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Ein Pandajunges im Naturreservat Sichun (China)

Ein Pandajunges im Naturreservat Sichun (China) - Foto © dpa Picture-Alliance GmbH

Teil 7 der neuen großen HÖRZU-Reihe

Das Wissen der Welt

Sendungshinweis: Donnerstag, 17.06.2010, NDR, 20.15 Uhr; Mare-TV – Das Donaudelta; Doku über ein Weltnaturerbe der Unesco

Was erforscht ein Bioniker? Wie kommen die Wolken an den Himmel? Warum ist Gähnen ansteckend? Im siebten Teil der neuen großen Reihe "Das Wissen der Welt" beantwortet HÖRZU wieder spannende Fragen aus vielen verschiedenen Themengebieten.

Natur: Was ist ein Weltnaturerbe?
Es gibt nur eine Erde. Und die gehört uns allen. Um die Schätze unseres Planeten zu erhalten, haben 186 Staaten eine Konvention unterzeichnet: das "Übereinkommen zum Schutz des Kultur- und Naturerbes". Seit 1972 hütet die Unesco, eine Organisation der Vereinten Nationen, diese Liste und erweitert sie um die schönsten Plätze. Die Vielfalt reicht vom Panda-Naturreservat in Sichuan (China) über die Schluchten des Grand Canyon bis zum deutschen Wattenmeer. 176 Naturdenkmäler wurden bislang in die Liste aufgenommen, dazu 689 Kulturdenkmäler wie der Aachener Dom und 25 "gemischte" Welterbestätten. Der Weg in die Liste ist steinig: Erst stellt der jeweilige Staat einen Antrag, dann wird geprüft: Ist die Landschaft einzigartig, unversehrt, ein Zeugnis der Erdgeschichte? Schließlich entscheidet ein Komitee. Geld von der Unesco gibt es nicht. Im Gegenteil: Der Staat verpflichtet sich, den Schatz für die gesamte Menschheit zu bewahren. Was leider nicht immer klappt. Zurzeit stehen 31 Naturerbestätten auf der Roten Liste – etwa die Galapagos-Inseln mit ihrer faszinierenden Tier- und Pflanzenwelt.

Wissenschaft: Was erforscht ein Bioniker?
Am Anfang steht immer das Staunen. Wie perlt Wasser von Lotusblüten ab? Warum ist Spinnenseide widerstandsfähiger als Stahl? Erfindungen der Natur haben sich über Jahrmillionen bewährt. Warum sollte der Mensch auf so viel Genialität verzichten? "Das Motto wissenschaftlichen Forschens und einer zukünftigen technischen Revolution könnte lauten: Vorwärts zur Natur! Einen besseren Lehrmeister gibt es nicht", sagt Bionik-Experte und Autor Kurt G. Blüchel. Das Wort Bionik setzt sich deshalb auch aus den Begriffen Biologie und Technik zusammen. Eine der ersten Erfolgsgeschichten begann 1941 im Wald. Der Schweizer Ingenieur George de Mestral ärgerte sich über Kletten, die im Fell seiner Hunde haften blieben. Nicht fluchen, abgucken! Aus den Widerhaken, mit denen sich Kletten festkrallen, entwickelte er den Klettverschluss – und wurde Millionär. Heute forschen allein im deutschen Netzwerk BIOKON mehr als 70 Unis, Institute, Unternehmen und Einzelpersonen. Der Elefantenrüssel wird zum Vorbild für einen Roboterarm, Forellenflossen liefern die Grundlage für Schiffsantriebe. Ideenklau erwünscht

Kultur: Wie berühmt war William Shakespeare?
"Sein oder nicht sein – das ist hier die Frage." Ganz so dramatisch wie im "Hamlet" sind die Rätsel nicht, die sich um den englischen Bühnen­dichter ranken. Und doch wissen wir nach heutigen Maßtäben wenig über William Shakespeare (1564–1616). Es gibt keine privaten Briefe, kei­ne Original-Manuskripte, kaum Zeitzeugnisse. Fest steht: Er kam im Städtchen Stratford-upon-Avon zur Welt, be­suchte nie eine Universität und galt deshalb in der feinen englischen Gesellschaft lange als Emporkömmling. Sein Aufstieg begann, als er Anfang der 1590er-Jahre in London der angesehenen Theatertruppe "Lord Chamberlain’s Men" beitrat. Er spielte kleine Rol­len, schrieb für diese Truppe erste Dramen. Selbst veröffentlicht hat er zu Lebzeiten je­doch kein einziges Stück! In der damaligen Theaterszene war es unüblich, Bühnentexte drucken zu lassen. Geld brachte ihm sein Talent trotzdem ein. Der geschäftstüchtige Shakespeare wurde Mitinhaber von Theatern, bis er sich um 1610 offenbar wohlhabend in seinen Geburtsort zurückzog. Nur ein absurdes Gerücht hält sich bis heute: War er nur Strohmann für adelige Dichter – und hat die Dramen gar nicht selbst verfasst?

Erde: Wie kommen die Wolken an den Himmel?
Sie heißen Stratus, Cirrus oder Cumulus. Segeln wie Schäfchen über den Himmel oder türmen sich als Unwetterboten auf. Wolken gehören zum Alltag – und stecken doch voller Rätsel. Was passiert wirklich in der Höhe? Wann fällt Regen? Wie beeinflussen Wolken das Klima? "Vieles ist noch ungeklärt", gibt Karsten Schwanke, Meteorologe und ZDF-Moderator, zu. "Deshalb findet in Wissenschaftszentren wie dem Schneefernerhaus auf der Zugspitze auch Grundlagenforschung statt." Dabei klingt das Wolkenrezept eigentlich einfach: Die Sonne lässt Wasser verdunsten, als warmer Wasserdampf schwebt es unsichtbar in der Luft. Erst wenn dieser abkühlt, etwa weil er auf kältere Luftmassen trifft oder weiter aufsteigt, bilden sich daraus Tröpfchen und Eiskristalle. Geballte Feuchtigkeit, die den Namen gab: "wolka" (althochdeutsch) heißt "die Feuchte". Noch eine Bedingung muss erfüllt sein: "Wolken bilden sich nur, wenn Kondensationskeime in der Luft sind", sagt Schwanke. "Das können winzige Staub- und Sandkörnchen sein, über dem Ozean auch Salzkristalle." Höhe, Temperatur, Wind, Staub – all das wirkt sich bei der Geburt der Wolke aus und sorgt für himmlische Meisterwerke. Keine Wolke ist wie die andere.

Autor: Kai Riedemann