HÖRZU Android Logo
HÖRZU
TV-Programm
kostenlose App
Get it on Google Play
HÖRZU iOS Logo
HÖRZU
TV-Programm
kostenlose App
Get it on Google Play
HÖRZU Logo
Unterhaltung Filter
Kategorie einstellen
Buntes Treiben auf dem Markt in Marrakesch

Kein Marokko-Aufenthalt ohne Abstecher nach Marrakesch mit seinen malerischen Märkten, Bild: © picture alliance/Lonely Planet Images

Marokko entdecken

Uwe Ochsenknecht über Marokko

Was ihn vor acht Jahren das erste Mal nach Marokko führte, waren ganz profan – Dreharbeiten. Schließlich gehört Uwe Ochsenknecht zu den meistbeschäftigten Schauspielern Deutschlands. In dieser Woche ist er gleich zweimal im ZDF zu sehen: Am Montag im Thriller "Amigo", am Donnerstag in der Komödie "Das große Comeback" (siehe TV-Tipp rechts).

Marokko schlug ihn so sehr in seinen Bann, dass er es bei einem zweiten Besuch sofort seinen Söhnen zeigte. Inzwischen war er ein drittes Mal da – natürlich wieder zu Dreharbeiten. Was für ihn die besondere Magie des Wüstenreiches ausmacht, verrät er exklusiv in HÖRZU.

Marokko - Mekka für Musiker

Zur Hippie-Zeit war ich ja noch sehr jung – leider. Als musikbegeisterten Menschen wurmt es mich bis heute, dass ich die meisten meiner frühen Helden nie live erleben konnte. Jimi Hendrix, The Doors, die Stones – sie alle waren in Marokko. Das Land schien damals eine Art Mekka für Musiker zu sein. Ich fragte mich immer: Was ist dort denn bloß so besonders, dass die alle hinreisen? Aber als ich das erste Mal dort aus dem Flieger stieg, wusste ich sofort, was es war.

Land und Leute

Für den Zauber dieses Landes lässt sich kein Begriff finden. Es ist ein besonderes Licht, ein besonderer Geruch, die ganze Atmosphäre! Es sind nicht zuletzt die Menschen, die so herzlich miteinander umgehen.

Dieses alte Wüstenreich wollte ich unbedingt meinen Söhnen zeigen – nicht nur die Länder und Städte Europas, wo es immer um Ruhm und Reichtum geht. Sie sollten sehen, dass nur wenige Flugstunden von Deutschland entfernt ein ganz anderes Leben stattfindet, viel einfacher und ursprünglicher. Mit anderen Farben, einer anderen Kultur, anderem Essen, anderer Musik.

Die Menschen sind nicht gerade mit Reichtum gesegnet und trotzdem so freundlich, vielerorts machen sie einen glücklichen Eindruck. Obwohl man vor allem in den Städten auch auf Bettler trifft oder von bettelnden Kindern verfolgt wird.

Das kleine Dorf Essaouira

Ich hatte für uns eine günstige, aber saubere Pension in Essaouira ausgesucht, einem wunderschönen kleinen Dorf mit einer großen Festung. Es liegt an der Westküste, zwischen Casablanca und Agadir, und ist touristisch noch relativ unberührt.

Orson Welles hat hier seinen legendären "Othello"-Film gedreht, und in den 60ern war es eine Hochburg der Hippies. Jimi Hendrix – nach dem mein jüngerer Sohn benannt ist – soll auch mal in der Nähe abgestiegen sein. Ich habe mich natürlich durchgefragt und stand schließlich vor einem halb abgebrannten Haus, in dem er gewohnt haben soll.

Essaouira ist auch ein Zentrum der traditionellen marokkanischen Musik, der stark rhythmusbetonten Gnawa. Jedes Jahr findet hier ein Festival statt, mit Gästen aus aller Welt. Leider ausgerechnet in der heißesten Jahreszeit. Aber ich will dort unbedingt einmal hin, egal wie viel Schweiß das kostet.

Unterschiedliche Landschaften Marokkos

Mich faszinieren die unterschiedlichen Landschaften Marokkos. Es hat Küste, es hat Wüste, im Sommer kann es hier mehr als 40 Grad heiß werden – und mittendrin liegt der Hohe Atlas mit seinen Wintersportgebieten.

Ich bin einmal über das Atlasgebirge gefahren – so ähnlich stelle ich mir Nepal oder Tibet vor. Wir sind auch auf einem Kamel geritten, aber das fand ich nur in den ersten zehn Minuten spannend. Aufregender war es, mit Quads, vierrädrigen Motorrädern, auf den Dünen herumzuheizen.

Auf dem Markt in Marrakesch

Kein Marokko-Aufenthalt ohne Abstecher nach Marrakesch mit seinen malerischen Märkten, den Souks, den Innenhöfen und den Riads, Stadthäusern wie aus Tausendundeiner Nacht. Klingt nach Klischee, ist aber wirklich so.

Jeder Händler lädt zum Minztee ein, der in Marokko besonders gut ist. Man verwendet eine spezielle Sorte, die Nanaminze. Kein Kauf ohne Feilschen, sonst ist der Verkäufer ernsthaft beleidigt. Ich fand’s erst ungewohnt, bekam aber schnell Übung und kaufte mir ein paar Bilder mit orientalischen Ornamenten und Lampen mit Lederschirm.

Auf die Händler kann man sich hundertprozentig verlassen: Wenn sie sagen, sie verschicken die Ware, dann kommt sie auch an.

Hat sich der Magen erst mal eingewöhnt, sind die zahlreichen Garküchen empfehlenswert, die auf manchen Plätzen zu Dutzenden stehen. Wirklich toll ist das Nationalgericht Tajine, verschiedene Gemüse- und Fleischsorten im Tontopf. Die Süssspeisen sind aber auch nicht zu verachten.

Ich träume davon, eines Tages mit einem alten VW-Bus durch Marokko zu fahren, wie die Hippies früher, als ich noch klein war. Das will ich unbedingt nachholen. Einfach anhalten, übernachten, wo man will – so lässt sich der Zauber Marokkos am besten erleben. Und falls es etwas Moderneres, Bequemeres werden sollte als ein alter VW-Bus, ist das auch in Ordnung.


Reise-Info: Marokko entdecken

Anreise: z. B. mit Royal Air Maroc: von Frankfurt/Main nach Marrakesch und zurück, Zwischenstopp in Casablanca, ca. 380 Euro. Billigflüge ab Hahn/Hunsrück mit Ryan Air ab 170 Euro

Unterkunft: "Hotel des Iles" in Essaouira, maurischer Stil, ab 66 Euro/DZ. Stadthäuser z. B. unter www.anayela.com

Klima: Vielfältig: Im Hohen Atlas bis ins Frühjahr hinein Schnee, in Marrakesch werden es im Sommer bis zu 45 Grad

Weitere Infos im Internet unter: www.visitmorocco.com

Autor: Uwe Ochsenknecht