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Der Tempel Ta Prohm ist von Würgefeigen überwuchert.

Der Tempel Ta Prohm ist von Würgefeigen überwuchert. - Foto © picture alliance / Robert Hardin

Die History-Serie von HÖRZU: Teil 2

22 weitere Geheimnisse der Geschichte

Verborgene Grotten, verschollene Schätze: Längst sind nicht alle Rätsel dieser Welt gelöst. Teil 2 der spannenden HÖRZU-Serie.

Was verbirgt sich unter dem Petersdom?

Petersdom

Der Petersdom im Vatikan in Rom. - Foto © picture-alliance/ dpa

Man steht davor und staunt. Allein die Ausmaße des Petersdoms machen sprachlos: 211,5 Meter lang, 132,5 Meter hoch, 15.160 Quadratmeter Fläche. Die größten Geheimnisse des vatikanischen Prachtbaus verbergen sich allerdings im Untergrund. Denn als 1506 die Bauarbeiten begannen, stand an derselben Stelle bereits eine Basilika – direkt über dem vermutlichen Grab des Apostels Petrus.

Erst Ausgrabungen ab den 1940er-Jahren brachten die fast 2000 Jahre alten Relikte wieder ans Tageslicht. Zumindest teilweise. Noch unter den Grotten, den Resten der ersten Kirche, liegt die Vatikanische Nekropole. Sie diente in römischer Zeit als Begräbnisstätte. Zahlreiche Gräber, einst am Rande der Via Cornelia gelegen, reihen sich dort aneinander. Archäologen bezeichnen die Mausoleen mit lateinischen Buchstaben. "Feld P" soll das Grab Petri sein. Liegen hier wirklich die Gebeine des Apostels? Er gilt als "der Fels, auf dem der Herr seine Kirche bauen wollte" und wurde um das Jahr 67 in Rom hingerichtet.

Im Erdgrab selbst fanden die vatikanischen Forscher nichts, nur in einer Wandnische waren einzelne Knochen versteckt. Petrus? Beweise fehlen bislang. Doch alle Spuren deuten darauf hin, dass an dieser Stelle schon im 1. Jahrhundert zumindest eine Gedenkstätte für den Apostel lag. Direkt darüber erhebt sich heute der Papstaltar des Petersdoms.


Warum ging Angkor unter?

Tempel Ta Prohm

Ein massiver Wollbaum im Ankor Areal. - Foto © picture alliance / Marco Becher

Goldene Türme, monumentale Tempel, verblüffende Technik: Im Urwald Kambodschas erhob sich vor rund 800 Jahren die damals größte Stadt der Welt. In Angkor lebten eine Million Menschen auf einer Fläche von mehr als 1000 Quadratkilometern – das moderne New York ist kleiner. Trotzdem erinnern heute nur noch Ruinen an das mächtige Reich der Khmer. Einige der Tempel und Heiligtümer sind restauriert, andere wie das legendäre Ta Prohm werden absichtlich dem wuchernden Urwald überlassen.

Doch warum ging Angkor unter – nach Jahrhunderten Glanz und Größe? Einige Forscher vermuten, dass der Streit zwischen buddhistischen und hinduistischen Traditionen die Khmer-Herrscher und ihre Dschungel-Metropole wanken ließ. Andere geben einer Verlagerung des Machtzentrums in den Süden des Reiches die Schuld. Die Auswertung von Wetterdaten lässt einen anderen Schluss zu: Durch gravierende Klimawechsel lösten sich plötzlich lange Trockenzeiten mit heftigem Monsunregen ab.

Die Rodung der Wälder verschlimmerte die Katastrophe noch. Das Wassersystem der Reisfelder und viel zu große Siedlungen waren dem nicht gewachsen. Australische Forscher stützen sich bei dieser These auch auf Infrarot-Wärmebilder eines Nasa-Spaceshuttles. Sie zeigen ein ausgeklügeltes Netz zerfallener Kanäle, Wege und Stauseen. Allein der Westliche Baray, das größte Wasserreservoir jener Zeit, ist 8 Kilometer breit und 2,1 Kilometer lang. 200.000 Arbeiter schufteten drei Jahre lang, um das gigantische Becken auszuheben.

Nur durch derart komplizierte Bewässerungstechnik konnte die schillernde Dschungelmetropole am Leben erhalten werden. Der Preis dafür war hoch. Rücksichtslos wurden alle Reserven ausgebeutet, durch die Klimaschwankungen sank der Wasserspiegel zusätzlich – bis das System im 15. Jahrhundert endgültig zusammenbrach. Ist Angkor ein mahnendes Beispiel? Droht der Untergang, wenn Menschen zu sehr in die Natur eingreifen? Tempelkomplexe wie Angkor Wat, größtes religiöses Monument der Welt, verblüffen die Besucher noch heute – obwohl sie auch steinerne Mahnmale eines unkontrollierten Wachstums sind.


Wie starb der Ötztalmann?

Ötztalmann

Der Ötztalmann: Heute liegt die Mumie im Archäologiemuseum Bozen. - Foto © picture alliance / dpa

Ötztaler Alpen, 19. September 1991. Nahe am Hauslabjoch machen Bergwanderer eine sensationelle Entdeckung: eine Gletschermumie, nach 5300 Jahren endlich vom Eis freigegeben. Forscher nennen den verblüffend gut erhaltenen Zeugen der Vergangenheit liebevoll Ötzi. Und sie nutzen die Chance, Geheimnisse der Jungsteinzeit zu lüften und mehr über das Schicksal des Mannes herauszufinden. Denn Ötzi ist der älteste, vollständig erhaltene Mensch unserer Art!

