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ADAC Gebaeude

Wer eine Autopanne hat, freut sich, wenn er den ADAC rufen kann. - Foto: CHRISTOF STACHE/AFP/Getty Images

Pannen- und Unfallhilfe

ADAC: Gibt es Alternativen?

ADAC: Viele wollen dem Skandalclub den Rücken kehren. Zu Recht: Pannen- und Unfallhilfe gibt es auch deutlich günstiger. HÖRZU beantwortet die wichtigsten Fragen.

Die Pannenstatistik: getürkt. Die Wahl zum Lieblingsauto: gefälscht. Der Ambulanzjet: zweckentfremdet – etwa für Kinder von Mitarbeitern, die einem verpassten Flieger hinterherjagen wollten. Dem ADAC ist offenbar nichts heilig. Nun erhält er die Quittung. In Scharen verlassen Mitglieder den Club. Allein zum 31. Januar gingen laut ADAC 15.000 mehr Kündigungen ein als vor einem Jahr. Eine hoffentlich korrekte Angabe.

Andere Autoclubs, die bislang Exotenstatus hatten, sind nun im Aufwind: "Normalerweise wirbt der Auto Club Europa pro Woche zwischen 500 und 650 neue Mitglieder", so sein Vorsitzender Wolfgang Rose. Derzeit sind es "deutlich über 1000". HÖRZU beantwortet die wichtigsten Fragen für alle, die über einen Wechsel nachdenken.

1. Brauche ich eine ADAC-Mitgliedschaft?

Nein. Die billigste Alternative sind Schutzbriefe, die zusätzlich zur Autoversicherung angeboten werden. Wie beim ADAC decken sie Pannen- und Unfallhilfe ab, sind aber schon ab sechs Euro im Jahr erhältlich (ADAC: 49 Euro). "Helfer sind binnen 30 Minuten vor Ort", wirbt etwa Deutschlands größte Kfz-Versicherung, die Huk-Coburg, für ihren Schutzbrief. Beim ADAC wartet man auf den Helfer im Schnitt übrigens 42 Minuten.

Ebenfalls Pannen-, aber nicht immer auch Unfallhilfe, leisten Mobilitätsgarantien der Autohersteller. Als Serviceleistung sind sie gratis und gelten außer für Neuwagen meist auch für Gebrauchte. Doch was sich großzügig anhört, ist an Bedingungen geknüpft: Der Wagen muss in vorgegebenen Intervallen zur Kontrolle in eine teure Vertragswerkstatt. Jedes Mal verlängert sich dann die Garantie – theoretisch auf unbestimmte Zeit.

Da die meisten Hersteller trotz "Mobi-Garantie" keinen eigenen Pannendienst haben, beauftragen sie damit Fremdfirmen – wie den ADAC. Auch wer kein ADAC-Mitglied (mehr) ist, kann so noch Kontakt zu "Gelben Engeln" haben.

2. Kann man den ADAC-Pannendienst rufen, wenn man nicht Mitglied ist?

Ja. Es gibt dann zwei Möglichkeiten: Man zahlt für erbrachte Leistungen, ohne dem Club beizutreten. Oder man unterschreibt vor Ort einen Antrag. Eine separate Zahlung entfällt so.

3. Ist die Hilfe anderer Clubs mit der des ADAC vergleichbar?

Ja. Keiner hat allerdings eigene Pannenhelfer. Tipp: Vergleichen Sie die verschiedenen Tarife von Auto Club Europa (ACE), Automobilclub von Deutschland (AvD), Automobil-Club Verkehr (ACV), Auto- und Reiseclub Deutschland (ARCD) und "Mobil in Deutschland": Einige leisten Hilfe nur im Inland, andere europa- und weltweit. Auch der ADAC hilft gegen Aufpreis weltweit (84 anstatt 49 €). Wichtig ist auch, wer die Hilfe in Anspruch nehmen kann: Nur das Clubmitglied? Oder auch Familienangehörige?

Billigster Club ist "Mobil in Deutschland" mit 24 Euro pro Jahr. Er greift auf die silberfarbenen Abschleppfahrzeuge der Pannenhilfsorganisation Assistance Partner zurück, die mit 1700 Helfern genauso stark ist wie die des ADAC. Die "Silberne Flotte" nutzen auch andere Autoclubs und fast alle Versicherer.

4. Arbeitet die Abschleppbranche sauber?

Leider gibt es viele schwarze Schafe. Sie profitieren davon, dass viele Autofahrer doppelt und dreifach abgesichert sind: über Clubs wie den ADAC, Schutzbrief, Mobilitätsgarantie und zum Teil auch noch über die Kfz-Haftpflicht des Unfallgegners. Das Problem: Jeder Anbieter zahlt fürs Abschleppen unterschiedlich hohe Beträge, weshalb für die Abschleppfirmen ein Anreiz besteht, den bestzahlenden in Regress zu nehmen.

Der ADAC, der selbst nicht abschleppt, duldet diesen Betrug offenbar – und profitiert davon: Obwohl viele Autofahrer zunächst den ADAC rufen und er deshalb die Abschleppkosten tragen müsste, wird am Ende ein anderer zur Kasse gebeten: meist übrigens eine Versicherung. Die holt sich das Geld oft vom Kunden zurück: "Leider sind wir gezwungen, die Beiträge anzuheben."

Autor: Stefan Vogt