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Raumschiff Erde

Licht und Dunkelheit auf der Erde. Die 5-teilige Dokureihe "Raumschiff Erde". Foto © ZDF / Mark Alberts

"Raumschiff Erde": 5-teilige Dokureihe

Der verletzliche Planet

Rund 1400 aktive Satelliten umkreisen derzeit unsere Erde. Sie zeigen uns, wie winzig und fragil sie in den unendlichen Weiten des Weltalls wirkt. Und dass wir dabei sind, sie zu zerstören. "Raumschiff Erde", die 5-teilige Dokureihe auf ARTE.

Der Anblick ist überwältigend: Im samtenen Schwarz des Alls leuchtet unsere Erde wie ein Edelstein. Sie ist wunderschön und doch so klein und zerbrechlich. Die Raumfahrt hat unsere Sicht auf den blauen Planeten entscheidend verändert. "Vorher hat man die Erde als so riesig angesehen, dass sie die Vorstellungskraft überfordert", sagt der deutsche Astronaut Ulf Merbold, der 1983 erstmals ins All flog. "Jetzt sieht man sie plötzlich als ein Raumschiff, mit dem wir alle im leeren Weltraum unterwegs sind."

Eine Dokureihe (18.4., 18.25 Uhr, ARTE) zeigt, was Wissenschaftler dank dieser neuen Sichtweise über unseren Planeten herausgefunden haben. Die wichtigste Hilfe kommt dabei von ganz oben: Fast 1400 aktive Satelliten umkreisen derzeit die Erde und liefern Bilder, Daten – und vor allem Beweise für noch nie dagewesene Veränderungen und Zerstörungen durch den Menschen.

Was den Himmel erhellt

Wo früher dunkle Nacht herrschte, sieht man heute einen dichten Lichterteppich. Experten sprechen bereits von einer massiven Lichtverschmutzung. Eine neue Studie des Geoforschungszentrums Potsdam zeigt, dass der bedeckte Nachthimmel zum Beispiel über Berlin 300-mal heller leuchtet als über der Nordsee. Beim Blick von oben wird klar, wie viel Energie in den Metropolen verschwendet wird. Etwa sieben Prozent des Stromverbrauchs gehen auf Kosten der Beleuchtung.

Raumschiff Erde

Andere Fotos dokumentieren die Auswirkungen des Klimawandels. Wie entwickeln sich Eisflächen auf dem arktischen Meer? Den bisherigen Tiefststand registrierten Forscher 2012 mit 4,09 Millionen Quadratkilometern. Zu Beginn der Satellitenbeobachtung im Jahr 1979 waren es noch 7,5 Millionen Quadratkilometer. Für eine wissenschaftliche Auswertung reichen Fotos natürlich nicht aus. Die europäische "Sentinel"-Mission sammelt daher ein ganzes Datenbündel. Vier "Sentinel 1"- Satelliten tasten die Erde in Streifen von 80 bis 400 Kilometer Breite ab. Zwei „Sentinel 2“-Satelliten liefern Informationen über Wolken, Atmosphäre und Vegetation. Bis 2020 sind weitere Starts geplant.

Raumschiff Erde

Was die Welt erwärmt

Spezialsatelliten wie der japanische "Gosat" (Greenhouse Gases Observing Satellite) messen die Treibhausgase Kohlendioxid und Methan und entlarven so Gründe für den Klimawandel. Je mehr fossile Energieträger wie Kohle oder Öl verbrannt werden, desto mehr CO2 entsteht. „Gosat“-Daten belegen: Die CO2-Schicht in der Atmosphäre war noch nie so dick. Die geplante „ICESat- 2“-Mission der Nasa soll die Dicke von Eispanzern und Meereis sowie alle Landerhebungen dokumentieren. Sie alle machen mit ihren Daten und Bildern deutlich: Wir sitzen alle gemeinsam in einem kleinen Raumschiff namens Erde.

Autor: KAI RIEDEMANN