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Gedaechtnistraining mit einem Zauberwuerfel

Beliebtes Denkspiel: der Zauberwürfel. - Foto: Tim Whitby/Getty Images

Gedächtnistraining

10 Übungen für das Gehirn

Wie ein Muskel braucht auch das Gehirn Training, um lange leistungsfähig und gesund zu bleiben. Schon diese 10 kleinen Übungen können helfen:

10 Übungen für das Gehirn

1. Raus aus der Routine

Putzen Sie als Rechtshänder ruhig ab und an mal Ihre Zähne mit links. Das hat erstaunliche Effekte: Denn alles, was unse­ren Geist aus der Normalität reißt, bringt unsere Gehirn­ zellen auf Trab.

2. Tanzen

Foxtrott oder Walzer: Beim Tanzen nimmt man permanent neue Informationen auf und setzt sie blitz­ schnell um. Ausdauer, Koordination, Be­wegung: All das fördert geistige Fitness.

3. Denken statt Technik

Wenn wir uns auf Technik verlassen, hat das Gehirn Sendepause. Vertrauen Sie ruhig Ihrem eigenen Orientierungssinn, und fahren Sie einmal wieder ohne das Navigationsgerät in den Urlaub.

4. Zeitungstrick

Drehen Sie einen Zeitungsartikel auf den Kopf, und markieren Sie mit einem Stift zwei bis drei Minuten lang alle "e" – und zwar so schnell und konzentriert Sie können. Dabei geht es nicht darum, alle Buchstaben zu finden, sondern zu lernen, sich zu fokussieren.

5. Musikinstrument spielen

Am besten eines, das beide Hände erfordert, der rechten aber andere Leistungen abverlangt als der linken. Ideal ist etwa Gitarre, für Klassikfans Geige oder Cello. Bekommen auch die Füße eine Aufgabe wie beim Schlagzeug oder bei der Orgel, wird es besonders effektiv. Ein Toptraining!

6. Sprachen lernen

Vokabeln pauken, Grammatikregeln anwenden, in Ge­sprächen spontan reagieren: Hier wird das Gehirn auf vielfältige Weise gefordert. "Am besten, man fängt selbst mit 70 Jahren noch an, Chinesisch zu lernen", sagt Hirnforscher Gerhard Roth.

7. Humor hilft

Deshalb darf er beim Gedächtnistraining auch nicht fehlen. Er unterstützt uns dabei, uns an Dinge zu erinnern und darüber zu lachen.

8. Zeitung rückwärts lesen

Das klingt mühsam, trainiert aber extrem Kon­zentration und Ausdauer. Langsam Wort für Wort beginnen und nebenbei ver­suchen, auch den Sinn eines Satzes zu verstehen. Dann das Tempo steigern.

9. Balancieren

In vielen Parks und Wäldern werden Fitness­einheiten mit Schwebebalken oder niedrig installierten Drahtseilen angeboten. Keine Angst: Es ist leichter, als es aussieht. Und eine geniale Herausfor­derung fürs Gehirn.

10. Jonglieren

Mehrere Bälle in der Luft zu halten ist eine koordi­native Höchstleis­tung. Beginnen Sie mit dreien, steigern Sie sich langsam.


TV-Tipp

So, 17.8.: "Wer weiß es?" - Das Quiz für Schnelldenker mit Wissensfragen, Silben- und Kreuzworträtseln; HR, 23.45 Uhr (s. auch TV-Tipps rechts)


Techniken fürs Gedächtnis

Das Kinderspiel "Ich packe meinen Koffer" hat wohl jeder von uns schon gespielt. Man soll dabei nacheinander Dinge nennen, die man auf eine Reise mitnehmen möchte: Badehose, Zahnbürste, Lesebrille. Jeder fügt einen Begriff hinzu – und jeder muss davor die ganze Liste der bislang genannten Sachen wiederholen. Selbst Erwachsene kommen da schnell an ihre Grenzen: Nach durchschnittlich sieben Gegenständen, so Beobachtungen, steigen die meisten aus.

So vortrefflich unser Gehirn mit seinen 100 Milliarden Nervenzellen (Neuronen) auch arbeitet, es ist leider auch fehler­anfällig und neigt etwa zu Vergesslichkeit. Schließlich wandert nur ein Bruchteil des­sen, was wir aufnehmen, vom Kurzzeit-­ ins Langzeitgedächtnis. Doch erst dort werden Informationen dauerhaft gespeichert. Im­merhin gibt es Tricks, das zu forcieren.

