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Im Permafrost Sibiriens liegen zahllose Mammuts unter dem Eis begraben.

Doku ''Terra X: Schätze aus dem Eis'' - Im Permafrost Sibiriens liegen zahllose Mammuts unter dem Eis begraben. / Foto: © ZDF und Kay Siering

''Terra X: Schätze aus dem Eis''

Eisige Entdeckungen

Die Zahlen erschrecken. Seit 1850 sind die Alpengletscher um ein Drittel ihrer Fläche geschrumpft. Auch weltweit schmelzen die Eismassen – seit 1970 ist der Schwund vor allem als Folge des Treibhauseffekts zu beobachten. Das Überschwemmungsrisiko steigt und gefährdet das Leben in Gebirgen und an den Küsten.

Aber während der globale Gletscherschwund Umweltschützer aufschreien lässt, bietet er anderen Berufsgruppen wiederum ungeahnte Möglichkeiten. Wenn gigantische Eismassen sich zurückziehen, lassen sie vieles zurück. Die Doku ''Terra X – Schätze aus dem Eis'' (15.9., ZDF, 19.30 Uhr) begleitet Archäologen, Historiker und Genetiker, wie sie einen einzigartigen Blick in die Vergangenheit werfen.

So sind die Kameras etwa dabei, wenn Wissenschaftler den 370 Quadratkilometer großen Svartisen-Gletscher in Norwegen erforschen. Dort werden im weltweit einzigen Forschungslabor, das unter einem Gletscher liegt, die Bewegungsmuster der Eismassen untersucht. "Gletscher sind so etwas wie Tresore", sagt Professor Thomas Albrich. "Sie machen irgendwann einmal auf, und dann kommt alles wieder hervor."

Der auf Gletscherfunde spezialisierte Historiker der Uni Innsbruck weiß, wovon er spricht. Kürzlich entdeckten er und der Bergungsunternehmer Wolfgang Falch im Eis der Ötztaler Alpen zahlreiche seltsame Maschinenteile. Nach Bergung der Trümmer begann eine wissenschaftliche Detektivarbeit. Ergebnis: Die Teile gehörten zu einem B17-Bomber der USA aus dem Zweiten Weltkrieg.

Die Besatzung musste einst aus dem abstürzenden Flieger abspringen. Albrich machte sogar noch einen Überlebenden der Crew ausfindig. Der Bomber war über ein halbes Jahrhundert im Eis verborgen.

Terra X Schaetze aus dem Eis

Am Ortler-Massiv geben die Eismassen im Hochsommer die sterblichen Überreste eines österreichisch-ungarischen Kaiserjägers aus dem 1. Weltkrieg frei (Foto: © ZDF und Kay Siering).

Sogar 40.000 Jahre lang muss te ein anderes Relikt im Eis ausharren. Im Mai 2007 brachten steigende Temperaturen im Eis der sibirischen Tundra eine echte wissenschaftliche Sensation zum Vorschein: ein junges Wollhaarmammut, mumifiziert und in einem exzellenten Zustand – so gut, dass Genetiker die DNA entschüsseln konnten.

Anschließende Genomvergleiche lieferten erstaunliche Ergebnisse. "Es ist sehr wahrscheinlich, dass die Zahl der Mammuts sehr schnell zurückgegangen ist", sagt der Evolutionsgenetiker Michael Hofreiter, der den Fund für das Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie erforschte. "Wenn dies quasi katastrophenartig passiert, dann findet man keine Veränderung in der genetischen Signatur."

Das globale Tauwetter kann uns helfen, die Welt besser zu verstehen. Zum Wohle des Planeten aber bleibt zu hoffen, dass er viele seiner eisigen Geheimnisse noch möglichst lange für sich behält.


Sendehinweis: ''Schätze aus dem Eis''

''Terra X''-Sendung über Gletscherarchäologie
SO, 15.9., ZDF, 19.30 Uhr

Autor: Michael Tokarski