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Weltraumteleskop Hubble

Das Weltraumteleskop Hubble erkundigt seit 20 Jahre das All. / Foto: © picture alliance/Bildagentur-online / Foto Startseite: © dpa

Zwei Dokus im TV

Auge im All: das Teleskop Hubble

Am Anfang war die Hoffnung. Als das Weltraumteleskop "Hubble" im April 1990 mit einem Spaceshuttle ins All startete, erwarteten die Astronomen sensationelle Bilder ferner Galaxien. Doch sie sahen – nichts. Ein Herstellungsfehler am Teleskopspiegel sorgte für verzerrte, unscharfe Bilder. Das 1,5 Milliarden Dollar teure Projekt schien bereits gescheitert.

Erst drei Jahre später konnte der Spiegel bei einer spektakulären Mission ersetzt werden. Ein Fehlstart, der Glück brachte: Inzwischen gilt "Hubble", das Gemeinschaftsprojekt der US-Raumfahrtbehörde Nasa und der europäischen Esa, als einer der größten Erfolge in der Geschichte der Astronomie. Jenseits der störenden Erdatmosphäre entstehen im All Fotos, die auch Wissenschaftslaien neugierig machen auf die Welt dort draußen.

",Hubbles‘ Bilder haben eine unglaubliche Kraft", sagt Nasa-Astronom Dr. Malcolm Niedner. "Sie sprechen die Menschen an und zeigen ihnen die Schönheit des Universums." Nur wenige Menschen kennen "Hubble" so gut wie der amerikanische Wissenschaftler. Seit 18 Jahren arbeitet er am Weltraumteleskop, das nach dem US-Astronomen Edwin Hubble benannt wurde, kümmert sich um Betrieb und Instandhaltung.

"Über die Jahre lässt sich die Entwicklung von ,Hubble‘ mit der eines Menschen vergleichen", erläutert Niedner. "Auch ,Hubble‘ braucht regelmäßig ‚Nahrung‘ und Pflege. So konnte es sich vom Kind zum Erwachsenen entwickeln, der jetzt, mit Anfang 20, sozusagen den Höhepunkt seiner Leistungsfähigkeit erreicht hat."

Puzzlespiel im All

Vier Wartungsmissionen waren nötig, damit das Hightechteleskop "wachsen" konnte. Jedes Mal mussten Astronauten mit einem Spaceshuttle zu der Stelle seiner Erdumlaufbahn in 575 Kilometer Höhe fliegen, an der sich "Hubble" gerade befand. Dort tauschten sie Instrumente am rund 13 Meter langen Teleskop aus oder setzten zusätzliche Module ein. Ein regelmäßiges Aufrüsten, das sich bezahlt macht.

"Wie ein Gehirn hat sich ,Hubble‘ erst durch Lernen über die lange Zeit voll entwickelt", sagt Niedner. Denn mit dem Drücken eines Auslösers ist es bei dem Weltraumteleskop nicht getan. Für leuchtende Farbbilder etwa rechnen Computer mehrere Einzelaufnahmen in verschiedenen Wellenlängen zusammen. Oft werden sie nicht nur über-, sondern auch nebeneinandergelegt. "Die Stärke des ,Hubble‘-Teleskops ist, in außergewöhnlicher Klarheit und Detailgenauigkeit einen begrenzten Teil des Alls wahrzunehmen", sagt Experte Niedner. "Was ,Hubble‘ nicht hat, ist ein weites Blickfeld."

Um dennoch großflächige Aufnahmen zu erhalten, werden viele kleine Bilder wie ein Puzzle zusammengesetzt. Auch die Belichtungszeit ist enorm: Sie reicht meist von 600 bis 900 Sekunden – also zehn bis 15 Minuten. Insgesamt 570.000 Bilder hat das Teleskop bislang per Satellit zur Erde geschickt.

Autor: Michael Tokarski