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Schwarz-Weiß Bild einer Familie mit Kind mit einem Offizier

Das waren noch Zeiten, als Offiziere Gentlemen waren und Frauen über die Straße geleiteten. Foto: Fox Photos/Getty Images

War früher das TV-Programm besser?

6 Mythen über die "gute alte Zeit"

Wiederholungen, peinliche Shows, Gewalt: Was bieten uns die Sender heute bloß an? Wer genau hinsieht, entdeckt aber weiterhin Perlen.

Mythos 1: Früher war das TV-Programm besser

Weil die Perlen im TV-Programm versteckt sind, liefert HÖRZU eine Übersicht zu über 50 TV-Sendern. Zur Erinnerung: Vor 40 Jahren empfingen wir nur drei TV-Sender, und bei denen war meist um Mitternacht Sendeschluss. Auch da wurde schon gejammert. Zitat aus einem Leserbrief von 1974: "Es ist eine Frechheit, uns dafür monatlich hart verdiente 10,50 DM aus der Tasche zu angeln."

Mythos 2: Früher lebten wir sicherer

Paradiesisch: 1963 registrierte die Polizei gerade mal 2914 Straftaten pro 100.000 Einwohner. 2012 waren es 7327 Fälle – ein Anstieg um 151 Prozent. Die aktuelle Kriminalstatistik beweist aber auch, dass die Zahl jetzt rückläufig ist, seit 1993 um 12 Prozent. Im selben Zeitraum stieg die Aufklärungsquote von 43,8 auf 54,4 Prozent. Genau genommen leben wir also wieder sicherer.

Mythos 3: Früher war das Leben nicht so hektisch

Briefe kamen nach zwei Tagen an, die neuesten Nachrichten erfuhr man um 20 Uhr in der "Tagesschau". Immer und überall erreichbar? Das gab’s noch nicht! Wir lebten langsamer. In Zeiten von Smartphone und sekundenschnellen Twitter-Nachrichten wäre das für viele heute der blanke Horror.

Mythos 4: Früher war unser Wald viel grüner

Die Bäume sterben! Hieß es zumindest in den 80er-Jahren. Richtig ist: Die Waldfläche Deutschlands wächst pro Jahr um 176 Quadratkilometer. Fast ein Drittel unserer Heimat ist davon bedeckt. Also alles realitätsferne Nostalgie? Nicht ganz. Gemäß dem ersten Waldzustandsbericht von 1984 litten 56 Prozent der heimischen Bäume an Schäden, heute sind es 62 Prozent. Wer Eichen liebt, muss sogar trauern: 1984 war noch die Hälfte absolut gesund, jetzt nur 19 Prozent.

Mythos 5: Früher war das Wetter verlässlicher

Im Sommer schien die Sonne, im Winter fiel Schnee. Stimmt nicht ganz. In Wirklichkeit gab es immer Schwankungen: 1963 klirrte Kälte an 62,4 Tagen, 1974 nur an 4,4 Tagen. Und 1975 machte Rudi Carrell seinem Regenfrust musikalisch Luft: "Wann wird’s mal wieder richtig Sommer?" Der Trend ist aber eindeutig: Statistisch nimmt die Zahl der heißen Tage zu, die der Eistage ab.

Mythos 6: Früher hielten Ehen länger

Für immer und ewig? Das ist lange vorbei. Und doch zeigen Daten des Statistischen Bundesamts Verblüffendes: Bei Ehen, die 2012 geschieden wurden, kam das Aus nach 14 Jahren und 7 Monaten, 1992 schon nach 11 Jahren, 6 Monaten. Die durchschnittliche "Haltbarkeit" steigt also. Von Heiratswahn sind wir trotzdem weit entfernt: In den letzten 60 Jahren nahm die Zahl der Eheschließungen um 41 Prozent ab.

Autor: K. R.