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Camp Shackleton

Shackleton machte insgesamt drei Expeditionen in die Antarktis. Die bekannteste
Expedition ist die "Endurance". - Foto: © picture alliance/Heritage Images

Auf den Spuren von Shackleton

Doku über Shackletons Polarexpedition

1916 wagte der Brite Ernest Shackleton eine riskante Rettungsaktion im Polarmeer. Forscher folgten in der dreiteiligen Doku "Tod oder Ruhm" seinen Spuren.

Bedrohlich schwankt das kleine Holzboot im Polarmeer, meterhohe Wellen peitschen gegen den Bug, Wasser strömt unter Deck, die Besatzung ist total erschöpft – und in Lebensgefahr. Eine Höllenfahrt mit ungewissem Ausgang – bis ein Mann todesmutig zur Tat schreitet. 1916 startet der britische Polarforscher Ernest Shackleton eine Rettungsaktion, die als eine der gefährlichsten aller Zeiten gilt. Nun haben sechs Abenteurer seine Fahrt wiederholt. Servus TV zeigt das dramatische Unternehmen in einer packenden Doku.


TV-Tipp

Do., 20.11.: "Tod oder Ruhm" - Auf den Spuren von Shackleton. Dreiteilige Doku über seine Polarexpedition. Servus TV, 21.15 Uhr (s. auch TV-Tipps rechts)


Shackletons Traum: als Erster die Antarktis zu durchqueren. Deshalb bricht er im August 1914 mit seiner Mannschaft zu einer riskanten Forschungsreise auf. Auf der Fahrt Richtung Südpol bleibt sein Schiff "Endurance" im Eis stecken, wird von den Massen monatelang fortgetragen und schließlich zermalmt. Die Mannschaft rettet sich erst auf eine Eisscholle, dann auf Elephant Island, eine unbewohnte, abgeschiedene Insel ohne Aussicht auf Rettung. Shackleton sieht nur einen Ausweg – die Insel Südgeorgien mit ihrer Walfangstation. Dazwischen liegen allerdings fast 1500 Kilometer stürmische See. Und Shackleton steht nur ein sieben Meter langes Beiboot zur Verfügung. Ein Himmelfahrtskommando. Der Forscher setzt alles auf eine Karte: Mit fünf Männern sticht er in See. Die restlichen 22 harren auf Elephant Island aus – ohne zu wissen, ob sie jemals gerettet werden.

16 Tage in der Gewalt des Meeres

Shackleton nimmt Kurs Nordnordost. Das Boot lässt sich nur träge steuern, die Positionsbestimmung ist äußerst schwierig. Der Brite und seine Männer benutzen einen Sextanten. Mit diesem Instrument lässt sich der Winkel zwischen Sonne und Horizont messen – und so die Position berechnen. Ihr Boot ist Wind und Wellen schutzlos ausgeliefert. Shackleton schreibt in sein Tagebuch: "Wir waren ein winziger Punkt im weiten Meer. Der Ozean kennt keine Gnade." Entfesselte Stürme bringen das Boot fast zum Kentern. "Der weiße Schaum der sich brechenden Wellen war überall um uns herum", schreibt der Forscher. "Das Boot hob sich und wurde nach vorn geschleudert wie ein Korken in der Brandung. Ums Überleben kämpfend, schöpften wir Wasser aus dem Boot mit jedem Gefäß, das wir in die Finger bekamen." 16 Tage lang sind die Männer in der Gewalt des Meeres, auf engstem Raum zusammengepfercht, dann endlich erreichen sie durchnässt Südgeorgien.

Doch sie sind noch lange nicht am Ziel. Zwischen ihnen und der Walfangstation Stromness liegen weitere 40 Kilometer durch unerforschtes Gebirge. "Das Hinterland war zerklüftet. Hohe Gipfel, unpassierbare Felswände, steile Schneehänge und abschüssige Gletscher", beschreibt Shackleton. Ein Kampf gegen die Berge, den Wind, die Kälte und den Schnee. Jeder Tritt an den Hängen muss sitzen – sonst droht der Absturz. Und das ohne irgendwelche Bergsteigerausrüstung. Shackleton: "Wir haben uns aneinander festgebunden, aus Vorsicht vor Löchern, Spalten und Abgründen."

Die entkräfteten Männer marschieren in Lederstiefeln 36 Stunden durch die weiße Landschaft. Eine Karte haben sie nicht – die richtige Route können sie nur abschätzen. Trotzdem gelangen sie zur Walfangstation. Sofort organisiert der Forscher die Rettung seiner Kameraden. Ende August 1916 erreicht er mit einem Dampfer Elephant Island – und erlöst die Mannschaft. Nach 635 Tagen im Eis. Zwar ist Shackleton mit seiner Antarktis-Expedition gescheitert, in die Geschichte aber geht er trotzdem ein: mit einer der spektakulärsten Rettungsaktionen der Geschichte und als mutiger Anführer, der seine Männer aus einer ausweglosen Situation befreite.

Autor: Manuel Opitz