HÖRZU Android Logo
HÖRZU
TV-Programm
kostenlose App
Get it on Google Play
HÖRZU iOS Logo
HÖRZU
TV-Programm
kostenlose App
Get it on Google Play
HÖRZU Logo
Unterhaltung Filter
Kategorie einstellen
Attentat: Jacqueline Kennedy beugt sich über ihren tödlich getroffenen Mann.

Attentat: Jacqueline Kennedy beugt sich über ihren tödlich getroffenen Mann John F. Kennedy. - Foto © picture alliance

Die History-Serie von HÖRZU: Teil 4

Geheimnisse der Geschichte

Teil vier der großen History-Serie von HÖRZU. Von ungeklärten Morden bis zu Monumenten für die Ewigkeit: Die Vergangenheit steckt noch voller spannender Rätsel.


TV-Tipp

Schätze der Welt: Erbe der Menschheit
Dienstag, 16.04., 21:40 Uhr, 3sat
Nemrut Dağı (Türkei). Der Thron der Götter


John F. Kennedy: Wie starb er wirklich?

US-Präsident John F. Kennedy

US-Präsident John F. Kennedy am 26.06.1963 in Berlin. - Foto © picture-alliance / akg-images

Dallas, 22. November 1963, 12.30 Uhr: US-Präsident John F. Kennedy fährt im offenen Lincoln Continental durch Dallas, als plötzlich Schüsse fallen. Eine Kugel durchschlägt seinen Hals, eine weitere seinen Kopf. Um 13 Uhr erklären ihn die Ärzte in der Notaufnahme des Parkland Memorial Hospital für tot. Ein mutmaßlicher Täter ist bald gefasst. Lee Harvey Oswald, der lange in der Sowjetunion lebte, soll die tödlichen Schüsse abgegeben haben. Doch noch bevor es zum Prozess kommt, stirbt Oswald selbst – erschossen vom Nachtklubbesitzer Jack Ruby in der Tiefgarage des Polizeihauptquartiers.

Danach reißen die Spekulationen nicht ab. Gibt es Drahtzieher im Hintergrund? Muss Oswald etwa als Sündenbock herhalten? Am 27. September 1964 legt die Untersuchungskommission ihren Bericht vor. Der sogenannte Warren-Report listet exakt auf, warum Oswald alleiniger Täter gewesen sein muss. Zweifler überzeugt das nicht – bis heute. Zu widersprüchlich, so die Kritik, sind die mittlerweile aufgetauchten Fakten. Ballistiker rekonstruierten etwa den Weg der Kugeln und stießen auf Ungereimtheiten. Kam der tödliche Schuss von vorn und nicht von hinten, wo Oswald stand? "Es ist der umstrittenste Fall in der modernen US-Geschichte", sagt Politikprofessor John C. McAdams, der seit Jahren alle Fakten auswertet. "Es wimmelt von Fehlinformationen und Fälschungen, die größtenteils auf Verschwörungstheoretiker zurückgehen."

So soll Oswald im Auftrag des kubanischen Präsidenten Fidel Castro gehandelt haben. Spekuliert wird über mindestens einen weiteren Schützen. Andere Theorien gehen von einem Mafiamord aus. Viele Akten sind zwar noch bis 2017 unter Verschluss, doch mehr als 27.000 Quellen liegen bereits offen, darunter Autopsiefotos und Interviews. Neue Erkenntnisse? Bislang Fehlanzeige.

Wonach suchten die Alchemisten?

Alchemist Berthold Schwarz

Knalleffekt: Alchemist Berthold Schwarz entdeckt 1359 das Schwarzpulver. - Foto © picture alliance / united archiv

Gold! Echtes Gold, hergestellt aus billigem Metall – so versprachen es Alchemisten schon seit der Spätantike. Doch meist vollbrachten nur Betrüger dieses "Wunder". Verständlich also, dass man Alchemisten fürchtete, verfolgte, verspottete. Ernsthaften Anhängern dieser Geheimlehre ging es allerdings um mehr: Wie findet man den Stein der Weisen, der alle anderen Stoffe veredelt und als Universalmedizin verjüngt? Schenkt er tiefe Einsichten in die Zusammenhänge von Natur, Mensch und Kosmos? Gold machen war höchstens willkommene Werbung für die eigene Zunft. So richtete Sachsens Kurfürst August der Starke (1670 – 1733) dem Alchemisten Johann Friedrich Böttger ein großzügiges Laboratorium ein. Befehl des Monarchen: "Schaffe Gold!" Und Böttger schuf Gold – weißes Gold. Er stellte erstmals ein Gefäß aus Hartporzellan her.

Wer schuf die rätselhaften Kristallschädel?

