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One World Trade Center

Das neue One World Trade Center, 541,3 Meter hoch, gilt als sicherstes Hochhaus der Welt. - Foto: © picture alliance / Photoshot

Sicherstes Hochhaus der Welt

Das One World Trade Center

Wo einst die Zwillingstürme aufragten, steht jetzt das One World Trade Center - das sicherste Hochhaus der Welt.

Der Turm ragt wie ein Mahnmal in den blauen Himmel über Manhattan. Wo nicht nur Amerikaner um die rund 3000 Todesopfer der Terroranschläge vom 11. September 2001 trauern, steht jetzt das höchste Gebäude der USA. "Dieser Wiederaufbau war wichtig", erklärt der verantwortliche Architekt David Childs. "Und er hat uns die Chance gegeben, es dieses Mal besser zu machen."


Dokureihe über New York: "NY Confidential"

Teil 1: Downtown Manhattan, Montag, 21.10., Arte, 19.20 Uhr (s. auch TV-Tipps rechts)


Das sicherste Hochhaus der Welt

Das gilt vor allem für die Sicherheit. Das neue One World Trade Center, 541,3 Meter hoch und ursprünglich "Freedom Tower" getauft, gilt als sicherstes Hochhaus der Welt.

Der erste Entwurf, 2002 erstellt vom US-Stararchitekten Daniel Libeskind, steckte noch voller Symbolik, Extravaganz – und Sicherheitsmängel. Geblieben ist ein spiegelnder Obelisk mit eher versteckten Werten. David Childs: "Wir mussten völlig neue Wege finden, wie man solche Hochhäuser in Zukunft bauen kann. Vor 50 Jahren hätte uns dafür die nötige Technik gefehlt."

Sogar der bereits gesetzte Grundstein wurde für das neue Konzept verlegt. Der Turm hätte zu dicht an der Hauptstraße gestanden: Gefahr durch Autobomben! Aus demselben Grund ersetzte das Architekturbüro die Fassade durch einen fensterlosen Sockel aus Stahl und Beton. Spiegelndes Spezialglas verkleidet die Seiten, erst in 60 Meter Höhe beginnen die nutzbaren Büroflächen.

Massiver Gebäudekern

Was beim Menschen das Rückgrat, ist beim One World Trade Center (1WTC) der Gebäudekern mit bis zu 91 Zentimeter dicken massiven Betonwänden. Sie schirmen alle zentralen Teile ab – von den 54 Hochgeschwindigkeitslifts und fünf Frachtaufzügen über die extrabreiten Treppen bis zu den Versorgungsschächten und sanitären Anlagen. Die Zwillingstürme des alten World Trade Centers verfügten für denselben Zweck nur über dünne Trennwände. Rund um diesen Kern liegen die Büroetagen, durch Glasfassaden mit Stahlrahmen zu 90 Prozent von Tageslicht durchflutet.

One World Trade Center in NewYork
Foto: © picture alliance / Photoshot

Beim Turmskelett setzten die Bauherren auf Qualität made in Germany: Den Spezialstahl lieferte ThyssenKrupp. Auch die 124 Meter hohe Stahlnadel auf dem Dach kommt aus Deutschland. Die Einzelteile stammen von der Firma Mannesmann Vallourec, kanadische Antennenbauer setzten sie vor Ort zusammen. Denn die symbolische Spitze übernimmt gleichzeitig als Antenne die Funkversorgung für New York.

Neue Maßstäbe für Wolkenkratzer

Die Sicherheitsmaßnahmen des 278.700-Quadratmeter-Turms setzen neue Maßstäbe für Wolkenkratzer. Das Fundament reicht fast 60 Meter tief in die Erde. Alle Stahlteile wurden mit Brandschutz ummantelt, mehrfache Back-up-Systeme regeln die Notbeleuchtung, Sprinkleranlagen sind betongeschützt. Außerdem gibt es biochemische Filter für die Klimaanlage, um gegen Giftgasanschläge gewappnet zu sein. Die Fensterfronten zur Straßenseite aus gehärtetem Glas halten sogar Druckwellen starker Explosionen stand. Mehrere verbundene Nottreppen bieten alternative Fluchtwege, die direkt auf die Straße vor dem Gebäude führen.

Hightech überall: 400 Kameras überwachen den gesamten Komplex, Computersysteme suchen selbsttätig nach suspekten Gegenständen und vergleichen die Passanten mit gespeicherten Terrorverdächtigen. Für die Notfallsysteme stehen vier Dieselgeneratoren mit jeweils 2250 Kilowatt Leistung bereit. Ihre Tanks fassen 114.000 Liter Diesel. So viel Sicherheit hat natürlich ihren Preis. Wenn der New Yorker Megaturm Anfang 2014 eröffnet wird, hat er geschätzte 3,8 Milliarden Dollar verschlungen.

Eine uneinnehmbare Festung inmitten von Manhattan? "Wir wollen keinesfalls den Eindruck erwecken, dass es sich um einen Ort der Angst und Zuflucht handelt", sagt Architekt David Childs. "Das Gebäude soll ein Gefühl der Offenheit vermitteln." Ob dafür Glasfronten reichen, in denen sich der Himmel spiegelt?

Autor: Kai Riedemann