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Aquaedukt in Frankreich

Ein römisches Aquädukt in Frankreich. Foto: © SYLVAIN THOMAS/AFP/Getty Images

Die Wurzeln des modernen Europas

Im TV-Programm: "Terra X: Große Völker"

Die Imperien sind längst untergegangen – doch ihre Errungenschaften leben weiter: Die alten Griechen, Römer und Wikinger haben mit ihren Ideen und Erfindungen den Grundstein für das moderne Europa gelegt. Ob Demokratie, perfektionierte Wasserversorgung oder Staatsgründungen: Das Europa, das wir heute kennen, wurde von unseren Vorfahren geformt. Die dreiteilige ZDF-Reihe "Große Völker" geht auf Zeitreise zu den Wurzeln des modernen Europas.


TV-Tipp

"Terra X: Große Völker" - Dreiteilige Doku-Reihe (immer so.) über die Wurzeln des modernen Europas.
1. Folge: "Die Griechen" am So, 9.03., ZDF, 19.30 Uhr (s. auch TV-Tipps rechts)


Die Griechen: Olympia, Demokratie und Wissenschaft

Ausgerechnet eine Ansammlung zerstrittener Minireiche im östlichen Mittelmeer gilt als Wiege Europas: das antike Griechenland. Vor fast 3000 Jahren entwickelte sich hier eine Hochkultur. Ihre wichtigste Hinterlassenschaft ist die Mitbestimmung der Bürger, die Demokratie. Auch wenn sie letztendlich das Produkt einer Krise war. Im 6. Jahrhundert vor Christus lehnte sich die einfache Bevölkerung Athens gegen die Misswirtschaft von König und Adel auf. Sie erstritt ein Mitbestimmungsrecht, durfte fortan in Volksversammlungen die Politik mit entscheiden. Zum "Volk" zählte man in Athen aber längst nicht alle: Frauen, Sklaven und Ausländer galten nicht als Bürger.

Ohne die alten Griechen würde es heute keine Theaterkunst geben. Und keine Olympischen Spiele. Das Sportereignis fand alle vier Jahre in Olympia statt. Hinter dem Spektakel steckte eine Idee, die noch heute gilt: viele Völker zu friedlichen Wettkämpfen zusammenzubringen. Während der Spiele herrschte in der ganzen griechischen Welt Waffenruhe: der Olympische Friede.

Zudem legten die Griechen den Grundstein für die moderne Wissenschaft. Gelehrte wie Archimedes gaben sich nicht mit mythologischen Göttergeschichten zufrieden. Sie wollten die Welt verstehen, ergründeten die Gesetze der Natur.

Die Römer: Recht, Gesetz und Religion

Als das Goldene Zeitalter der Griechen zu Ende ging, übernahm ein anderes Volk zahlreiche ihrer Errungenschaften: die Römer. Auch sie haben uns ein großes Erbe hinterlassen. Unsere Vorstellung von Recht und Gesetz geht auf das alte Rom zurück. Dort war grundsätzlich kein Bürger schutzlos. Alle konnten sich auf eine Rechtsordnung berufen: Reiche, Arme und – anders als bei den Griechen – auch Frauen. Vor dem Gesetz sind sie gleich, Sklaven ausgenommen.

Prof. Elena Tassi, Historikerin an der Universität Rom, erklärt: "Das römische Recht entstand aus dem Bedürfnis, der Gesellschaft eine Ordnung zu geben, damit ein friedliches Zusammenleben möglich war." Es bildet den Rahmen der Gesetzgebungen im modernen Europa. Das gewaltige römische Imperium konnte nur unter bestimmten Voraussetzungen entstehen: ein straff organisierter Beamtenapparat, ein raffiniertes Frischwassersystem und ein weitverzweigtes Straßennetz, das bis in die entlegensten Winkel des Reiches führte. Heute noch schlängeln sich viele wichtige Verkehrsverbindungen entlang jener Straßen, die schon das Römerreich durchzogen.

Schließlich wurde in Rom der Grundstein dafür gelegt, dass das Christentum eine Weltreligion werden konnte: Im 4. Jahrhundert setzte es sich endgültig als Staatsreligion durch.

Die Wikinger: Entdecker und Kaufleute

Ein drittes Volk prägte Europa ebenfalls stark: die Wikinger. Ungeachtet ihres Rufs, wilde Plünderer zu sein. Ihre Beutezüge machten sie ab dem 8. Jahrhundert zum Schrecken des Kontinents. Aber die gefürchteten Seefahrer besiedelten auch Island und Grönland – und betraten in Neufundland als erste Europäer den amerikanischen Kontinent. Schon 500 Jahre vor Christoph Kolumbus.

Zugleich waren die Nordmänner geschickte Kaufleute. Ihr Handelsnetz erstreckte sich weit in den Süden und Osten Europas und sogar bis nach Bagdad. Prof. Rudolf Simek, Skandinavist an der Uni Bonn, sagt: "Die Wikinger haben Städte wie York, Dublin und Kiew, aber auch ganze Staaten wie das normannische Reich und den Vorläufer des heutigen Russlands gegründet." Es waren Abenteurer, die Europa ein Stück größer machten.

Autor: Manuel Opitz