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Der Einstieg ins Internet kann Überwindung kosten. Aber es lohnt sich.

Der Einstieg ins Internet kann Überwindung kosten. Aber es lohnt sich. / Foto: © picture alliance/Beyond

Tricks und Tipps

Internet für Anfänger

Für manche ist es so selbstverständlich wie einkaufen gehen, für die Mehrheit aber noch nicht: Nur 32 Prozent aller Senioren sind bislang im Internet unterwegs. "Es ist aber nicht nur für junge und mittlere Altersgruppen attraktiv, sondern auch für ältere", erklärt Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner. Deswegen will sie Ängste und Hemmschwellen abbauen, aber auch Risiken nicht verschweigen. "Wer einmal vernetzt ist, macht in der Regel hervorragende Erfahrungen", sagt die Ministerin und beruft sich auf eine Umfrage. Danach geben 86 Prozent der befragten Senioren an, das Internet habe ihnen einen "Gewinn an Lebensqualität" beschert. Hier die wichtigen Fragen und Antworten rund um den Einstieg.


➜ Was bietet das Internet?

Was in der normalen, also der Offline-Welt, der Brief, ist im Internet die E-Mail. Innerhalb weniger Minuten wird sie weltweit zugestellt. An die Mail anhängen, das heißt mitverschicken, lässt sich alles, was aus Bits und Bytes besteht, zum Beispiel Fotos, Videos oder eine am Computer entworfene Einladung. Zu haben sind kostenlose E-Mail-Postfächer bei Anbietern wie web.de, gmx.net oder hotmail.com. Hauptunterschied ist die Größe des zugeteilten Speicherplatzes.

Im Internet können Sie natürlich auch einkaufen. Das ist besonders bequem, denn geliefert wird direkt an die Haustür. Fast jede große Kette ist inzwischen im Internet präsent. Wer weiß, was er kaufen möchte, sollte zunächst eine sogenannte Preissuchmaschine ansteuern, zum Beispiel idealo.de. Sie verrät, welcher Händler das gesuchte Produkt aktuell am preisgünstigsten anbietet.

Auch das Planen von Reisen erleichtert das Internet: Bahntickets können so ohne Schlangestehen gekauft und zu Hause ausgedruckt werden, ebenso Flugtickets nd sogar ins Flugzeug einchecken lässt sich online. Das erspart den Gang zum Check-in-Schalter.

Praktisch ist das Internet auch für Geldgeschäfte. Der Kontostand ist jederzeit abrufbar, und Überweisungen können von überall auf der Welt getätigt werden. Ein Segen ist das Internet auch für alle, die an der Börse mitmischen. Egal ob Aktien oder Zertifikate – anders als Filialbanken erheben Online-Broker wie zum Beispiel Comdirect nur geringe Gebühren.

Natürlich gibt es im Internet auch Google, die allwissende Suchmaschine. Sie durchforstet das Netz nach Schlagwörtern, die man eingibt, und listet entsprechende Fundstellen zum Anklicken auf.

Auch verpasste Fernsehsendungen können Sie im Internet nachträglich anschauen, etwa die "Tagesschau", "Tatort" oder "Bauer sucht Frau" Jederzeit verfügbar sind außerdem aktuelle Wetterberichte und Verkehrshinweise.

Sogar weltweit kostenlos telefonieren lässt sich per Internet. Die entsprechende Software finden Sie unter skype.de.


➜ Wie komme ich ins Internet?

Wer seinen Computer vor allem für E-Mails und Internet nutzen will, braucht kein superschnelles Gerät. Dann kommen auch einfache Modelle ab 300 Euro infrage. Damit Texte gut lesbar sind, sollte der Bildschirm einen Durchmesser von mindestens 21 Zoll haben. Empfehlenswert sind Tastaturen mit angewinkeltem Buchstabenfeld. Sie schonen Gelenke und Sehnen.

Eine echte Alternative zu PCs oder Laptops sind Tablet-Computer wie das iPad von Apple. Sie sind wie geschaffen für Senioren, denn Tablets lassen sich ohne Computerkenntnisse mehr oder weniger "intuitiv" bedienen.

Welches Gerät Sie auch wählen: Es braucht eine Verbindung mit dem Internet. Das verursacht Kosten, aber die halten sich inzwischen in Grenzen. Um keine böse Überraschung zu erleben, am besten eine Doppelflatrate wählen. Damit können Sie zum monatlichen Festpreis nicht nur im Internet surfen, sondern auch im Festnetz telefonieren. Beides beliebig lang, also ohne zeitliche Begrenzung. Extra zu Buche schlagen nur Anrufe zum Handy, ins Ausland und zu Sonderrufnummern.

Meist besitzen Doppelflatrates eine Mindestlaufzeit von 24 Monaten und verlängern sich um jeweils zwölf Monate, wenn sie nicht bis spätestens drei Monate vor Ablauf gekündigt werden.

Am günstigsten zu haben sind sie derzeit bei TV-Kabelanbietern: Je nach Region verlangen sie zwischen 18 und 22 Euro im Monat. Bei der Telekom zahlt man dagegen 35 Euro. Noch ein Tipp: Eine neu benötigte Leitung zwischen Computer und Telefondose beziehungsweise Kabeldose am besten von einem Techniker des gewünschten Zugangsproviders legen lassen. Das erspart nervige Fummelei. Ist der Zugang dann eingerichtet, können Sie sofort online gehen. Einführungskurse ins Internet bietet auch jede Volkshochschule.


➜ Wie schütze ich mich vor Viren und Datenraub?

Computer ohne Schutzprogramme sind wie Häuser ohne Türen: Sie stehen praktisch jedem offen. Angreifer aus dem Internet können dann Dateien und Kennwörter kopieren, das Bankkonto plündern, den Rechner blockieren oder ganz kapern. Verhindern sollen dies Virenschutzprogramme, die tatsächlich sehr effektiv arbeiten. Wichtig ist, dass sie vor dem ersten Gang ins Netz installiert sind, so von Anfang an schützen. Auf vielen Rechnern sind sie schon im Auslieferungszustand vorinstalliert. Genutzt werden können sie meist eine Zeit lang gratis, danach kosten sie zwischen 20 und 60 Euro im Jahr.

Am effektivsten schützt laut Stiftung Warentest übrigens ein Programm, das dauerhaft kostenlos ist: "Free Antivirus" von Avira (zu erhalten unter avira.de).

Auch bei fremden E-Mails ist gesundes Misstrauen gefragt. "Öffnen Sie nur Mails, die von vertrauenswürdigen Absendern stammen", rät der Hightech-Verband Bitkom. "Schadprogramme verbergen sich oft in Grafiken oder sonstigen Anhängen." Um dieses Dilemma zu lösen, hat die Deutsche Post mit dem E-Postbrief ein eigenes Mailsystem aufgebaut. Dank moderner Verschlüsselungstechnik können Inhalte, die darüber verschickt werden, weder von Dritten verändert noch eingesehen werden. Ist ein E-Postbrief nicht zustellbar, weil der Empfänger noch keine E-Postbrief-Adresse besitzt, druckt die Post den E-Postbrief aus und stellt ihn auf herkömmlichem Weg zu. Nähere Informationen finden Sie unter epost.de.

Letzter wichtiger Tipp: Internetdienste, die angeblich gratis sind, fordern manchmal zur Eingabe der Kontoverbindung auf. Tun Sie das nicht! Es könnte missbraucht werden. Vor allem Gewinnspielseiten behaupten gern, sonst Gewinne nicht auszahlen zu können. Das sollten Sie nicht glauben!

Autor: Stefan Vogt