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Eine Maya-Pyramide

Foto © www.piqs.de / Fotograf: Esatom, CC (Some rights are reserved.)

Geht in drei Jahren die Welt unter?

Die Geheimnisse des Maya-Kalenders

Mit markantem österreichischem Akzent beruhigt der Gouverneur von Kalifornien seine Bürger: "Die Welt wird nicht untergehen!" Im selben Augenblick reißt die Erde auf, mehrere Hundert Meter tiefe Spalten bilden sich, und Los Angeles rutscht in den Pazifik. Die spektakuläre Szene aus dem neuen Kinofilm "2012" von Roland Emmerich enthält nicht nur einen Seitenhieb gegen Arnold Schwarzenegger. Sie bezieht sich auch auf ein zuletzt häufig diskutiertes Phänomen: "Wir wollten einen Arche-Noah-Film drehen", sagt der Regisseur. "Und sind bei der Recherche auf das Thema 2012 gestoßen."

Für den 21. Dezember 2012 soll der Maya-Kalender den Weltuntergang vorhersagen. Aber was kann man aus dem Zeitsystem des mittelamerikanischen Indianervolkes, das vom 6. bis zum 9. Jahrhundert eine hoch entwickelte Kultur hervorbrachte, eigentlich ablesen? Sehen Forscher tatsächlich Gefahren für 2012?

"Der Maya-Kalender besteht aus drei Systemen", sagt Lars Frühsorge, Dozent für Mesoamerikanistik an der Uni Hamburg. "Der Tzolkin ist ein Ritualkalender mit 260 Tagen, der den Zeitpunkt für religiöse Zeremonien anzeigt. Der Haab ist ein Sonnenkalender für die Landwirtschaft mit 360 Tagen, die mit fünf Unglückstagen ein komplettes Sonnenjahr ergeben." Der wichtigste Kalender zum Thema 2012 ist aber die sogenannte "lange Zählung". "Sie beginnt an einem mythischen Ursprungsdatum, an dem die Welt erschaffen wurde."

Ende oder Neubeginn?

Umgerechnet auf den heute fast weltweit gültigen gregorianischen Kalender - etwa durch eine chemische Altersbestimmung von Holzbalken, auf denen Maya-Kalender dargestellt sind - , ergibt sich für die Mehrheit der Wissenschaftler der 13. August 3114 v. Chr. als Anfang der Zeitrechnung der Maya. Gezählt wird von da aus allerdings nicht nur in Tagen, Monaten und Jahren, sondern in zwei zusätzlichen Einheiten: 20 Tage sind ein Monat, 18 Monate sind ein Jahr, 20 Jahre sind ein sogenanntes "k'atun", 20 "k'atun" sind ein "b'aktun". Das Besondere: Beim 13. "b'aktun" der "langen Zählung" wiederholt sich das Datum, an dem der Kalender begann! Der 21.12.2012 heißt bei den Maya 13.0.0.0.0.

Autor: Oliver Noelle