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Stonehenge

Foto © www.piqs.de / Fotograf: fireball2912, CC (Some rights are reserved.)

Stonehenge und Bluehenge

Das Geheimnis der heiligen Steine

Das Unfassbare ereignet sich im Sommer 2009 nördlich der englischen Stadt Salisbury: Bei Ausgrabungen erstarrt der angesehene Archäologie-Professor Mike Parker Pearson mitten in der Bewegung, zuckt zusammen, stöhnt. Erschrocken eilen seine Mitarbeiter herbei. Was ist los? Hat ihr Chef einen Herzanfall? Nein, Pearson geht es gut. Es ging ihm nie besser. Er ist mit seinem Spaten auf etwas Hartes gestoßen. Endlich! Ein sensationeller Fund! Hier, unweit der mysteriösen Kultstätte Stonehenge, hat der Forscher weitere Steine gefunden: insgesamt 27. Wenig später schimmern sie in der englischen Mittagssonne - in merkwürdigen Blautönen. Welches Geheimnis mag sich hinter den 5000 Jahre alten Megalithen verbergen?

Erstmals widmet sich nun eine TV-Dokumentation den rätselhaften Funden ("Terra X: Der Geheimcode von Stonehenge", 13.12., 19.30 Uhr, ZDF). Dass diese entscheidend sein könnten für die bislang unklare Deutung der berühmten Kultstätte, war Pearson sofort klar: "Ich war furchtbar aufgeregt, weil ich nur zwei Kilometer von Stonehenge entfernt dieses zweite, rätselhafte Mini-Stonehenge vor mir hatte", sagt er im Gespräch mit HÖRZU.

Der Kreis aus 27 Quadern, den man aufgrund der Steinfärbung "Bluehenge" taufte, hat zwar nur einen Durchmesser von etwa zehn Metern, ist also fünfmal kleiner als Stonehenge. Doch Miniaturen sind in der Welt der Archäologen meist von großer Bedeutung. Pearson: "Wo es zwei mystische Steinkreise unserer Ahnen gibt, existieren vielleicht noch mehr, die alle gemeinsam eine besondere Bedeutung haben."

Tatsächlich fand Pearson in unmittelbarer Umgebung einen dritten Kreis, der aus Holz erbaut worden war und deshalb den Namen "Woodhenge" erhielt. Welches Mysterium verbindet diese uralten Ringanlagen? Für Pearson sind sie drei Teile eines großen Archäologiepuzzles.

"Stonehenge war ein Totenreich. Der Holzkreis aber lag im Land der Lebenden", lautet die Kernthese des Forschers. "Außerdem spricht die geografische Lage der Kreise dafür, dass sie an einem Prozessionsweg angeordnet waren. Er begann wahrscheinlich am Fluss Avon und führte von Woodhenge bis Bluehenge und von dort nach Stonehenge." Offenbar wanderten die Menschen damals vom Holzkreis im "Land der Lebenden" zum blauen Steinkreis, wo sie ihre Toten verbrannten, um schließlich in Stonehenge zur Wintersonnenwende deren Asche beizusetzen. "Das Ritual hatte einen Doppelsinn: Es sollte die Verstorbenen mit ihren Ahnen vereinen und gleichzeitig Fruchtbarkeit und neues Leben beschwören", vermutet Pearson.

Autor: Mike Powelz