Die Loci-Methode

Schon zur Zeit des alten Roms bediente sich der Philosoph und Politiker Cicero (106 bis 43 v. Chr.), einer der größten Redner seiner Zeit, einer Technik, mit der er seine Vor­träge auswendig lernte: der sogenannten Loci­Methode. Der Begriff "locus" stammt aus dem Lateinischen und bedeutet "Ort". Cicero, der oft auf dem zentralen Platz der Stadt, dem Forum Romanum, sprach, voll­zog in Gedanken einen "Merkweg" durch das Forum, um sich Aufbau und Argumen­tationslinien seiner Reden einzuprägen.

"Das klappt ganz wunderbar und ist von vielen Gedächtniskünstlern immer wieder spontan erfunden und praktiziert worden", sagt der Hirnforscher Prof. Gerhard Roth von der Universität Bremen. "Es zeigt, dass man selbst schwierig zu behaltende Dinge mit Bildern oder Räumlichkeiten verbin­den und so viel besser erinnern kann."

"Je absurder und origineller die Vorstel­lung, desto besser bleibt sie im Gedächtnis haften", erklärt Hofmann, der in seinem neuen Buch das Geheimnis des Erinnerns lüftet ("Denken Sie neu", Südwest Ver­lag, 208 S., 19,99 €). Er selbst merkt sich problemlos rund 135 Telefonnum­ mern. "Jeder kann zum Gedächtnis­profi werden", erklärt er. "Es kommt nur auf die richtige Methode an."

Die Mnemotechnik

Das Zauberwort lautet "Mnemotechnik". Dazu gehören neben Gedächtnisstützen wie Eselsbrücken auch komplexe Systeme, mit denen man mühelos Tausende von Voka­beln, unzählige Namen und Stichworte oder vielstellige Zahlen behalten kann.

Auch Sie könnten dank der Mnemotechnik bald getrost auf Ihren Einkaufszettel verzichten, etwa indem Sie Ihren eigenen Körper als eine Art Spickzettel nutzen. Unten beginnend ordnen Sie zunächst jedem Körperteil einen "mentalen Erinne­ rungsort" zu: Zehen, Knie, Oberschenkel, Gesäß, Taille, Brust, Schultern, Hals, Ge­sicht und Haare. Mit diesen zehn Orten können Sie sich nun zehn Dinge auf Ihrer Einkaufsliste merken. Angenommen, Sie benötigen Eier. Diesen Begriff verbinden Sie mit dem ersten Erinnerungs­ort, den Zehen. Kreieren Sie ein möglichst skurriles Bild. Etwa, dass Ihnen ein rohes Ei auf die Füße fällt und die zähflüssige Mas­se zwischen Ihre Zehen rinnt. Seien Sie mög­lichst kreativ, und set­zen Sie die Assoziatio­nen mit den nächsten Posten der Einkaufs­­­liste fort. Beim Gang durch das Ge­schäft rufen Sie nun von Fuß bis Kopf alle Posten der Liste auf.

Auch für wichtige Termine oder gute Witze lässt sich diese Technik bestens nutzen. So gerät fast nichts mehr in Vergessenheit. Damit das lange so bleibt, ist Wiederholung das A und O. Hofmann schlägt dafür folgenden Turnus vor: Nach 40 Minuten die ers­te Wiederholung, nach 24 Stunden die zweite. In den folgenden drei Tagen steht je eine Wiederholung an, nach einem Monat noch einmal, zu guter Letzt nach einem halben Jahr. "So kann man zu 95 Prozent sicher sein, dass die Informationen tatsäch­lich im Langzeitgedächtnis gespeichert werden."

Sich neuen Aufgaben stellen

Grundsätzlich besteht der Schlüssel zum Erfolg darin, sich immer wieder neuen und vor allem herausfordernden Aufgaben zu stellen. "Jemand, der sich nur mit Sudoku oder anderen Rätseln be­schäftigt, tut nicht genug für sein Gehirn", erklärt der Hirnforscher Gerhard Roth.

Pausen fördern das Gedächtnis

Außerdem wichtig: Man sollte seinem Kopf hin und wieder eine Aus­zeit gönnen. Durch Studi­en ist belegt, dass Pausen das Gedächtnis fördern. Zudem muss man nicht sofort besorgt sein, wenn einem ein Name entfallen ist oder man seine Brille verlegt hat. Vergesslichkeit ist etwas völlig Normales, ja sogar eine wichtige Schutz­ funktion des Gehirns. So können Belang­losigkeiten ausgeblendet oder mit Wich­tigerem überschrieben werden. Für unnö­ tigen Ballast haben wir keinen Platz – im Kopf genauso wenig wie im berühmten Koffer aus dem alten Kinderspiel. Ist eine Runde vorbei, heißt es dort wie im Leben: Neues Spiel, neues Glück. Auf zu neuen He­rausforderungen!

Autor: Anne-Kathrin Hasse