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Bizarre Wesen: Tiefseetiere

Schön und bizarr: Tiefseetiere - Foto © www.piqs.de / ArgonR, CC (Some rights are reserved.)

Teil 2 der neuen großen HÖRZU-Reihe

Das Wissen der Welt

Unser Wissen wächst: Forscher enträtseln die Tiefen des Weltalls, entdecken Spuren ferner Vergangenheit, verändern das Bild, das wir von der Erde haben. Die HÖRZU-Serie beantwortet die spannendsten Fragen und stellt die verblüffendsten Forschungsergebnisse vor.

Erde - Wie wird das Ende unserer Erde aussehen?
Die Aussichten sind heiß: Was der Erde droht, haben Forscher am Schicksal ferner Sterne studiert. Unsere Sonne wird immer heller, strahlt mehr Energie ab. Innerhalb von zwei Milliarden Jahren verwandelt sie die Erde schrittweise in eine Treibhaushölle wie die Venus. Bis dahin wird sich die Menschheit – wenn es sie überhaupt noch gibt – längst eine neue Heimat im Weltall gesucht haben. Die Ozeane verdampfen, der CO2-Gehalt in der Atmosphäre sinkt, die Pflanzen sterben. Unser einst blauer Planet wird wüst, leer und braun. Gleichzeitig kommt vermutlich die Wanderung der Kontinente zum Erliegen. Es bilden sich keine neuen Gebirge, die alten verwittern. In rund fünf Milliarden Jahren bläht sich das Zentralgestirn dann bis zum 250-Fachen der jetzigen Größe auf. Ob unsere Heimatwelt dem Feuertod entkommt, darüber herrscht bei den Forschern Uneinigkeit. In einigen Berechnungen entfernt sich die Erde weit genug von der Sonne, weil deren Anziehungskraft nachlässt. Andere Wissenschaftler gehen davon aus, dass sie in exakt 7,59 Milliarden Jahren verglühen wird.

Natur - Wie überleben Tiere in der Tiefsee?
Mörderischer Druck, ewige Finsternis – fürs Erkunden der Meere ist der Mensch nicht gemacht. In 3000 Meter Tiefe würde auf uns ein Gewicht von 386 Elefanten lasten. Bei der größten Volkszählung in den Ozeanen, dem "Census of Marine Life", setzten Forscher deshalb vor allem Spezial-U-Boote und Tauchroboter ein. Sie entdeckten fast 18.000 Tierarten. Leblose Tiefsee? Die alte Vorstellung ist endgültig widerlegt. Die Vielfalt der Geschöpfe reicht von Fischen über Quallen bis hin zu Würmern. Doch wie halten sie dem immensen Druck stand? Das Geheimnis ist ihre biegsame, weiche Struktur, die fast nur aus Wasser besteht. Bei der Tiefseequalle macht es bis zu 99 Prozent aus. Im Körper gibt es kaum Hohlräume, kaum Luft, kaum Gas. Die Wissenschaftler fanden die bizarrsten Lebewesen: darunter Garnelen, die sich neben einer 407 Grad heißen Unterwasserquelle tummelten. Oder einen Verwandten des Tintenfischs, der sich mit Flossen fortbewegt, die wie Elefantenohren am Kopf sitzen. Die Meeresforscher gaben ihm den Spitznamen "Jumbo Dumbo". Und wie klappt die Partnersuche in einer Welt der Finsternis? Bis zu 90 Prozent der Tiefseetiere erzeugen mit speziellen Leuchtzellen ihr eigenes Licht, locken so Partner, aber auch Beute an. Biolumineszenz heißt dieser Trick. Um in der Finsternis zu überleben, müssen die Tiere auch ihre Nahrungssuche anpassen. Anders als Raubfische jagen sie nicht, sondern warten meist, bis das Fressen direkt vors Maul schwimmt. Pflanzen gibt es in der lichtlosen Zone nicht. Das Nahrungsangebot ist so gering, dass der Stoffwechsel langsamer funktioniert und Bewegungen wie in Zeitlupe ablaufen. Ein Reich der Langsamkeit.

Natur - Warum haben Pflanzen eigentlich Blüten?
Betörender Duft, atemberaubende Eleganz. Was könnte verführerischer sein als eine Rose? Und genau darum geht’s im geheimen Leben der Blumen: Sex! Jede Blüte dient in erster Linie der Fortpflanzung. Dort entwickeln sich Pollenkörner, dort warten Samenanlagen auf die Bestäubung. Denn höchstes Ziel aller Pflanzen ist das Zeugen von Nachkommen. Manche erblühen nur einmal, um dann sofort zu verwelken. Doch warum sind sie aufgedonnert wie Starmodels? Solange Wind und Wasser als Pollenüberbringer dienen, kann die Pflanze ein graues Mauerblümchen bleiben. Insekten sind da wählerischer. Sie müssen angelockt werden. Farbkleckse wirken wie Reklameschilder: Achtung, hier gibt es Leckereien! Form und Farbgestaltung erleichtern die Navigation beim Anflug. In der Geschichte der Erde sind Blüten übrigens eine „moderne“ Entwicklung. Erst im Zeitalter der Saurier öffneten sich erstmals Knospen. Nach neuen Schätzungen könnte das vor rund 215 Millionen Jahren gewesen sein. Wer die Bestäuber am raffiniertesten verführte, setzte sich durch. Deshalb ahmen Blüten mit ihrem Duft auch die Sexuallockstoffe der Insekten nach. Oder imitieren wie die Ragwurz-Orchidee sogar perfekt das Aussehen einer weiblichen Biene.

Autor: Dr. Kai Riedemann