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Achten Sie auf die Zutatenliste auf den Verpackungen.

Achten Sie auf die Zutatenliste. Auf vielen Packungen steht: "ohne Kristallzucker." Andere Zuckerarten können sehr wohl drin sein. - Foto © picture-alliance/ dpa

Enttarnt: 10 freche Tricks

Einkaufsfallen

Kein Mensch weiß, was er noch guten Gewissens kaufen kann: Heißt "ohne Kristallzucker" wirklich, dass Ware zuckerfrei ist? Besitzt Tee, der der "Seele guttut", tatsächlich irgendeine Heilkraft? "Wohl kaum", sagt Silke Schwartau, Ernährungsspezialistin der Hamburger Verbraucherzentrale. "Weil Psychologen unsere Einkäufe inzwischen bis ins letzte Detail planen, tappen wir regelmäßig in solche Fallen." Hier entlarven wir mithilfe der Expertin zehn dreiste Lebensmittellügen.

1. "Premium" und "Ausgewählt": Gütesiegel ohne Wert

Packungsaufdrucke wie "unter regelmäßiger Kontrolle", "mit ausgewählten Zutaten", "ausgewählt von …", "Premium" oder "aus sonnengereiften Apfelsinen" sind absolut wertlos. Sie beschreiben lediglich Selbstverständlichkeiten: Apfelsinen können ohne Sonne nicht reifen, alle verwendeten Zutaten werden zwangsläufig ausgewählt. "Regelmäßige Kontrollen" sind auch nichts Besonderes, sondern gesetzlich vorgeschrieben.

2. Vom "Bauernbrot", das nie einen Bauern traf

"Landbrot", "Bauernlaib" – da denkt man an handgefertigten Teig, natürliche Zutaten und rustikale Backöfen. Aber: "Meist werden auch solche Brote aus standardisierten Backmischungen mit vielen Zusatzstoffen hergestellt", warnt Expertin Schwartau.

3. Die "Ohne-Zucker"-Lüge

Auf vielen Packungen steht: "ohne Kristallzucker." Gemeint ist damit nur Haushaltszucker, also Saccharose. Andere Zuckerarten können sehr wohl drin sein, etwa Maltodextrin, Maltose oder Dextrose. Genannt werden diese dann nur in der Zutatenliste. Betroffen von dieser Unsitte: viele Lebensmittel für Kinder.

4. Ländliche Idylle auf Fleischwaren und Milch

Saftige Wiesen und glückliche Kühe auf Milchpackungen, Namen wie "Gebirgsjäger" oder "Landjunker" auf Wurst: Das alles soll suggerieren, die Ware käme von Tieren, die ihr Leben auf grünen Wiesen verbrachten. Fakt ist: Das meiste Fleisch stammt aus Massentierhaltung, selbst teure Milch von Kühen, die Silofutter fraßen. Lassen Sie sich von den Bildern nicht täuschen. Nur der Begriff "Bio" bürgt für artgerechte Tierhaltung.

5. Der Trick mit dem Tee: Heißgetränk fürs Seelenheil

Sie versprechen, dass sie "die Seele aufmuntern" oder "sanfte Ausgeglichenheit" verleihen. Aber können Tees das überhaupt? Der Effekt, den viele teurere Sorten verheißen, ist wissenschaftlich meist nicht nachgewiesen. Falls sie doch wirksame Zutaten enthalten, sind diese oft zu niedrig dosiert.


Achtung: Mogelpackungen! Prüfen Sie die Füllmenge
Auch mit Packungsgrößen wird oft geschummelt. Ein Trick: Obwohl der Hersteller den Inhalt reduziert, ändert sich nichts am Preis. Für die gleiche Menge zahlt der Kunde also mehr. Aktuelle Fälle laut Verbraucherzentrale:
Hanuta (220 g statt vorher 250 g)
Leerdamer Original (280 g statt 350 g)
Spee Megaperls (1,08 kg statt 1,215 kg)
Coral Black Velvet (2,6 l statt 3 l).


6. Fantasienamen: Wahr ist nur, was hinten draufsteht

Bei der Namensgebung hat der Hersteller freie Hand. Er kann ein Fertiggericht "Asia-Suppe Typ Ente" nennen, auch wenn sich darin keine Spur Geflügel findet. Was wirklich drinsteckt, erfährt man auf der Rückseite: Dort steht kleingedruckt die sogenannte "Verkehrsbezeichnung". Heißt es dort bei der Entensuppe "aromatisiertes Nudelgericht mit Pilzen", wissen Sie, was Sie wirklich essen.

7. Der gute Müsliriegel: eine echte Kalorienbombe

Sie werden als gesunde Zwischenmahlzeit angepriesen, doch zwischen den Cerealien steckt häufig viel Zucker. Die auf dem Etikett abgebildeten Früchte findet man oft nur als "Spurenelement". Schwartaus Tipp: Wer auf sein Gewicht achten muss, sollte auf andere Snacks umsteigen, etwa zu Apfel oder Möhre greifen.

8. Durst auf Frucht? Der saftige Unterschied

Häufig sind auf Getränkeflaschen viele leckere Früchte abgebildet, doch nur wenn "Saft" auf dem Etikett steht, ist auch 100 Prozent Frucht drin. Nektare, Fruchtsaftgetränke oder Limonaden werden dagegen mit Zuckerwasser gestreckt.

9. Tarnung für Dickmacher

Tests zeigen, dass Glutamat wegen seiner appetitanregenden Wirkung dick machen kann. Deshalb wird auf vielen Verpackungen behauptet, dass keines enthalten sei. Das stimmt aber nicht, wenn stattdessen "Hefeextrakt" oder "Würze" auf der Zutatenliste stehen, denn in beiden steckt ebenfalls Glutamat. Es muss dann aber nicht gesondert ausgewiesen werden. Achten Sie deshalb auf die beiden verräterischen Wörter!

10. Kalorienfalle Magerjoghurt

Joghurts, Quarkspeisen oder Milchdrinks mit einem Fettgehalt von unter einem Prozent enthalten zwar wenig Fett, dafür aber oft große Mengen an Zucker, die das Fett als Geschmacksträger ersetzen. Ob Low-Fat-Produkte wirklich kalorienarm sind, verrät deswegen nur der genaue Blick auf die Nährwertangaben.

Autor: Stefan Vogt