Wissenschaftler untersuchen seine Waffen, seine Kleidung, rekonstruieren das Gesicht, führen Gentests durch, ermitteln sogar als Detektive. Eine Verletzung an der linken Schulter beweist: Der Ötztalmann wurde ermordet. 2001 entdecken Radiologen eine Pfeilspitze aus Feuerstein in der Wunde. Traf ihn die Waffe eines Feindes tödlich? Verblutete er innerlich? Trotz Autopsie und aufwendiger Untersuchung per Video-Endoskop lässt sich die Todesursache bislang nicht eindeutig klären.

Dafür wissen die Forscher mehr über den Steinzeitjäger als über jeden anderen Menschen der Urzeit. Das Porträt: Ötzi hatte braune Haare und tief liegende braune Augen. Sein Gesicht war schmal, die Haut wettergegerbt. Er litt unter Bandscheibenverschleiß, Karies, einem Zeckenbiss und Laktose-Intoleranz, vertrug also keine Milch. Die DNA-Analyse offenbarte zudem ein erhöhtes Risiko für Arterienverkalkung. Auch ohne Pfeilschuss wäre der Ötztalmann wohl bald gestorben – an Herzinfarkt oder Hirnschlag.


Wo liegt das sagenhafte Goldland El Dorado?

Floß von El Dorado

Das "Floß von El Dorado", gezeigt im Museo del Oro in Bogotá (Kolumbien). - Foto © picture-alliance / akg-images

Die Gier nach Gold kannte keine Grenzen. Als spanische Eroberer im 16. Jahrhundert die kolumbianische Legende vom Schatz der Muiscas hörten, wurde ein Mythos geboren. Angeblich fuhren einst Indio-Fürsten, von Goldstaub überzogen, mit einem Floß auf den Bergsee von Guatavita. Dort wuschen sie den kostbaren Staub ab, opferten dem Sonnengott Edelsteine und Schmuck. El Dorado ("Der Vergoldete") war also ursprünglich ein Herrscher.

Als Beweis für den Mythos gilt das "Floß von El Dorado" in Bogotá. Museumsexperten datieren den Fund auf 600 bis 1600 n. Chr. Auf der Suche nach Gold drangen spanische Expeditionen in den Dschungel Südamerikas vor und unterwarfen das Inka-Imperium. Den Schatz fanden sie nicht. Im Gegenteil: Immer diffuser wurde das Bild von El Dorado. Mal war es ein versunkener Tempel, mal eine Stadt, schließlich gar ein Königreich. Abenteurer vermuteten El Dorado am Bergsee Guatavita in Kolumbien, andere in Mexiko oder Peru.

Die Funde aus dem Guatavita-See sind eher spärlich: goldene Kultobjekte, Figuren, Schalen, Schmuck. 1911 legte der britische Ingenieur Hartley Knowles den Bergsee sogar trocken und erblickte vor allem Schlamm. "Wir haben noch nicht bis zum Grund des Sees gegraben", erklärte er damals der "New York Times". "Glaubt man den Legenden, müssten dort die größten Schätze liegen." Die Hoffnung trog. Mittlerweile glaubt niemand mehr an ein Goldland. Es lebt als Sehnsucht weiter – in den Köpfen der Menschen.


Gründeten Freimaurer die USA?

Freimaurer

Symbole: Winkelmaß und Zirkel erinnern an die Bauzunft. - Foto © picture alliance / dpa

Obskure Riten, bizarre Symbole, geheime Tempel – kein Wunder, dass sich um die Freimaurer wilde Verschwörungstheorien ranken. Sie sollen Attentate verübt und weltweit Revolutionen angezettelt haben. Unbestritten ist: Die offiziell 1723 in England gegründeten Logen mit ihren Idealen von Humanität, Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit beeinflussten über Jahrhunderte die Geschichte. Freimaurer lieferten Gedanken für die Französische Revolution, gehörten zu Unterzeichnern der US-Unabhängigkeitserklärung von 1776.

"Alle Repräsentanten der jungen amerikanischen Demokratie waren Freimaurer", sagt Autor Klaus-Rüdiger Mai ("Geheimbünde – Mythos, Macht und Wirklichkeit"). "Die Frage ist jedoch: Haben sie die USA gegründet, weil sie Freimaurer waren? Oder waren sie Freimaurer, weil sie von Ideen der Aufklärung und der amerikanischen Demokratie durchdrungen waren?" George Washington, Thomas Jefferson, Benjamin Franklin – alle standen dem Geheimbund zumindest nahe. Man traf sich, diskutierte, half sich auch auf der Karriereleiter. Wenn es um Macht ging, erfüllten Geheimbünde damals ähnliche Funktionen wie heute soziale Netzwerke im Internet. Wer etwas auf sich hält, gehört einfach dazu.


Sendehinweis: ''Planet Wissen''

Magazin: Ötzi – mein Leben in der Jungsteinzeit. Über den Mann aus dem Eis.
Di, 12.03,. WDR, 15.00 Uhr


Vorschau auf Teil 3 der HÖRZU-Serie: Lag Jesus wirklich im Turiner Grabtuch?

Autor: HÖRZU