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Briefe an den Weihnachtsmann werden klassisch per Post verschickt.

Foto © www.piqs.de / Fotograf: Ralf Conrad, CC (Some rights are reserved.)

Kinderbriefe an Himmelpfort

Lieber Weihnachtsmann...

Gina geht auf Nummer sicher. Konzentriert schreibt sie ihre Geschenkwünsche auf und wartet in der Klosterstraße in Himmelpfort auf den Weihnachtsmann. Während andere Kinder bis Heiligabend ausharren müssen, hat das blond gelockte Mädchen schon am 10. November Glück. Denn der Weihnachtsmann reitet höchstpersönlich in Ginas Heimatort Himmelpfort ein, pardon, fährt vor. "Mein Schlitten steht noch am Nordpol", entschuldigt sich der weißhaarige Mann im roten Mantel. "Die Wichtel laden schon die Geschenke ein."

Er und seine 20 Helfer haben in dem 500-Seelen-Dorf nördlich von Berlin alle Hände voll zu tun. Hier steht die beliebteste der sieben deutschen Weihnachtspostfilialen. Allein in Himmelpfort landete 2008 eine Rekordflut von 277.000 Briefen. Insgesamt waren es bundesweit 608.000. Gina steckt ihr Kuvert in den Postkasten und verrät: "Ich wünsche mir Spielzeug von Polly Pocket oder eine kleine Digitalkamera." Das ist Trend: "Die Wünsche sind in den letzten Jahren technischer geworden", so der Weihnachtsmann. "Aber auch Klassiker wie Puppen und Fahrräder sind noch sehr beliebt."

Himmlische Postboten

Verblüffend: Ein Sechsjähriger wollte "weniger Küsse von seinen Mitschülerinnen". Einige Kinder möchten "Schnee zum Rodeln", "ein Geschwisterchen" oder "weniger Zank mit dem Bruder". Sie basteln, dichten oder malen wie etwa der sechsjährige Fabian, der ein Polizeiauto zu Papier brachte. Einige Familien schicken sogar eine Handvoll Schnuller mit den Worten: "Die brauch ich nicht mehr, Dennis, 3 Jahre."

Auch ganz persönliche Anliegen wie "ein neuer Job für Papa" oder "bessere Gesundheit für Mama" sind dabei. Dann schreibt der Weihnachtsmann ganz individuelle Zeilen. Normalerweise erhalten alle das gleiche weihnachtliche Schreiben mit einer kleinen Überraschung zum Basteln.

Vor 25 Jahren fing alles an. Damals beantwortete die Himmelpforter Postbotin Kornelia Matzke zwei solcher Briefe. "Ich wollte nicht, dass die Kinder den Glauben an den Weihnachtsmann verlieren", erinnert sich Matzke (50). Noch heute hilft sie als treuer Weihnachtsengel beim Beantworten der Post: "Für mich gibt es nichts Schöneres."

Die besten Adressen für den Wunschzettel
Im Dezember herrscht in den sieben Weihnachtspostfilialen Hochbetrieb. In Niedersachsen verfügt das Christkind gleich über drei Adressen: Nikolausdorf in 49681 Garrel, 21709 Himmelpforten und Himmelsthür in 31137 Hildesheim. Im Saarland wartet Knecht Ruprecht in St. Nikolaus in 66352 Großrosseln und in Bayern in 97267 Himmelstadt auf Wünsche. In Nordrhein-Westfalen gehen die himmlischen Abgesandten in 51766 Engelskirchen ans Werk. Die größten Briefberge arbeitet der brandenburgische Weihnachtsmann in 16798 Himmelpfort durch. Nur Briefe mit vollständigem Absender werden beantwortet.

Autor: Dagmar Weychardt