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Ramesseum

Ramses II. setzte sich mit kolossalen Bauten wie dem Ramesseum in Theben selbst ein Denkmal. - Foto: © Topical Press Agency/Getty Images

Die Pharaonen

Ägyptens göttliche Herrscher

Es war die erste Weltmacht der Geschichte – und eine Hochkultur, die mehr als 3000 Jahre währte: das alte Ägypten, geschaffen von mächtigen Pharaonen. 31 Dynastien lang hielten sie das Imperium zusammen. ZDF History zeigt, welche Regenten die ägyptische Geschichte maßgeblich prägten (siehe TV- Tipp).

Im Zentrum der Doku stehen vier Herrscher: der frühzeitliche König Narmer, der Feldherr Thutmosis III., der "Ketzer- Pharao" Echnaton und Baumeister Ramses II.

Aufstieg zur Weltmacht

Ägyptens Erfolgsgeschichte nahm ihren Anfang vor etwa 5000 Jahren mit König Narmer. Zu seiner Zeit rangen mehrere Stammesfürsten um die Vorherrschaft im Land. Narmer gelang es, die Gebiete Unterund Oberägypten zu vereinen. Das geht zumindest aus einer Steintafel hervor, der sogenannten Narmer-Palette. Dr. Wolfgang Wettengel, Ägyptologe und wissenschaftlicher Leiter der Ausstellung "Tutanchamun – Sein Grab und die Schätze", erklärt: "Auf der Palette ist Narmer sowohl mit der ober- als auch mit der unterägyptischen Krone abgebildet." Wie er es schaffte, die beiden Reiche zu vereinen, ist umstritten. Fest steht aber: "Narmer schuf den ersten Territorialstaat auf ägyptischem Boden – und damit die Grundlage für das spätere Pharaonenreich", sagt Wettengel.


Narmer - Der Reichsgründer

Der Herrscher der 0. Dynastie lebte etwa um 3000 v. Chr. Er herrschte zunächst nur in Oberägypten, später auch in Unterägypten. Laut der Narmer-Palette (siehe unten) vereinte er beide Landesteile. Sie wuchsen zusammen, bildeten eine einheitliche Kultur. Damit ebnete Narmer den Weg für das spätere große Pharaonenreich.


1500 Jahre danach stand Thutmosis III. vor gänzlich anderen Herausforderungen. Ein neuer Feind bedrohte das Reich: die Mitanni, ein Reitervolk aus Vorderasien. Der Pharao rüstete das Militär mit einer neuartigen Waffe auf. "Streitwagen spielten in den Feldzügen von Thutmosis III. eine große Rolle", erläutert Wettengel. Insgesamt führte er 17 Kriege – und gilt als größter Feldherr der ägyptischen Geschichte. Thutmosis III. konnte mit seinen militärischen Unternehmungen die Region Vorderasien nicht nur stabilisieren: "Die besiegten Gebiete wurden tributpflichtig", so Wettengel. "Das legte den Grundstein für einen geradezu märchenhaften Wohlstand." Ebenfalls wegweisend: eine internationale Heiratspolitik. Der Herrscher heiratete mindestens drei syrische Prinzessinnen – was die Bindungen zu den jeweiligen Fürstenhäusern stärken sollte. Ägypten erreichte unter der Regentschaft von Thutmosis III. seine größte Ausdehnung. "Er hat das Land zu einer Weltmacht gemacht", sagt der Ägyptologe.


Thutmosis III. - Der Eroberer

Dieser König aus der 18. Dynastie lenkte die Geschicke des Reiches von 1479 bis 1425 v. Chr. In 17 Kriegen sicherte er die Vormachtstellung Ägyptens in Vorderasien und Nubien. Das brachte ihm den Ruf eines großen Feldherrn und genialen Strategen ein.



In ganz anderer Hinsicht prägte Pharao Echnaton das Land. Er verordnete Ägypten eine neue Religion – und stürzte das Reich damit ins Chaos. Der Ausgangspunkt: Die Priesterschaft des Reichsgottes Amun, der als König der Götter galt, hatte jahrzehntelang an Macht und politischem Einfluss gewonnen. "Echnaton träumte davon, das alleinige Sagen im Land zu haben", glaubt Wettengel. Deshalb ließ er die Amun- Tempel kurzerhand schließen. Echnaton ging sogar so weit, den Namen Amuns aus sämtlichen Tempeln herausmeißeln zu lassen. Stattdessen ließ er nur noch Aton anbeten, den Gott des gleißenden Sonnenlichts. Ein Gott statt vieler – eine Revolution. Wettengel: "Der jahrhundertealte Glaube der Ägypter existierte plötzlich nicht mehr." Doch am Ende scheiterte Echnaton. Die neue Religion setzte sich nicht durch – im Gegenteil. Als der Pharao starb, vollzog sein Sohn Tutanchamun die Rückehr zum alten Glauben. Trotzdem hat Echnaton seinen Platz in der Geschichte gefunden. "Er war ein wichtiger Impulsgeber für die späteren Weltreligionen Judentum, Christentum und Islam", meint Wettengel.

Echnaton - Der Revolutionär

Der König der 18. Dynastie war von etwa 1353 bis 1336 v. Chr. an der Macht. Er verordnete dem Volk eine neue Religion, erhob die Sonnenscheibe Aton zum alleinigen Gott. In wenigen Jahren ließ er die neue Hauptstadt Achet-Aton aus dem Wüstenboden stampfen. Das machte ihn zu einem der umstrittensten Pharaonen.


Weniger mit Immateriellem als mit Materiellem setzte sich Ramses II. ein Denkmal: mit gigantischen Prachtbauten. Seine Regierungszeit gilt als das Goldene Zeitalter des Reiches. "Während seiner Herrschaft scheint Ägypten von Norden bis Süden eine einzige Baustelle gewesen zu sein", so Wettengel. Das spektakulärste Werk des Pharaos sind die Felsentempel von Abu Simbel.


Ramses II. - Der Baumeister

Der König der 19. Dynastie regierte von 1279 bis 1213 v. Chr. – fast 67 Jahre lang! Durch sein diplomatisches Geschick sicherte er den Frieden und führte das Reich in ein Goldenes Zeitalter. Mit kolossalen Bauten wie dem Ramesseum in Theben setzte er sich selbst ein Denkmal


Erfolgsfaktor Frieden

Möglich war die rege Bautätigkeit nur aus einem Grund: Es herrschte Frieden. Dabei hatte die Epoche zunächst alles andere als friedlich gewirkt: Die Spannungen zwischen den Ägyptern und den Hethitern aus Vorderasien brachen offen aus. 1274 v. Chr. zog Ramses II. mit 20.000 Soldaten im heutigen Syrien in eine gewaltige Schlacht. Er entging nur knapp einer vernichtenden Niederlage, musste den Rückzug antreten – und ließ sich zu Hause als glänzender Sieger feiern. Immerhin stoppte Ramses II. den Vormarsch der Hethiter. Später schlossen beide Mächte einen Kontrakt, der in die Geschichte einging: den ersten internationalen zweisprachigen Friedensvertrag. Wie die alten Pharaonen selbst bleibt er unvergessen: Auszüge daraus zieren das Uno-Gebäude in New York

Autor: Manuel Opitz