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Die ersten Mondflüge der Nasa liefen mit erstaunlich einfacher Technik ab.

Die ersten Mondflüge der Nasa liefen mit erstaunlich einfacher Technik ab. / Foto © www.piqs.de / benfie, CC (Some rights are reserved.)

Teil 5 der neuen großen HÖRZU-Reihe

Das Wissen der Welt

Kann man schwarze Löcher sehen? Warum lassen sich Erdbeben nicht vorhersagen? Wo leben die glücklichsten Menschen der Welt? In der neuen großen Reihe "Das Wissen der Welt" beantwortet HÖRZU die kniffligsten Fragen aus allen Themengebieten.

Natur - Wie funktioniert ein Schwarm?
Es glitzert und schimmert, wenn Millionen Fische, dicht an dicht gedrängt, durch den Ozean ziehen. Urplötzlich schwenken sie um, alle scheinbar gleichzeitig, wie von Geisterhand gelenkt. Ist Gedankenübertragung im Spiel? Gibt es einen Anführer, der entscheidet? Weder noch: "Während etwa bei Elefanten ein Leittier die Herde führt, wird ein echter Schwarm nie zentral gelenkt", sagt Prof. Jens Krause, Verhaltensforscher am Berliner Leibniz-Institut für Gewässerökologie. "Jedes einzelne Tier bringt sich in die Gruppe ein."

Drei Regeln reichen, damit das funktioniert: 1. Bleib in der Nähe deiner Nachbarn. 2. Beweg dich in dieselbe Richtung. 3. Komm den anderen dabei nicht zu nahe. Dann spielt sich im Wasser Folgendes ab: Sobald einer der Fische Futter oder Feinde entdeckt, schwenkt er um, seine Nachbarn folgen. Machen das fünf Prozent der Fische, wird der komplette Schwarm umgelenkt – eine perfekte Kettenreaktion. Denselben Regeln folgen Vogelschwärme am Himmel.

Weltraum - Kann man schwarze Löcher sehen?
Schon der Name klingt geheimnisvoll: Schwarze Löcher entstehen, wenn massereiche Sonnen am Ende ihrer Lebenszeit in sich zusammenfallen. Von einer gewaltigen Gaskugel bleibt nur unvorstellbar viel Masse, zusammengepresst auf unvorstellbar kleinem Raum. "Sie sind finstere Sternleichen und kosmische Staubsauger", erklärt Prof. Harald Lesch, Astrophysiker und ZDF-Moderator. "Sie machen Jagd auf alle Formen von Materie, verschlingen alles, was ihnen zu nahe kommt – selbst das Licht."

Weil ihrer Schwerkraft kein einziger Lichtstrahl entflieht, sind sie eigentlich unsichtbar. Eigentlich. Denn Gas- und Materiewolken, die das "kleine Schwarze" unersättlich ansaugt, werden durch den rasanten Sog aufgeheizt. Mit Teleskopen lassen sich diese extrem heißen Wirbel sichtbar machen. Das schwarze Loch verrät sich also durch seinen Appetit. Unsere Erde ist übrigens nicht gefährdet. Noch haben Astronomen in unmittelbarer Nähe keinen hungrigen Sternenstaubsauger entdeckt.

Geschichte - Wer waren die Väter des deutschen Grundgesetzes?
Prunkvoll war der Start unseres Staates nicht. Wo sonst ausgestopfte Tiere standen, im Bonner Zoologischen Museum Alexander König, wurde am 1. September 1948 der Parlamentarische Rat eröffnet. Auf Anordnung der drei West-Besatzungsmächte erarbeitete er eine Verfassung: nur vorläufig, denn wenige Deutsche glaubten an eine dauerhafte Teilung des Landes. Die Mitglieder des Rats waren von den elf westdeutschen Landtagen gewählt und ins verschlafene Bonn entsandt worden. Das Grundgesetz hatte 61 Väter und nur vier Mütter.

