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staatliches Biosiegel

Das Biosiegel nach EG-Öko-Verordnung kennzeichnet deutsche Produkte, die nach
EU-Richtlinien für den ökologischen Landbau hergestellt werden.
Foto: JOHN MACDOUGALL/AFP/Getty Images

Ein Wegweiser

Gütesiegel

Mittlerweile gibt es so viele Label, dass sie beim Einkauf eher irritieren als helfen. Ein Wegweiser

Stammt das Gemüse wirklich aus biologischem Anbau? Wie und wo wurde die Kleidung produziert? Spart der Kühlschrank Energie? Die Verbraucher von heute sind kritischer: Aspekte wie Regionalität, Ökologie und Nachhaltigkeit spielen eine immer größere Rolle. Deshalb greifen Kunden bei Lebensmitteln gern auf Produkte mit einem Gütesiegel zurück. Sie gelten als vertrauenswürdig, wie eine Studie der Fachhochschule Münster zeigt. Gleichzeitig ergab die Untersuchung: Die meisten Menschen kennen nur große Siegel wie beispielsweise Stiftung Warentest oder das Bio-Zeichen.

Eigentlich keine große Überraschung, denn derzeit buhlen über 1000 Label um die Aufmerksamkeit der Verbraucher. Jens Kolodziejczak, Referent bei "Die Verbraucher Initiative", kennt dieses Problem: "Der Markt differenziert sich aus. Es gibt nicht nur viele verschiedene Produktgruppen, auch die Kunden haben unterschiedliche Bedürfnisse. Darauf reagieren die Hersteller, um sich vom Markt abzuheben."


TV-Tipp

Mo, 1.9.: "Faszination Wissen: Kaufhilfe oder Kundentäuschung – Was taugen Gütesiegel?" BR, 22.05 Uhr (s. auch TV-Tipps rechts)


Gütesiegel sind Qualitätsversprechen

Das könne zur Verwirrung führen, räumt Kolodziejczak ein, sei aber letztlich positiv zu bewerten. "Mit einem Gütesiegel gibt der Hersteller ein Qualitätsversprechen, das über die gesetzlichen Anforderungen hinausgeht. Deshalb sind gelabelte Produkte in der Regel eine Verbesserung." Zu einem guten Siegel gehöre auch, dass die Hersteller regelmäßig überprüft werden, ob sie die Zertifizierungsbedingungen einhalten. Anders verhält es sich mit Aufdrucken wie etwa "Zuckerarm" oder "Neue Rezeptur". Sie erwecken zwar den Anschein eines Siegels, sind aber wenig aussagekräftig und dienen lediglich Werbezwecken.

Einen Überblick über verschiedene Siegel bietet Die Verbraucher Initiative in ihrem Bewertungsportal www.label-online.de. Hier finden Kunden umfassende Infos, etwa darüber, wer das Label vergibt und welche Voraussetzungen dafür erfüllt werden müssen. Bis Ende 2014 soll die Datenbank die 600 geläufigsten Qualitätszeichen umfassen. Ein wichtiger Schritt, denn Siegel helfen durchaus beim Einkauf – sofern man weiß, wofür sie stehen.


Übersicht der Gütesiegel

Gütesiegel für Lebensmittel

Bei Nahrungsmitteln gibt es besonders viele Gütesiegel, die sich inhaltlich stark voneinander unterscheiden. Biolabel stehen für ökologische Erzeugung, andere Zeichen weisen Teilaspekte wie die Regionalität oder den Tierschutz aus. In einigen Fällen regt sich auch Kritik, etwa beim MSC-Siegel. Hier monieren Meeresforscher, dass die Kriterien nicht streng genug seien. Gleichwohl gilt MSC als das wichtigste Siegel im Bereich Fischfang.

● Demeter

Das Biosiegel vom Ökopionier Demeter setzt strenge Maßstäbe und geht über die EG-Öko-Verordnung weit hinaus. Weitere wichtige Biosiegel: Bioland und Naturland.

● Biosiegel nach EG-Öko-Verordnung

Das staatliche Logo kennzeichnet deutsche Produkte, die nach EU-Richtlinien für den ökologischen Landbau hergestellt werden. MSC Das Logo des Marine Stewardship Council (MSC) zertifiziert nachhaltige Fischerei. Die Fische stammen aus geprüft umwelt- und bestandsschonender Fischerei.

● Ohne Gentechnik

Das Siegel dürfen nur Lebensmittel tragen, die keine gentechnisch veränderten Bestandteile enthalten. Bei der Tiermast gilt das auch für Futtermittel.

● BMEL (Tierschutzlabel)

Wird vom Deutschen Tierschutzbund vergeben. Steht bei der Nutztierhaltung für Standards, die über die gesetzlichen Vorgaben hinausgehen.

