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Ur-Australier: das Känguru

Ur-Australier: das Känguru - Foto © www.piqs.de / DaveKing, CC

Teil 6 der neuen großen HÖRZU-Reihe

Das Wissen der Welt

Sendungshinweis: Mittwoch, 02.06.2010, ZDF, 22.15 Uhr; Abenteuer Forschung: Gefangen im Netz der Strahlung. Mit Professor Harald Lesch.

Können Maschinen Gedanken lesen? Gibt es Leben auf anderen Planeten? Woher kommt das Gold in der Erde? Im sechsten Teil der neuen großen Reihe "Das Wissen der Welt" beantwortet HÖRZU wieder spannende Fragen aus vielen verschiedenen Themengebieten.

Erde - Woher kommt das Gold in der Erde?
Glänzend, göttlich, geheimnisvoll – seit Jahrtausenden ist der Mensch dem Gold verfallen. Und weil nur 0,004 Gramm dieses begehrten Edelmetalls in 1000 Kilogramm Erdkruste stecken, versuchten erfinderische Alchemisten, Gold auch künstlich herzustellen. Leider ohne Erfolg. Denn das Gold der Erde ist nicht von dieser Welt: Es stammt aus den Tiefen des Weltraums! Nur wenn eine massereiche Sonne am Ende ihres Lebens als Supernova explodiert, herrschen die passenden Bedingungen. Extrem hohe Energien lassen Atome zerfallen, verändern die Elemente, formen dabei auch Gold. Als die Erde vor 4,6 Milliarden Jahren aus Sternenstaub geboren wurde, gehörte somit auch dieses Edelmetall zum Baumaterial. Jeder Ring, jeder Barren, jede Olympia-Medaille ist genau genommen "Überlebender" einer kosmischen Katastrophe. Kann der uralte Traum der Alchemisten trotzdem wahr werden? Zumindest theoretisch verwandeln Forscher inzwischen Quecksilber oder Platin in Gold – mithilfe von Teilchenbeschleunigern oder Kernreaktoren. Doch dieses Kunststück ist so teuer, dass sich der Aufwand nicht lohnt.

Technik - Warum sind Laser inzwischen unentbehrlich?
Ein Geistesblitz hat Geburtstag. Vor 50 Jahren präsentierten US-Forscher den ersten Laser. Das ist die Abkürzung für Light Amplification by Stimulated Emission of Radiation – Lichtverstärkung durch stimulierte Aussendung von Strahlung. Mit einer Glühbirne hat das wenig zu tun. Das erzeugte Licht ist einfarbig und läuft parallel, um auch auf große Entfernung exakt ein Ziel treffen zu können. Was zunächst wie eine Spielerei im Labor wirkte, hat sich als eine der wichtigsten Erfindungen entpuppt. Laser schneiden Metall, Textilien, Papier, sie schweißen und formen. Sie stecken im CD- oder DVD-Player und tasten die silbrigen Scheiben ab. Sie korrigieren Fehlsichtigkeit von Augen, dienen bei Operationen als Skalpell. Über 90 Prozent aller Informationen gehen per Laser durch Glasfaserkabel auf die Reise. Sogar an Energieübertragung wird geforscht. So könnte Sonnenkraft schon im Weltraum aufgefangen und per Laserstrahl zur Erde geleitet werden. Strom direkt aus dem All!

Mensch - Lernt der Mensch wirklich im Schlaf?
Was für ein Traum: Buch unters Kopfkissen legen – und am nächsten Morgen ist das Wissen da. Ganz so einfach klappt’s nicht, doch im Schlaf arbeitet unser Gehirn tatsächlich auf Hochtouren. "Tagsüber werden die Informationen nur vorläufig in einem Zwischenspeicher abgelegt", erklärt Prof. Jan Born, Schlafforscher an der Universität Lübeck. "Im Schlaf verarbeitet das Gehirn diese Informationen erneut und überträgt einige in das Langzeitgedächtnis. Dort werden sie mit bereits bestehenden Inhalten verknüpft." Das Gehirn leert den Zwischenspeicher, um wieder Platz zu schaffen, sortiert das Erlebte und Gelernte. Das geht am besten im Tiefschlaf. Born: "Würde das Gehirn diesen Transfer im Wachzustand versuchen, hätten wir wahrscheinlich Halluzinationen." Studien deuten darauf hin, dass unser Gehirn im Schlaf sogar eine neue Sicht auf Probleme schafft. Einige Experten raten Schülern schon zum Nickerchen, um die Lernleistung zu verbessern. Mittagsschlaf auf dem Stundenplan!

Geschichte - Worum ging es im Dreißigjährigen Krieg?
Gewalt im Namen des Glaubens. Was jahrzehntelang schwelte, entflammte 1618 zum Flächenbrand. Schauplatz: das damalige Heilige Römische Reich Deutscher Nation. Kontrahenten: protestantische Landesherren, die für ihre Religionsfreiheit stritten – gegen Verfechter der katholischen Gegenreformation. Als letzten Auslöser sehen Forscher den Prager Fenstersturz. Am 23. Mai 1618 drangen protestantische Adlige in die Prager Burg ein und warfen zwei kaiserliche Statthalter aus dem Fenster. Was für eine Provokation der katholischen Machthaber! 30 Jahre versank Deutschland im Kriegschaos. Allianzen wurden geschmiedet, machten aus dem Religionskonflikt auch einen Kampf um die Macht: Österreich, Spanien, Dänemark, Frankreich, Schweden, Niederlande – alle kämpften erbittert mit. Erst mit dem Westfälischen Frieden vom 24. Oktober 1648 fand das Leid ein Ende, und die Religionsfreiheit wurde wiederhergestellt.

Autor: Dr. Kai Riedemann