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Heiße Quelle: Es brodelt unter dem Yellowstone-Nationalpark.

Heiße Quelle: Es brodelt unter dem Yellowstone-Nationalpark. - Foto © dpa Picture-Alliance GmbH

Teil 9 der neuen großen HÖRZU-Reihe

Das Wissen der Welt

Wie entstand das Universum? Wie gefährlich sind Supervulkane? Löst die Sonne unsere Energieprobleme? Im neunten Teil der neuen großen HÖRZU-Reihe "Das Wissen der Welt" geht es wieder um spannende Fragen und Antworten aus vielen verschiedenen Themengebieten.

Weltraum - Wie entstand das Universum?
Mit einem großen Knall fing alles an. Vor 13,7 Milliarden Jahren, so haben Forscher errechnet, entstand unser Universum. Wichtigstes Indiz für diese “Big Bang”-Theorie ist die Bewegung der Sterne: “Wir wissen heute mit ziemlicher Sicherheit, dass sich das Universum ausdehnt”, erklärt Prof. Harald Lesch, Astrophysiker und ZDF-Moderator (“Abenteuer Forschung”). “Das heißt, es wird größer und dabei immer kälter.” Geht man in die Vergangenheit zurück, muss man sich das Universum also Schritt für Schritt kleiner und heißer vorstellen. Prof. Lesch: “So kommen wir auf die kleinste, dichteste und heißeste Erstursache, die die Physik erlaubt.” Damals gab es noch keine Teilchen, nur Energie. Dieses Etwas flog mit dem Urknall auseinander – Raum, Zeit und die gesamte Materie wurden geboren. Seitdem breitet sich das Universum aus und kühlt ab, bis irgendwann alle Sterne verglüht sind. Doch was war vor dem Urknall? “Das werden wir nie erfahren”, vermutet Prof. Harald Lesch. “Schließlich ist der Urknall der Moment, vor dem nichts war.” Die Astrophysiker suchen trotzdem, setzen dabei vor allem auf Quantenphysik. Vielleicht durchläuft unser Universum ja einen ewigen Zyklus von Werden und Vergehen, von Wachsen und wieder Schrumpfen?

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Technik - Löst die Sonne unsere Energieprobleme?
Strahlende Aussichten: “Stündlich erreicht mehr Sonnenenergie unseren Planeten, als von der gesamten Menschheit in einem Jahr verbraucht wird”, schwärmt Greenpeace-Experte Andree Böhling. Neben Solarzellen, wie wir sie von Hausdächern, aus Uhren oder Taschenrechnern kennen, setzen die Fachleute vor allem auf gigantische Kraftwerke: Spezialspiegel fangen die Sonnenstrahlen auf und bündeln sie, um damit synthetisches Thermoöl zu erhitzen. Das wiederum erzeugt Dampf für eine klassische Dampfturbine. Versuchsanlagen wie Andasol 1 und 2 in Spanien verfügen über jeweils 209.664 Parabolspiegel. Trotzdem führt die Sonne energiepolitisch noch ein Schattendasein: Im letzten Jahr trug sie gerade mal ein Prozent zur deutschen Stromerzeugung bei. Der einfache Grund: Die Sonne scheint zwar gratis, doch die Nutzung kostet Geld. Vor allem hohe Anfangskosten sorgen dafür, dass vieles nicht umgesetzt werden kann. Und noch etwas fehlt uns in Deutschland: reichlich Sonne. Ein Firmenkonsortium plant deshalb bereits Kraftwerke in der Wüste, um die intensive Sonnenstrahlung zu nutzen – und den Strom über ein transkontinentales Netz auch nach Europa zu importieren.

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Technik - Wann war der erste europäische Raketenstart?
Die erste Stufe zündet. Immer höher steigt das Geschoss in den Himmel. Dann zündet die zweite, schließlich die dritte. Der Start einer Saturn-V-Rakete in den 1960erJahren? Irrtum! Schauplatz des geschilderten Spektakels war keine moderne Abschussrampe der Nasa, sondern eine Stadt in Rumänien – vor 455 Jahren! Im Archiv von Hermannstadt (heute Sibiu) fanden Wissenschaftler ein handgeschriebenes Manuskript, in dem der Militärtechniker Conrad Haas verblüffende Erfolge protokollierte. Sein Flugkörper verfügte bereits über einen Drei-Stufen-Antrieb, war mit Delta-Flügeln stabilisiert, schoss mittels einer speziellen Pulvermischung in die Höhe. Der Raketenpionier experimentierte sogar mit Flüssigtreibstoff. Damit nahm er im Jahr 1555 jene Technik vorweg, mit der die Apollo-11-Astronauten 1969 den Mond erreichten. Ins All wollte er damit trotzdem nicht. Es ging ihm vor allem um prächtiges Feuerwerk. Der Tüftler baute auch Feuerräder für festliche Anlässe, ließ Leuchtkugeln über feindlichem Gebiet aufsteigen. Und der Raketenpionier warnte: “Aber mein Rath mehr Fried und kein Krieg.” Berühmt wurde er nicht, jahrhundertelang blieb seine geheimnisvolle Handschrift sogar verschollen. Wer weiß, wie viele geniale Erfindungen noch in den Archiven schlummern?

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Kultur - Haben die Brüder Grimm ihre Märchen erfunden?
Es war einmal… Für ihre “Kinder-und Hausmärchen” konnten Jacob (1785 bis 1863) und Wilhelm Grimm (1786 bis 1859) aus dem Vollen schöpfen. Sie sammelten, was teilweise seit Jahrhunderten mündlich und schriftlich weitergegeben wurde. “Es war vielleicht gerade Zeit, diese Märchen festzuhalten, da diejenigen, die sie bewahren sollen, immer seltener werden”, schreiben sie 1812 in der Vorrede zum ersten Band, in dem etwa Rotkäppchen den Wolf trifft und Rumpelstilzchen ums Feuer tanzt. Sind die Grimms also Märchen sammelnd durchs ganze Land gezogen? Lauschten sie uralten Mütterchen, die vom Froschkönig erzählten? Weder noch! Viele Vorlagen lieferten ihnen Mitarbeiter vor allem aus Hessen und Westfalen, die zu höheren Schichten der Gesellschaft gehörten. Die Dichterin Annette von Droste-Hülshoff steuerte Beiträge bei, und auch die Märchenerzählerin Dorothea Viehmann war keineswegs eine alte Bäuerin, sondern eine gebildete Frau. Viel Fantasie kam dann bei der Bearbeitung der mehr als 200 Texte ins Spiel. ins Spiel. Da wurde geglättet, dazuerfunden, umgeformt. Ihr ganzes Leben lang feilten die Grimms an den Märchen und tauschten sogar einige aus. Viele gerieten auch wieder in Vergessenheit. Wer kennt schon “Die Schlickerlinge” oder “Das Meerhäschen”?

Autor: Kai Riedemann