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Supersprinter: Der Gepard schafft 100 Meter in 6,13 Sekunden.

Supersprinter: Der Gepard schafft 100 Meter in 6,13 Sekunden. Foto © dpa Picture-Alliance GmbH

Teil 8 der neuen großen HÖRZU-Reihe

Das Wissen der Welt

Können wir ewig leben? Wie entstand eigentlich unser Mond? Können Pflanzen sprechen? Im achten Teil der neuen großen HÖRZU-Reihe "Das Wissen der Welt" geht es wieder um spannende Fragen und Antworten aus vielen verschiedenen Themengebieten.

Geist: Wo steht die größte Kirche?
Alle Wege führen nach Rom. Der Petersdom erhebt sich über dem Grab des Apostels Petrus. Bis zu 60.000 Gläubige finden Platz in dem mächtigen Gebäude, an dem nach der Grundsteinlegung 1506 die berühmtesten Baumeister Italiens mitwirkten. 1547 etwa übernahm Malergenie Michelangelo die Leitung. Die Zahlen beeindrucken noch heute: 15.160 Quadratmeter Grundfläche, 211,5 Meter Länge, 133,3 Meter Höhe. Allein die über allem thronende Kuppel wiegt 14.000 Tonnen und ragt 117,57 Meter empor. Für das Zentrum des Christentums sparten die Erbauer nicht an Kunst – von der Petrus-Statue aus Bronze über die Mosaiken der Gregorianischen Kapelle bis zum prachtvollen Mittelschiff. Konkurrenz hat der Megabau trotzdem: In der Elfenbeinküste wurde 1990 eine Kopie eingeweiht. Notre-Dame de la Paix in Yamoussoukro hat mit allen Außengebäuden sogar eine größere Grundfläche als das Vorbild, ist aber nur 195 Meter lang und bietet weniger Gläubigen Platz.

Wissenschaft: Warum ist die Zahl Pi so geheimnisvoll?
Mit Mathematik muss man immer rechnen. Denn überall, wo uns Kreise begegnen, ist die Zahl Pi im Spiel – beim Rad am Auto, bei der Sonne am Himmel. Die Definition klingt einfach: Pi ist das Verhältnis des Umfangs zum Durchmesser eines Kreises. Dargestellt wird sie durch den griechischen Buchstaben π. Schon den Ägyptern war vor 4000 Jahren bekannt, dass diese Naturkonstante stets gleich bleibt. Sogar in der Bibel (Buch der Könige, 7,23) wird sie erwähnt. Und doch bleibt Pi bis heute rätselhaft. Lässt sie sich überhaupt exakt bestimmen? 3,14159 ist das grobe Ergebnis. Mathematiker haben jedoch schon 2,7 Billionen Stellen hinter dem Komma berechnet! Weil sich Pi nicht als Bruch darstellen lässt, nennt man sie irrationale Zahl. Ohne Pi gäbe es keine Wahrscheinlichkeitsrechnung, in der Physik braucht man sie für die Beschreibung von Wellen und Kreisbewegungen. Ihre Bedeutung ist so universell, dass Radioteleskope die Zahl sogar als Botschaft ins All funken. Außerirdische müssten sie erkennen. Kein Wunder, dass Mathematiker inzwischen einen "Pi-Tag" einführten – am 14. März jeden Jahres wird gefeiert.

Wissenschaft: Was ist Nanotechnologie?
Haben Sie’s nicht kleiner? Die unsichtbare Welt der Nanoteilchen, so schwärmen viele Forscher, könnte die wichtigste Neuerung des 21. Jahrhunderts sein. Nano leitet sich vom griechischen "nanos" ab – Zwerg. Und zwergenhaft sind die Partikel. Ein Nanometer entspricht dem milliardsten Teil eines Meters. Nur unter dem Elektronenmikroskop lassen sich die im Labor hergestellten Winzlinge erkennen. Spektakulär klingen Visionen, Nano-Roboter als Gesundheitspolizei im Körper einzusetzen. Sie könnten etwa Ablagerungen in Adern entfernen. Auch im Alltag hat die Technologie Einzug gehalten. Sie macht Textilien schmutzabweisend, Sonnenschutz wirksamer, Lacke kratzfest. Kohlenstoff, Metall, Keramik – alles eignet sich und verändert im Miniformat die Eigenschaften. Gold wird rötlich, Keramik durchsichtig. Doch noch sind nicht alle Risiken erforscht. Was wird aus all den ultrafeinen Partikeln? Wie wirken sie auf den Menschen? Im Auftrag der Bundesregierung arbeitet schon seit 2006 eine NanoKommission an solchen Fragen.

Kultur: Was regte Goethe zu seinem Drama "Faust" an?
Alles nur geklaut: Die Geschichte vom Dr. Faustus, der einen Pakt mit dem Teufel schließt, ist viel älter als das berühmteste deutsche Drama. Es gab Anekdoten, Legenden, Puppenspiele und Theaterspektakel rund um den historischen Magier. Vor 500 Jahren soll der echte Dr. Faustus gelebt haben, ein Buch über seine Abenteuer erschien schon 1587. Johann Wolfgang von Goethe (1749–1832) war der Stoff vertraut, als er mit den Skizzen begann. Auch zwei Faust-Gemälde sollen ihn dazu angeregt haben: Sie hängen in Auerbachs Keller, einem Leipziger Weinlokal, in dem er als Student oft zechte. Sechs Jahrzehnte lang ließ ihn die Geschichte nicht mehr los: vom "Urfaust" (ab 1772) über "Faust. Eine Tragödie" (1808) bis zum zweiten Teil (1831), der erst nach dem Tod des Dichters veröffentlicht wurde. Und was ist mit Gretchen? Auch die zweite wichtige Figur hat ein historisches Vorbild: die Frankfurter Kindsmörderin Susanna Margaretha Brandt, die 1772 hingerichtet wurde. Damals war Goethe in Frankfurt als Anwalt tätig und erlebte den Prozess hautnah mit.

Autor: Kai Riedemann