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Alexander Gerst

Der Astronaut Alexander Gerst im NASA Labor, Houston. - Foto: ZDF / © Jürgen Hansen

Arte-Doku: "Mission im All"

Astronaut Alexander Gerst im Weltall

165 Tage war Alexander Gerst im Weltraum. In der Arte-Doku "Mission im All" (Fr., 7.8., Arte, 23.10 Uhr, danach noch bis zum 6. November in der Arte +7 Mediathek) teilt er seine schönsten Momente mit uns.

"Um zu begreifen, dass Menschen im Weltall leben können, brauchte ich ein halbes Jahr dort draußen", sagt Alexander Gerst. "Um zu begreifen, wie schön die Erde ist, brauchte ich eine Minute. Und um zu begreifen, wie zerbrechlich unser kleiner blauer Planet ist, brauchte ich nur einen einzigen Augenblick."

165 Tage, 8 Stunden und 1 Minute im Weltall

Exakt 165 Tage, acht Stunden und eine Minute verbrachte der 39-Jährige vergangenes Jahr im Weltall, nicht eine Sekunde möchte er missen. Zu überwältigend war der Blick auf die Erde, die Alexander Gerst an Bord der Internationalen Raumstation "ISS" 2566-mal umkreiste. Arte zeigt nun in der Doku "Mission im All" Höhepunkte der Mission.

Von seinem "Alltag erzählte der deutsche Astronaut bereits via Facebook und Twitter in Kommentaren und spektakulären Fotos, aufgenommen aus der Cupola, dem verglasten Ausguck der "ISS". Gerst: "Das Magische ist: Wenn man sich richtig hineinlegt, hat man 360 Grad Horizont, so als ob man freischwebend um die Erde fliegen würde. Das ist so grandios, das kann einen umhauen."

Der Anlass der "ISS"-Missionen

Der eigentliche Anlass der "ISS"-Missionen ist allerdings nicht der grandiose Blick, sondern die Gravitation. Auch bei den mehr als 160 Experimenten, bei denen 25 Prozent unter deutscher Beteiligung stattfinden, ging es um das Verhalten bestimmter Stoffe in der Schwerelosigkeit. Welche Metalllegierungen lassen sich nur im All herstellen, sind aber auf der Erde von großem Nutzen? Welche Flüssigkeiten lassen sich nur hier oben mischen? Die Antworten helfen, umweltfreundlicher zu produzieren oder neue Medikamente zu entwickeln: "Titanaluminid-Legierungen, die bis zu 70 Prozent Treibstoff sparen, werden bereits in Flugzeugturbinen eingebaut", so Gerst. "Ein Osteoporose-Mittel aus der Weltraumforschung ist schon in den Apotheken."

Die Schwerelosigkeit bestimmt den Alltag

Die Schwerelosigkeit bestimmt den kompletten Alltag an Bord der "ISS": Um zu verhindern, dass das ganze Inventar frei durch die Station vagabundiert, muss alles an den Wänden befestigt werden. Die Astronauten waschen sich mit warmen feuchten Tüchern aus Tüten. Das Wasser für die Rasur kommt aus einem Beutel. Durch die Oberflächenspannung klebt es auf dem Gesicht wie dickes Gelee. Auch beim Händewaschen wird nur so viel Wasser aus dem Vorratsbeutel gedrückt, wie an der Haut haften bleibt.

Auf keinen Fall dürfen Tropfen in der Station umherschweben. Getrunken wird darum nur mit Halm. Aus einem Wasserspender an der Decke zapfen die Astronauten kalte Getränke oder warmes Wasser für Kaffee oder zum Zubereiten einer Portion des dehydrierten Essens. Selbst zum Schlafen musste sich Gerst in seinen an der Wand befestigten Schlafsack schnallen, um nicht abzuheben.

Telefonstreich aus dem All

Das Sichhingeben an die Schwere habe er am meisten vermisst: "Man kann sich nicht einfach ins Bett werfen und loslassen." In Reichweite hatte er seinen Laptop, an dem er E-Mails schrieb und nach Hause telefonierte: "Manche Freunde legten wieder auf, weil sie an einen Telefonstreich glaubten." Dass sein Rückzugsraum nur 0,6 Quadratmeter groß war, nahm er sportlich: "Was soll’s, die Lage zählt!"

6000 Trainingsstunden

Mit den Kollegen aus den USA und Russland verband ihn eine tiefe Freundschaft, gewachsen in 6000 Trainingsstunden. Aus 400 Kilometer Höhe erschienen ihnen Krisen und Kriege auf der Erde noch unbegreiflicher als ohnehin sschon.

Gersts Appell: "Nur wenn wir gemeinsam handeln, wenn wir uns als die eine Menschheit begreifen, so wie wir sie deutlich aus dem All sehen, können wir die Zukunft gestalten."

Autor: Thomas Röbke