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Der Eroberer Alexander der Grosse

Als furchtloser Kämpfer verdient sich Alexander (David Schütter) den Respekt seiner
Soldaten und sichert sich jahrelang ihre treue Gefolgschaft. Foto: ZDF / Martin Christ

Der größte Eroberer der Geschichte

Im TV-Programm: "Terra X: Alexander der Große"

Genialer Stratege, todesmutiger Krieger, grausamer Schlächter: Alexander der Große gilt als der größte Eroberer der Geschichte. Er war eine der bedeutendsten Persönlichkeiten der Antike, bereits zu Lebzeiten Legende. "Sein Handeln hat die Welt verändert", erklärt die Althistorikerin Prof. Tanja Scheer von der Universität Göttingen. "Von Caesar bis Napoleon – Alexander war das Vorbild für alle, die ein Imperium erobern wollten."

Die ZDF-Sendung "Terra X" zeigt in zwei Folgen, wie der Königssohn aus der Provinz es schaffte, das größte Reich der Antike aufzubauen – innerhalb von nur elf Jahren. Als Alexander 356 v. Chr. in Pella, der Hauptstadt Makedoniens, geboren wird, deutet wenig darauf hin, dass er einmal zu Weltruhm gelangt. Im Vergleich zur Kulturmetropole Athen gilt seine Heimat als geradezu hinterwäldlerisch. Doch sein Vater Philipp II. rüstet das Land militärisch auf – und sichert ihm die Vorherrschaft unter den zersplitterten griechischen Stadtstaaten.


TV-Tipp

So, 26.10.: 1. Teil "Terra X: Alexander der Große - Auf dem Weg zur Macht", ZDF, 19.30 Uhr

So, 22.11.: 2. Teil, "Terra X: Alexander der Große - Bis ans Ende der Welt", ZDF, 19.30 Uhr (s. auch TV-Tipps rechts)


Auf dem Weg zur Macht

Täglich trainiert Alexander, mit Waffen zu kämpfen. Sein Lehrer Aristoteles bringt ihm die griechische Kultur näher. Der Königssohn wächst in dem Glauben auf, von den Göttern abzustammen. Seine Familie gibt an, auf Herakles, den Sohn von Göttervater Zeus, zurückzugehen. Und auf den Helden Achilleus. "Alexander hat sich mit diesen mythischen Figuren in eine Reihe gestellt", berichtet Prof. Tanja Scheer.

Als sein Vater ermordet wird, schlägt Alexander den größten Nutzen daraus. Potenzielle Konkurrenten lässt er skrupellos beseitigen und erbt mit 20 Jahren nicht nur den Thron, sondern auch eine schlagkräftige Armee. Sein Vater hatte einen gigantischen Feldzug vorbereitet, um die ewigen Feinde der Griechen ein für alle Mal zu bezwingen: die Perser. Alexander setzt Philipps Pläne in die Tat um. Bei Issos in Kleinasien trifft er erstmals direkt auf seinen größten Gegner Dareios III., König von Persien. Zahlenmäßig ist dessen Heer den Makedonen weit überlegen: angeblich 70.000 zu 50.000 Mann. Trotzdem bleibt Dareios am Ende nur die Flucht. "Alexanders Truppen waren besser ausgebildet und ausgestattet", so Scheer.

Bis ans Ende der Welt

Neben militärischem Geschick besitzt Alexander aber noch etwas, das entscheidender ist: Charisma. "Sein Mut, in der ersten Reihe mitzukämpfen, hat seine Soldaten mitgerissen", erklärt die Historikerin. Immerhin folgen die Truppen ihrem Heerführer bis ans Ende der damals bekannten Welt: nach Indien. 23.000 Kilometer legt er auf seinem Erfolgszug von Makedonien über Ägypten quer durch Asien zurück – innerhalb von nur zehn Jahren. Scheer: "Teilweise konnte Alexander als Befreier von den Persern auftreten." So ernennen ihn die Ägypter zum Pharao, als Sohn des Gottes Amun. In Gaugamela, nördlich des heutigen Bagdad, kommt es zur Entscheidungsschlacht. Wieder sind die Perser in der Überzahl – und wieder unterliegen sie. Dareios flieht, später ermorden ihn seine eigenen Gefolgsleute. Das mächtige Persische Reich ist Geschichte.

Doch Alexander zieht weiter. Er treibt seine Truppen bis nach Indien, trotzt dabei in bis zu 3500 Meter Höhe unwegsamen Gebirgszügen und Schneestürmen. Erst als seine Soldaten meutern, tritt er den Rückweg an. "Offenbar hatte er den Drang, durch übermenschliche Taten Unsterblichkeit zu erlangen und so zu den Göttern aufzusteigen", erklärt Prof. Scheer den unstillbaren Ehrgeiz des Makedonen.

Held mit Schattenseiten

Alexander zeichneten aber nicht nur heldenhafte Eigenschaften aus. "Den Überlieferungen zufolge war sein Charakter auch von Gewaltbereitschaft und Jähzorn geprägt", berichtet die Göttinger Althistorikerin. So tötet er im Alkoholrausch seinen Jugendfreund. Wer Kritik äußert, muss um sein Leben fürchten. Als sich die Stadt Tyros an der Küste des heutigen Libanon seiner Herrschaft widersetzt, lässt Alexander alle männlichen Einwohner töten – und 2000 von ihnen an Kreuze nageln. "Für Alexander war Krieg ein Mittel zur persönlichen Machtsteigerung", so Scheer. "Dafür nahm er eiskalt den Tod Tausender Menschen in Kauf."

Rätselhafter Tod

Alexander selbst stirbt bereits im Alter von 32 Jahren in Babylon. Über seinen Tod rätseln Historiker noch heute. War es der Alkohol? Typhus? Malaria? Oder haben ihn seine Offiziere vergiftet? Auch das Grab des Makedonen wurde nie gefunden. Fest steht: Nach Alexanders Tod fällt sein Reich noch schneller auseinander, als er es aufgebaut hat. Und trotzdem beeinflusst er die Welt nachhaltig. Auf seinen Feldzügen hat er zahlreiche Städte gegründet, Alexandria wird später mit seiner sagenhaften Bibliothek zum wissenschaftlichen Zentrum der Welt aufsteigen. "Der Alexanderzug hat zum Zusammentreffen verschiedener Kulturen geführt", so Scheer. "Und zu einem Austausch von Wissen."

Autor: Manuel Opitz