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Hunde sind schlaue und anpassungsfähige Tiere.

Freundschaft fürs Leben: Hunde sind treu und verstehen uns besser, als viele denken. - Foto © picture alliance / Bildagentur-o

Im TV: Menschen, Tiere & Doktoren

Der große HÖRZU-Hundetest

Ob klein oder groß, Rassehund oder Promenadenmischung – fragt man einen Hundebesitzer, ist sein Liebling immer ein ganz besonders Schlauer. Einer, der jedes Wort versteht, der ein untrügliches Gespür für Herrchens und Frauchens Stimmung hat und der ihre Bedürfnisse intuitiv erahnt. Tatsächlich kann kein anderes Tier die menschliche Kommunikation so flexibel deuten wie der Hund. Eine evolutionäre Anpassungsleistung, die sich im Lauf der jahrtausendealten Beziehung zwischen Mensch und Hund entwickelte und die den Hund von seinen wölfischen Vorfahren unterscheidet.


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Während bereits sechs Wochen alte Welpen auf Zeigegesten des Menschen reagieren, geht Wölfen diese Fähigkeit ab – selbst wenn sie von Hand und genau wie Hunde aufgezogen wurden. Trotzdem muss man die Klugheit der Vierbeiner differenziert sehen. "Hunde sind keine Menschen", sagt Dr. Juliane Kaminski, Verhaltensforscherin am Leipziger Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie. Auch wenn sie sensibel für menschliche Kommunikation sind, heißt das nicht, dass sie diese so verstehen, wie wir das tun."

Hunde reagieren auf Blicksignale und Gesten

So manche kognitive Leistung erstaunt dennoch. Fast jeder Hundebesitzer kennt das Phänomen, dass sein Bello Verbotenes nur heimlich tut – wenn Herrchen ihn nämlich nicht im Blick hat. Tatsächlich können Hunde unterscheiden, ob ein Mensch sie ansieht oder nicht. Sie wissen dabei sogar um den Unterschied zwischen geöffneten und geschlossenen Augen. Versuche zeigen zudem, dass sie sensibel sind für die Perspektive des Menschen: Sie erkennen in entsprechenden Versuchsanordnungen, dass der Mensch etwas anderes sieht als sie selbst. Und sie wissen den Blick des Menschen zu deuten: Hat ein Hund die Wahl zwischen zwei Bechern (siehe Hundetest), reicht meist schon ein Blinzeln seines Besitzers, damit er sich für die richtige Seite entscheidet. Und steht der Vierbeiner vor einem unlösbaren Problem, wie etwa einem nicht erreichbaren Futterstück, wird er gezielt Herrchens Blick suchen, um ihn zur Hilfe zu bewegen.

Auch gestische Signale des Menschen begreifen die Hunde: Einem Kopfnicken folgen sie ebenso wie einem Fingerzeig. Was auf den ersten Blick unspektakulär erscheint, ist einzigartig in der Tierwelt: Keine andere Kreatur weiß eine Zeigegeste des Menschen so zu deuten, dass sie nicht zur Hand, sondern in die gezeigte Richtung blickt. Selbst Schimpansen muss diese Fähigkeit antrainiert werden. Hunde dagegen beherrschen sie schon im Welpenalter instinktiv – sie scheint also angeboren. "Wir gehen davon aus, dass dies eine direkte Anpassung des Hundes an das Leben mit dem Menschen ist“, sagt Verhaltensforscherin Juliane Kaminski.

Hunde lernen per Ausschluss

Hunde haben sogar ein Verständnis für die menschliche Sprache, wenn man sie entsprechend trainiert. 1999 verblüffte Border Collie Rico das "Wetten dass ..?"-Publikum, indem er von 77 verschiedenen Spielzeugen vier auf Befehl apportierte, die Wörter also exakt den jeweiligen Dingen zuordnen konnte.

Untersuchungen am Leipziger Max-Planck-Institut zeigten, dass der Hund neue Begriffe durch ein Ausschlussverfahren lernte: Wurde ein neues Spielzeug unter die bekannten gemischt, und nannte man ihm mit dem Suchbefehl den neuen Begriff, wählte Rico unter allen Spielzeugen tatsächlich das neue aus – und kannte es fortan. Ein Lernmechanismus, den man bis dato nur Menschen zugeschrieben hatte.

Hunde wollen lernen und beschäftigt werden

Der inzwischen verstorbene Rico ist kein Einzelfall: US-Hündin Chaser etwa kennt mehr als tausend Gegenstände mit Namen. "Ich bin allerdings sicher, dass nicht jeder Hund die Fähigkeit zum Wörterlernen hat", sagt Kaminski. Border Collies – auch Chaser und andere Talente gehören zu dieser Rasse – scheinen besonders gute Voraussetzungen mitzubringen, weil sie als Hütehunde gern apportieren und hoch motiviert sind. Die intelligentere Rasse sind sie deshalb nicht unbedingt. "Natürlich gibt es Verhaltensunterschiede zwischen Rassen", erklärt die Expertin. "Intelligenzunterschiede sind aber nicht nachgewiesen."

Wie aufgeweckt der eigene Vierbeiner ist, kann man mit den im HÖRZU-Hundetest erklärten Aufgaben testen. Man kann seine Klugheit sogar fördern, indem man sich viel mit ihm beschäftigt, ihm Anregung und Abwechslung bietet. Doch obwohl Hunde so verständig auf uns reagieren, sollten wir sie nicht vermenschlichen und dadurch überfordern. Hunde lernen etwa nicht per Nachahmung – es hat wenig Sinn, ihnen bestimmte Dinge vorzumachen. Und ist bei einer Aufgabe logisches Denken gefragt, sind sie schlicht aufgeschmissen (siehe: Hütchenspiel). Ihre Überlebensstrategie besteht seit Jahrtausenden darin, sich an den Menschen zu halten. Eine sehr kluge Entscheidung.

Autor: Judith Heisig