Fast neun Monate wurde in öffentlichen Sitzungen diskutiert, in Fachausschüssen um Inhalte gerungen. Wie in Klassenzimmern saßen die Abgeordneten an Holztischen. Zu den bekanntesten gehörten der spätere Bundeskanzler Konrad Adenauer (CDU), der spätere Bundespräsident Theodor Heuss (FDP) sowie der Jurist Carlo Schmid (SPD). Am 8. Mai 1949 war es dann so weit. Das Grundgesetz wurde vom Rat verabschiedet und am 23. Mai verkündet: die Geburtsstunde der Bundesrepublik.

Erde - Warum kann man Erdbeben nicht vorhersagen?
Die Katastrophe kommt ohne Vorwarnung. Plötzlich bebt die Erde, ganze Städte erzittern, Gebäude fallen in sich zusammen. Dahinter steckt eine der mächtigsten Urgewalten: die Wanderung der Kontinente. Denn die äußere Hülle unseres Planeten ist in mehrere Platten zerbrochen. Kontinente verändern ständig ihre Position, driften auseinander, stoßen zusammen. Wo diese unglaublichen Kräfte walten, wächst die Gefahr. "Erdbeben treten typischerweise immer wieder an den gleichen Orten auf, nämlich an den Plattengrenzen", erklärt Prof. Rainer Kind, Seismologe am Deutschen GeoForschungsZentrum Potsdam (GFZ). "Die Orte zukünftiger Beben sind also ungefähr bekannt, nicht aber Zeitpunkt und Stärke, denn bislang haben wir noch keine Methode dafür, das Anwachsen von Spannungen im Erdinnern vor einem Bruch, also dem Erdbeben, zuverlässig zu messen."

Die Forscher erstellen detaillierte Karten der Risikogebiete, etwa am San-Andreas-Graben in Südkalifornien. Sie suchen mit Tiefenmessungen nach möglichen Gefahren, doch eine Vorhersage ist noch nicht möglich. Einzige Chance der Vorbeugung: die Häuser in Risikogebieten weitgehend erdbebensicher zu verstärken. Und was ist mit dem angeblichen "sechsten Sinn" der Tiere? Fische und sogar Hunde sollen lange vor einem Beben Unruhe zeigen. Spüren sie Magnetfelder aus dem Erdinneren? Treten verräterische Gase auf? Noch sind diese Phänomene unbewiesen und rätselhaft.

Wissenschaft - Was machte Robert Koch so berühmt?
Erregern auf der Spur: Die Pionierarbeit des Mediziners Robert Koch (1843–1910) ist spannend wie ein Krimi. Wie entstehen Infektionen? Lassen sich Seuchen eindämmen? "Robert Koch hat mit seinen Entdeckungen nicht nur die Medizin, sondern auch unsere Vorstellungen von Gesundheit und Krankheit bis heute entscheidend geprägt", unterstreicht Prof. Jörg Hacker, der ehemalige Präsident des Berliner Robert-Koch-Instituts. Noch im dürftig ausgestatteten Labor seines Wohnhauses in Wollstein (damalige Provinz Posen) fand Koch 1876 die Milzbrandsporen. Am kaiserlichen Gesundheitsamt in Berlin kam er 1882 dem Tuberkulose-Erreger auf die Spur. Es waren also winzige Organismen, die Krankheiten auslösen konnten.

Erst mit dieser Erkenntnis setzte sich durch, was heute selbstverständlich scheint: Hygiene, Desinfektion, Impfungen. Kein Wunder, dass Robert Koch 1905 mit dem Medizinnobelpreis ausgezeichnet wurde. Heute trägt das zentrale Bundesinstitut für biomedizinische Forschung seinen Namen. Und wer selbst in Kochs Werken stöbern möchte: Zum 100. Todestag in diesem Jahr sind sie komplett mit rund 1000 Seiten im Internet zugänglich.

Autor: Dr. Kai Riedemann