führten lange eine Art Schattendasein. "Erst vor rund 30 Jahren entdeckte man ihr Potenzial", erzählt Koelliker. Dies sei einer neuen Winzergeneration zu verdanken, die nicht nur den Traditionen ihrer Vorfahren folgte, sondern neue Kellertechniken erlernte und moderne Technologien einsetzte. "Diese Winzer erkannten, dass manche der Rebsorten wie rohe Edelsteine geschliffen werden müssen, damit sie anfangen zu funkeln." Was aber sind die neuesten Trendweine rund ums Mittelmeer?

Weine aus SüdItalien

Im Süden Italiens sind zwei Weinregionen von Bedeutung: Apulien und Sizilien. Apulien, der Stiefelabsatz Italiens, ist ein lang gestrecktes, eher flaches Gebiet am Meer. Hervorzuheben sind hier die Rebsorte Negroamaro und der daraus hergestellte Wein Salice Salentino, sagt Koelliker: "Das sind kräftige, dunkle, rubinrote Weine, die intensiv nach gekochten Früchten und typischen mediterranen Kräutern und Gewürzen wie Salbei, Lorbeer und Pfeffer duften."

Eine Rebsorte aus Sizilien, die man als Liebhaber kennen sollte, ist Nero D’Avola. "Diese Rotweine sind ebenfalls tiefdunkel, aromatisch und weich." Interessant auch der Inzolia, ein Weißwein – kräftig, aber mit einer gewissen Eleganz. "Er schmeckt leicht würzig mit nussiger Note, hat dabei aber eine schöne Säure – ein Wein, den man so aus Sizilien nicht erwarten würde", sagt Koelliker. "So etwas gibt es eben auch."

Noch etwas Besonderes bietet der Süden des Mittelmeers: Dessertweine. Herausragend ist für unseren Experten etwa der Moscato Passito di Pantelleria – ein Weißwein, bernsteinfarben, dickflüssig, honigsüß und kräftig-aromatisch. Pantelleria ist ein kleines vulkanisches Eiland südwestlich von Sizilien. "Dieser Süßwein vereint die Düfte des Mittelmeers und trägt Noten von Feigen, Datteln und getrockneten Aprikosen in sich."

Weine aus Frankreich

Die Weinbaugebiete in Südfrankreich sind weniger geschlossen als die in Italien und erstrecken sich von der Provence über diesüdliche Rhone und das Languedoc bis hin zum Roussillon. "Diese Gebiete haben alle einen eigenen Charakter", sagt der Schweizer Weinkenner. Die Provence etwa ist vor allem bekannt für ihre Roséweine. Die meisten sind zwar schlicht, doch einer verdient es, erwähnt zu werden: der Rosé de Bandol aus einem Anbaugebiet an der Côte d’Azur. "Ein körperreicher Rosé, blassrosa bis lachsfarben, der nach Ananas, Pfirsich und Aprikose duftet, eine schöne Frische, aber auch Tiefe hat", so Koelliker.

Weiter im Westen liegen die Côtes du Rhône, ein Weinbaugebiet, in dem vorwiegend Rotweine hergestellt werden. Hochwertigere tragen den Zusatz "Village" in der Herkunftsbezeichnung (Côtes du Rhône Village) und müssen strengere Qualitätsauflagen erfüllen. Drei große Namen seien genannt: Châteauneuf-du-Pape, Gigondas und Vacqueyras. "Alle drei leben vor allem von der Rebsorte Grenache", sagt der Weinexperte. Dieser werden andere beigemischt, im Châteauneuf-du-Pape sind es mehr als ein Dutzend. "So verschieden diese Weine auch sind – alle haben diese südliche Würze und Kraft, aber, wenn es bessere sind, auch Eleganz und Frische."

Noch ein Stück weiter westlich schließt das Languedoc an, ein Anbaugebiet, aus dem früher der billige Massenwein stammte, der in den Bistros verkauft wurde. "Hier hat es in den letzten 30 Jahren eine echte Qualitätsrevolution gegeben", weiß Koelliker. "In den Ebenen wachsen zwar noch immer die Reben für die Massenware. Doch in den Gebirgshängen gibt es Weinberge, in denen schon die Griechen ihre Reben gepflanzt haben. Viele wurden bereits aufgegeben, dann aber wiederbelebt, und die Weine von dort sind von überwältigender Qualität. Interessierte sollten folgende Weinbaugebiete beachten: Faugères, Minervois, Fitou, Corbières und Saint-Chinian." "Bei all diesen spürt man die Wildheit der trockenen, kargen Landschaft", so Koelliker. Für die Region Roussillon gilt Ähnliches wie für das Languedoc. Hier wie da lohnt es sich immer, Weine zu probieren. Sommer, Sonne und Strand lassen sich so zudem perfekt kombinieren.


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Autor: Sonja Helms