● Regionalfenster

Neues Zeichen, das regionale Produkte sowie Herkunft und Verarbeitungsort kennzeichnet. Die Hauptzutat muss zu 100 Prozent aus der Region kommen.


Gütesiegel für Kosemtikprodukte

Laut dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) ist jedes dritte Pflegemittel mit riskanten Stoffen belastet. Auf Nummer sicher geht man mit Naturkosmetik, die ein Siegel trägt. Aber auch hier gibt es Unterschiede. Für große Transparenz sorgt das NaTrue-Label. Es veröffentlicht unter www.natrue.org/de/produkte eine Liste seiner zertifizierten Produkte mit genauester Beschreibung ihrer Inhaltsstoffe.

● Naturland

Kosmetik ohne synthetische Substanzen wie Silikone, Paraffine und Duftstoffe. 95 Prozent der landwirtschaftlichen Rohstoffe stammen von Naturland-Betrieben.

● NaTrue

Eine Vereinigung führender Naturkosmetikhersteller vergibt das Zeichen in drei Zertifizierungsstufen: Naturkosmetik, Naturkosmetik mit Bioanteil und Biokosmetik.

● EcoControl

Das Label zeichnet Produkte aus, die zu 100 Prozent aus Naturstoffen stammen, vorwiegend aus ökologischem Anbau. Tierversuche sind nicht erlaubt.

● CSE

Naturkosmetikprodukte mit diesem Siegel stehen für eine nachhaltige Unternehmensführung. Ökologische und soziale Aspekte sind dabei gleichermaßen wichtig.

● BDIH-Siegel für kontrollierte Naturkosmetik

Das am weitesten verbreitete Ökosiegel für Naturkosmetik garantiert hohe Anforderungen an Rohstoffe und Verarbeitung.


Gütesiegel für Kleidung

Schön und ohne gesundheitsgefährdende Stoffe – diese Ansprüche stellen viele an ihre Kleidung. Aber auch Umweltschutz und fairer Handel werden immer wichtiger. Verschiedene Label weisen auf eine nachhaltige Produktion oder faire Arbeitsbedingungen hin. Sie sind noch nicht oft zu finden, dennoch lohnt es sich, auf sie zu achten.

● EU-Ecolabel

1992 von der Europäischen Kommission ins Leben gerufen. Es steht für umweltfreundliche Produktion und schließt gesundheitsgefährdende Stoffe aus.

● Öko-Tex

Vergeben von neutralen Prüf- und Forschungsinstituten, die schadstoffarme Kleidung garantieren. Nicht berücksichtigt: Rohstoffe und Herstellungsbedingungen.

● GOTS

Das Label gewährleistet u. a., dass mindestens 70 Prozent der verarbeiteten Fasern von Pflanzen oder Tieren aus kontrolliert biologischer Landwirtschaft stammen.

● Fairtrade Certified Cotton

Siegel vom Verein Transfair, der hohe Ansprüche an die sozialen Bedingungen beim Anbau und bei der Verarbeitung von Baumwolle stellt.


Gütesiegel für Technik

Der Sicherheitsaspekt spielt bei technischen Produkten und Haushaltswaren eine wichtige Rolle. Kein Wunder, dass das GS-Zeichen und jenes vom TÜV Rheinland zu den bekanntesten Siegeln gehören. Service für die Verbraucher: Der TÜV Rheinland veröffentlicht unter www.certipedia. com eine Liste zertifizierter Produkte. Ebenfalls wichtig: Geräte, die Energie sparen und umweltverträglich hergestellt werden.

● GS – geprüfte Sicherheit

Garantiert die gesetzlichen Sicherheitsanforderungen für Arbeitsmittel und Gebrauchsgegenstände wie Möbel und Haushaltsgeräte.

● TÜV Rheinland

Prüft und zertifiziert Sicherheit, Gebrauchstauglichkeit und Qualität von Gebrauchs- und Verbrauchsgütern nach mehr als gesetzlichen Kriterien.

● Der Blaue Engel

Umweltzeichen für Produkte und Dienstleistungen mit geringer ökologischer Belastung. Vier Aspekte werden ausgezeichnet, zum Beispiel "Schützt das Wasser".

● TCO

Umweltzeichen für elektronische Produkte, das soziale und ökologische Kriterien gleichermaßen berücksichtigt. Jährliche Kontrollen sichern die Einhaltung der Standards.

● EU-Energielabel

Weist die Energieeffizienz elektrischer Geräte wie Kühlschränke und Waschmaschinen aus. Die Effizienzskala reicht von A bis D.

Autor: Elke Polomski