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Richard Greene 1955 in "Sword of Sherwood Forest".

Richard Greene 1955 in der britisch-amerikanischen TV-Serie "Die Abenteuer von Robin Hood“ (1955 –1960). - Foto © picture-alliance / Mary Evans Pi

Fragen & Antworten

Die Legende von Robin Hood

Robin Hood: Spitzname für Gesetzlose

1. Gab es Robin Hood wirklich?

Antwort: Ja, aber nicht nur einen. Im Mittelalter gab es etwa sieben Robin Hoods. Jener mildtätige "König der Diebe", den wir heute kennen, ist historisch jedoch nicht belegt. Vielmehr war Robin Hood ein Spitzname für Gesetzlose. Das früheste, wohl namensgebende Beispiel ist ein gewisser Robert Hod, der von 1225 bis 1230 in den Verwaltungsprotokollen ("Pipe Rolls") der englischen Stadt York als "flüchtig" vermerkt wurde und einige Jahre als Gesetzloser in den Wäldern lebte. Seine Legende wurde vermutlich in späteren Balladen mit anderen Personen und Geschichten verwoben.

2. Kämpfte er tatsächlich für Richard Löwenherz?

Antwort: Der Legende nach bekämpft Robin Hood dessen niederträchtigen Bruder Prinz John, während der "edle" König Richard Löwenherz einen Kreuzzug anführt und in Gefangenschaft gerät. Tatsächlich nahm der historische Löwenherz am Dritten Kreuzzug (1189–1192) teil und wurde auf dem Rückweg gefangengenommen. In Richards Abwesenheit regierte sein Bruder Johann Ohneland (Prinz John), ein skrupelloser Herrscher, der gegen seinen Bruder intrigierte und dem Volk horrende Steuern abpresste. In den ersten Liedern um Robin Hoods Bande tauchen die Königsbrüder aber noch nicht auf. Erst 1521 verlegte der englische Schriftsteller John Major die Geschichte in die Zeit von Löwenherz.

3. War der "König der Diebe" ein Wohltäter?

Antwort: Ursprünglich nicht. Die bedeutendste literarische Quelle zu Robin Hood, die 456 Strophen der Balladensammlung "A Gest of Robyn Hode", der "Geschichte von Robin Hood" aus dem 15. Jahrhundert, beschreibt ihn als lustigen, galanten, listigen Räuber, der sein eigenes Schicksal und das seiner Freunde rächt. Die Beute behält die Bande für sich. Zum Mildtäter und Kämpfer für Gerechtigkeit erheben ihn erst die Hood-Geschichten des 16. Jahrhunderts.

4. Lebte Robin Hood im Sherwood Forest?

Antwort: Im Mittelalter war England von dichten Wäldern überzogen, in denen Tausende Gesetzlose hausten. In der Ballade "A Gest of Robyn Hode" ist die Region Barnsdale in der Grafschaft Yorkshire Hauptort der Handlung. Auch der etwa 40 Kilometer südlich Richtung Nottingham gelegene Wald Sherwood Forest wird dort schon erwähnt. Später setzte er sich als Robin Hoods Wirkungsstätte durch – inklusive Robins fiesem Gegenspieler, dem Sheriff von Nottingham.

5. Gab es Robins Gefährten?

Antwort: Zum Teil. Einige der "Schatten des Waldes", wie sich Robins Bande nennt, sind schon in frühen Quellen erwähnt: Will Scarlett und Little John. Das erste Treffen von Robin und Little John ist legendär: Die beiden Heißsporne begegnen sich auf einer Brücke, wo ein wilder Stockkampf entbrennt – der Beginn einer wunderbaren Freundschaft. Erst im 15. Jahrhundert wird der trinkfeste Bruder Tuck hinzugedichtet. Die Figur wurde – so wie Robins Gefährtin Marian – vermutlich damaligen englischen Maifesten entlehnt.

6. Wie kam Robin Hood zu Weltruhm?

Antwort: Schon im Mittelalter war er so berühmt, dass Barden seine Taten landauf, landab besangen: Als Gesetzloser beraubte er reiche Mönche, düpierte den Sheriff beim Bogenschießen – so ein Kerl taugt zu allen Zeiten als Volksheld, weil er die Sehnsüchte der Menschen spiegelt. Später wurde der Wegelagerer zum Wohltäter der Armen verklärt, erlangte in Büchern, Kino und TV Weltruhm. Unvergessen ist Errol Flynn als "König der Vagabunden". Die britisch-amerikanische TV-Serie "Die Abenteuer von Robin Hood“ (1955 –1960) mit Richard Greene brachte es auf 143 Folgen. Zuletzt saß Russell Crowe 2010 als edler Rächer im Sattel. Auch wenn es den echten Robin so nie gab: Der Mythos lebt weiter.

Autor: Dagmar Weychardt