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So hält die Liebe. Paartherapeut gibt Tipps für ein glückliches Leben.

Foto: © picture-alliance / beyond/Alessandro Ventura

Mit HÖRZU-Experte Paartherapeut Dr. Wolfgang Schmidtbauer

Die Glücksformel für die wahre Liebe

Liebe ist nichts, was man sich vornehmen kann. Sie passiert einfach. Egal ob wir 30, 47 oder 60 Jahre alt sind. Das Herz pocht schneller, wir gehen plötzlich nicht mehr – wir schweben. Was für ein Glück, wenn ein Mensch uns einfach nicht mehr loslässt, ohne uns dabei festzuhalten. Dieses Gefühl ist einmalig.

Es zu bewahren ist, wie die Statistik zeigt, eine Kunst: Jede dritte Ehe in Deutschland wird geschieden, die Zahl der Menschen, die sich überhaupt trauen, sinkt jedes Jahr. Und doch gibt es sie, die große Liebe. Hier erklären Experten, was sie zum Leben braucht. Drei Paare zwischen 30 und 60 verraten zudem, wie sie das Glück immer wieder in ihre Beziehung locken.

"Es ist eine Illusion, zu glauben, dass eine Liebe stets das große Glück bedeutet", sagt Dr. Wolfgang Schmidbauer. Der Münchner Psychologe ist einer der bekanntesten Paartherapeuten Deutschlands ("Paartherapie: Konflikte verstehen, Lösungen finden", Gütersloher Verlagshaus, 19,95 Euro). "Sicher ist es gut, hohe Erwartungen an die Partnerschaft zu haben, aber sind sie zu hoch, fast schon träumerisch, ist es Gift: Frauen und Männer werden dann unzufrieden, wenn sich nicht alles erfüllt."

Das Höchste der Gefühle

Zwei Menschen, zwei Vorleben, zwei Elternhäuser, zwei Charaktere, zwei Köpfe, zwei Herzen – wie wird daraus ein glückliches Paar? Eines, das zusammenwächst und Schutzwälle baut gegen die Widrigkeiten der Welt. Das stabil bleibt, wenn der erste Rausch verflogen ist, der Beruf stresst, die Kinder nerven,
die alten Eltern Sorgen bereiten?

Laut Umfragen und Studien haben Katholiken stabilere Beziehungen als Protestanten. Und ostdeutsche Partnerschaften halten länger als westdeutsche. Interessant, doch entscheidend sind nach Meinung des Psychologen andere Faktoren: "Was die Liebe wirklich braucht, ist das Gespräch", sagt Wolfgang Schmidbauer. "Worte sind der Nährboden für Verständnis und Einfühlungsvermögen. Sie sind wichtig, um Dinge einzusehen oder dem anderen auch mal vergeben zu können."

Wie fühlst du dich? Hat deine Reaktion etwas mit mir zu tun, oder bist du wegen einer ganz anderen Sache enttäuscht, auf einen anderen wütend? Wer sich in den Partner hineindenkt, wird im Streit nie bewusst verletzen oder sticheln, so entstehen weniger Missverständnisse und Enttäuschungen.

Das ist auch die Erfahrung von Jutta und Jürgen Arl aus Hamburg, die seit sieben Jahren verheiratet sind. "Jeder kennt das: Es geht einem mal nicht gut, und man muss erst selbst ergründen, woran es genau liegt", sagt die 58-Jährige. "Ich brauche dann Zeit und Raum für mich und sage zu meinem Mann: ‚Ich mag jetzt nicht reden.Später, wenn ich weiß, was mit mir los ist, erkläre ich dir alles. Aber eines musst du wissen: Es hat nichts mit dir zu tun!" Ein solcher Satz ist für einen Konflikt wie die Stecknadel für den Luftballon: Plötzlich ist der ganze Druck weg.

Lesen Sie auch: 5 Regeln für die Liebe.

Autor: Mirja Rumpf