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Buddha, der Erwachte

Buddha, der Erwachte - Foto © Beboy / Fotolia.com

Teil 3 der neuen großen HÖRZU-Reihe

Das Wissen der Welt

Geist - Wer war Buddha?
Man könnte ihn für einen Gott halten.
Doch die oft vergoldeten Statuen täuschen: "Buddha" ist nur ein Titel und bedeutet "Der Erwachte". Vor ca. 2500 Jahren wurde der historische Buddha unter dem Namen Siddhartha Gautama in Nordindien geboren. Viel weiß man nicht über sein Leben. Der buddhistischen Überlieferung nach war er ein Prinz, der seinen Palast verließ, um das Leben eines Asketen zu führen. Erst nach vielen Jahren fand er den eigenen Weg des Erwachens – unter einem Feigenbaum in der kleinen indischen Stadt Bodh Gaya. Der Platz gilt als Kultstätte, die im Januar 2010 auch der Dalai-Lama besuchte: "Bodh Gaya ist der Ort, wo Prinz Siddhartha Gautama in tiefer Meditation die Erleuchtung fand und zum Buddha wurde", erklärt das Oberhaupt der Tibeter. Als Wanderlehrer gab Siddhartha sein Wissen weiter und wurde so zum Religionsstifter. Einige Legenden berichten auch von seinem Tod. Er soll an einer verdorbenen Mahlzeit gestorben sein. Nach buddhistischer Vorstellung war er übrigens nicht der erste "Erwachte" – und auch nicht der letzte. Irgendwann wird ein neuer Buddha die Lehre verkünden.

Geist - Was verkündeten Martin Luthers 95 Thesen?
Der 31. Oktober 1517 verändert die Welt. Martin Luther (1483–1546), ein Mönch und Doktor der Theologie, stellte in Wittenberg seine 95 Thesen vor. Darin prangerte er vor allem den Ablasshandel der katholischen Kirche an. "'Wenn das Geld im Kasten klingt, die Seele aus dem Feuer springt!' Dieser Merkvers wurde zur Zeit Martin Luthers häufig zitiert“, erklärt Oberkirchenrat Dr. Thies Gundlach von der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). "Viele Menschen fürchteten nach dem Tod das Fegefeuer. Die Dauer dieser schmerzhaften Reinigung der Seele von den bösen Taten legte die Kirche fest. Sie sah aber zugleich vor, dass man durch Zahlung eines angemessenen Betrages die eigene oder auch fremde Seele schneller aus dem Fegefeuer befreien konnte." Wer Ablassbriefe kaufte, konnte die Qualen abkürzen. Ein durchaus barmherziger Gedanke, aber leicht zu missbrauchen. Dr. Thies Gundlach: "Martin Luthers 95 Thesen kritisieren diesen Ablasshandel strikt. Buße tun kann nur jeder selbst vor Gott. Bereuen kann man nicht an das Portemonnaie delegieren. Von Schuld kann man sich nicht freikaufen, sondern dafür muss man geradestehen." Ein damals einträgliches Geschäftsmodell geriet ins Wanken. Verständlich, dass die Kirchenoberen in Rom gegen den "Abtrünnigen" aus Deutschland vorgingen und einen Widerruf forderten. Ob Martin Luther die Thesen tatsächlich eigenhändig an die Tür der Schlosskirche von Wittenberg nagelte, ist historisch nicht belegt. Auf jeden Fall aber hat er das Thesenpapier als Diskussionsgrundlage vervielfältigt und verschickt. Im Originalwortlaut klingt das so: "Da unser Herr und Meister Jesus Christus spricht: 'Tut Buße', hat er gewollt, dass das ganze Leben der Gläubigen Buße sein soll." (These 1) – der Beginn einer Reformation, die sich weltweit wie ein Lauffeuer verbreitete.

Natur - Wie finden Zugvögel ihr Ziel?
Ein himmlisches Schauspiel: Jedes Jahr sind rund 50 Milliarden Zugvögel unterwegs. Um das Rätsel ihrer Wanderrouten zu lüften, setzen Vogelkundler auch Satelliten-Ortung ein – und kommen zu verblüffenden Erkenntnissen. Denn ein Teil des Flugplans steckt bereits in den Genen! Das zeigt sich etwa an Jungvögeln, die selbstständig auf die große Reise gehen. Und woran orientieren sie sich? "Wir wissen, dass Vögel einen Kompass für die Sonne haben und einen für die Sterne", erklärt Prof. Peter Berthold vom Max-Planck-Institut für Ornithologie. Auch der Geruchssinn spielt bei der Positionsbestimmung eine Rolle. Doch da ist noch mehr – ein "sechster Sinn". Experimente deuten darauf hin, dass Zugvögel das Magnetfeld der Erde "sehen" können. Sie haben einen Magnetsensor direkt in den Augen. Verfliegen unmöglich!

Natur - Warum ist Blattgrün so wichtig für alles Leben?
Pflanzen könnten problemlos allein auf der Erde überleben. Sie brauchen nur Sonnenlicht, Kohlendioxid und Wasser. Fotosynthese heißt der Trick, den sie seit mehr als 2,5 Milliarden Jahren beherrschen und mit dem sie selbstständig Kohlenhydrate und Sauerstoff produzieren. Tiere leisten nichts Vergleichbares, sie sind auf die "Vorarbeit" der Pflanzen angewiesen, müssten ohne sie verhungern und ersticken – genauso wie der Mensch. Und welche Rolle spielt dabei die grüne Farbe? Als Farbstoff Chlorophyll setzt sie die Fotosynthese erst in Gang. Das Licht wird von den Molekülen aufgefangen und weitergeleitet, um Nährstoffe zu bilden. Grüne Blätter strecken sich also der Sonne entgegen, weil sie Licht tanken müssen. Die daraus gewonnene Energie lagert sich in den Zellen ab. Salat, Gemüse, Obst, Getreide – in jedem Bissen steckt ein Stückchen Sonne, das Mensch und Tier zum Leben brauchen. Das vom Blattgrün absorbierte Licht hilft auch bei der Bildung von Sauerstoff – einem weiteren, wichtigen „Abfallprodukt“ der Fotosynthese. Auf der Ur-Erde hatte dieser Bestandteil der Atmosphäre noch Seltenheitswert. Pflanzen veränderten die Zusammensetzung der Luft radikal. Noch heute binden sie den Großteil des Kohlendioxids und sorgen für frischen Sauerstoff. Das Grün von Blumen, Gräsern, Bäumen und Sträuchern wirkt wie eine grüne Lunge. Ein einziger Baum produziert pro Jahr rund zwei Tonnen Sauerstoff, ein Hektar Buchenwald kann bis zu 70 Tonnen Staub aus der Luft filtern. Wie gut, dass der deutsche Wald pro Jahr um 176 Quadratkilometer wächst und nach aktuellen Zahlen insgesamt 357.111 Quadratkilometer umfasst.

Autor: Dr. Kai Riedemann