Kristallschädel

Fundstück: Ein Kristallschädel wird in Edinburgh ausgestellt. - Foto © picture-alliance/ dpa

Kult oder Kitsch? Um kein Artefakt ranken sich so viele Mythen wie um die Schädel aus Bergkristall. Wurden sie von Mayapriestern für Todesflüche verwendet? Brachten Außerirdische die Objekte zur Erde? Die Wirklichkeit sieht nüchterner aus. Bislang gibt es keinen einzigen Beweis, dass die Kristallschädel aus dem Reich der Maya oder Azteken stammen. Erst im 19. Jahrhundert tauchten sie auf. Händler wie der Antiquar Eugène Boban (1834 – 1908) brachten sie in Umlauf. Das Material ist zweifellos uralt. Doch wann wurde es bearbeitet? Die Altersbestimmung mit der Radiokarbonmethode lässt keinerlei Rückschlüsse zu. Erst Analysen mit Elektronenmikroskopen zeigten: Mehrere Schädel in europäischen Museen weisen Spuren moderner Schleifwerkzeuge auf. Eine Fährte führt nach Deutschland – in das eher beschauliche Idar-Oberstein. Hier wurden möglicherweise seinerzeit einige Kultobjekte hergestellt, im Auftrag von Kunsthändlern, die am Markt für archäologische Funde verdienen wollten.

Wo liegen die Grabschätze des Antiochos?

Herrscher Antiochos I.

Der sagenumwobene Herrscher Antiochos I. (69 – ca. 36 v. Chr.) ließ sich als Kolossalstatue an der östlichen Seite des Berges Nemrut verewigen. - Foto © picture alliance / Adam Woolfitt

Ein Monument für die Ewigkeit: Unter 200.000 Kubikmeter Geröll auf der Spitze des Berges Nemrut verbirgt sich eines der letzten großen Rätsel der Menschheit (siehe TV-Tipp). Hier im Südosten der Türkei, unweit des Flusses Euphrat, ließ sich der sagenumwobene Herrscher Antiochos I. (69 – ca. 36 v. Chr.) ein Grabmal errichten, das bislang dem Spürsinn aller Plünderer und Altertumsforscher trotzt. Der König des anatolischen Reiches Kommagene wurde schon zu Lebzeiten als "Theos", als Gott, verehrt und verband in seinem Herrscherkult griechische und orientalische Elemente. An der östlichen Seite des Berges ließ er sich als Kolossalstatue verewigen, in einer Reihe mit Gottheiten wie Apollon und Zeus. Jahrhundertelang geriet sein gigantischer Grabhügel in Vergessenheit – bis der deutsche Ingenieur Karl Sester 1881 zufällig auf die Kultstätte stieß. Während Ägyptens Pharaonen ihre Grabkammern in Pyramiden schützten, wählte Antiochos einen ganzen Berg – einmalig in der Weltgeschichte. Irgendwo unter dem aufgeschütteten Felsgestein in 2000 Meter Höhe muss das Grab mit seinen Schätzen liegen. Doch selbst mit modernen Grabungsmethoden fehlt davon jede Spur. Entdeckt wurden nur Schrifttafeln, das Grab seines Vaters und ein Tunnel – der ins Nichts führt. Die Ruhe des Gottkönigs Antiochos im Berg Nemrut bleibt ungestört.

Planten die "Weisen von Zion" eine Weltrevolution?

Sankt Petersburg, 1903: In der kleinen Zeitung "Snamja" ("Das Banner") erscheint ein brisantes Protokoll. Das "Programm der Juden zur Welteroberung" enthüllt, was in 24 geheimen Sitzungen des Weltbundes der Freimaurer und Weisen von Zion beschlossen wurde. Angeblich wollen die Juden die Macht ergreifen und ein Terrorregime errichten. 1905 werden die Reden erstmals in Buchform verbreitet, 1920 erreicht die Schmähschrift Deutschland – und fällt auf fruchtbaren Boden. Die Sache hat nur einen Haken: Die "Protokolle der Weisen von Zion" sind gefälscht. Vorgeschichte und Urheber liegen zwar im Dunkeln, doch Vergleiche entlarven, dass bei älteren fiktionalen Texten abgeschrieben wurde – ein Flickwerk der Verleumdung. Dem weltweiten Erfolg tut das keinen Abbruch. Obwohl das Buch schon 1905 entzaubert wird und Gerichte in den 30er-Jahren die Fälschung bestätigen, taucht es als Propaganda weiterhin auf und wird etwa in arabischen Ländern nachgedruckt. Vor allem die Nationalsozialisten berufen sich in ihrer Hetze auf diese "Mitschriften". Die fiktive Gefahr einer jüdischen Weltverschwörung gibt Adolf Hitler eine weitere Rechtfertigung für Deportation und Massenmord. Warum wirkt ein über hundert Jahre altes Plagiat so lange nach? Die fehlende Gewissheit über den Verfasser schafft bis heute Raum für diejenigen, die das Machwerk als Niederschrift einer wirklich gehaltenen Rede ansehen wollen. Im Zweifelsfall wird in Verschwörungslogik argumentiert: Gerade weil offizielle Seiten von Fälschung reden, muss etwas Wahres dran sein.

Autor: HÖRZU